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Rainer Maria Rilke \" Abschied \" Interpretation

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Beitrag von chapter777

29.03.2011 15:38:01

chapter777

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Interpretation
Das Gedicht ?Abschied? von Rainer Maria Rilke besteht aus drei Strophen, die unterschiedliche Reimfolgen aufweisen. Die Strophen 1 und 3 sind nach dem Schema des ?umarmenden Reims? aufgebaut, die 2. Strophe jedoch ist ein ?Kreuzreim?. Weiterhin handelt es sich bei dem Gedicht um einen jambischen Fünfheber, da jeder Vers mit einem Auftakt beginnt, also mit einer unbetonten Silbe und dann fünffach betonte und unbetonte Silben im Wechsel folgen. Dies nennt man auch alternierenden Vers mit Auftakt.

Der Titel ?Abschied? enthält bereits die Ankündigung der inhaltlichen Auseinandersetzung dieses Gedichts. Dass dieses Thema eine genaue Definition benötigt, wird gleich in der ersten Strophe klar: Das lyrische Ich hebt in der ersten Zeile hervor, dass es hier um ein subjektiv gefühltes Erleben eines Ereignisses geht, welches in unserer Sprache allgemeingebräuchlich mit dem Wort ?Abschied? benannt ist.

Die folgenden Zeilen beschreiben nun die Erinnerung an dieses Erlebnis, welche auf einen schmerzhaften Verlust schließen lässt (?dunkles unverwundnes?, I, 2 und ?grausames Etwas?, I, 3). Durch die gleichzeitige Erwähnung einer schönen Erinnerung (?Schönverbundnes?, I, 3) wird die Grausamkeit noch hervorgehoben und kulminiert in dem gewaltbehafteten Wort ?zerreißt? (I, 4), nachdem die beiden vorangehenden Verben den Prozess des Schmerzes betont haben.

Die zweite Strophe beschreibt die Hilflosigkeit, in der das lyrische Ich sich befand, nämlich ?ohne Wehr? und ?dem zuzuschauen? (II, 1). Der Abschied erfolgte also nicht gewollt, sondern ohne Einwilligung des lyrischen Ichs. Dies wird durch die Passivität der nächsten Zeile bestätigt: ?mich rufend? und ?gehen ließ? (II, 2).

Aus Zeile II, 3 ist ein Hinweis auf die Art des Abschieds zu entnehmen: ?so als wärens alle Frauen? deutet den Abschied von einer einzigen Frau an. Die Erinnerung aus der ersten Strophe, ?Schönverbundnes? (I, 3) was zerrissen wird (I, 4) lässt nun auf die zerstörte Bindung mit einer Frau schließen. Gleichzeitig wird das Gefühl einer alles umfassenden Trennung vermittelt, obwohl das lyrische Ich weiß, dass es hier nur um diese eine geht.

Die dritte Strophe wirkt nicht mehr so schmerzerfüllt, es scheint eine Distanz zum Geschehenen erreicht zu sein (?schon nicht mehr auf mich bezogen?, III, 1). Wie ein vorbeigezogenes Gewitter wird das Erlebte nur noch schwach wahrgenommen (?Weiterwinkendes - , schon kaum noch...?, III, 2 ?...erklärbar mehr?, III, 3). Der hinzu gezogene Vergleich mit der Natur (?ein Pflaumenbaum?, III, 3 und ?ein Kuckuck?, III, 4) wirkt fast versöhnlich, weil er einen Bezug zur Natur und ihren kleinen Selbstverständlichkeiten herstellt. Das Gedicht endet an dieser Stelle also hoffnungsvoll, ganz entgegen der in Strophe 1 dargestellten Grausamkeit und der in Strophe 2 beschriebenen Hilflosigkeit.

Geht man davon aus, dass es sich um einen ungewollten Abschied von einer Frau handelt, so deutet sich in allen drei Strophen ein möglicher Grund hierfür an:
Strophe1. Dieses ?dunkles unverwundnes? (I, 2) und ?grausames Etwas? (I, 3) beschreibt möglicher Weise die Angst vor der Unumgänglichkeit des Todes ? die Farbe weiß am Ende der zweiten Strophe kann auch als Hinweis auf ein Leichenhemd verstanden werden.
Strophe 2. Das lyrische Ich wurde gerufen und gehen gelassen (II, 2) was auf die Gnade einer Macht schließen lässt, die ihn verschonte. Als wäre dies im Gegenteil zu der eigenen Wehrlosigkeit eine willentliche Entscheidung eines Dritten gewesen, eine indirekte Art der Personifizierung des Todes.
Strophe 3. Das ?Winken? (III,1) das die Begegnung aus der zweiten Strophe wiederholt (?mich rufend?, II, 2), richtet sich mit der folgenden Beschreibung als ?ein leises Weiterwinkendes? ( III, 2) in die Zukunft, das Geschehene ist in der dritten Strophe kaum noch von Bedeutung. Der ?Abschied? endet mit einem Bild welches den Tod als einen Moment in der Natur erklärt (III, 3-4).

Das Gedicht umfasst also verschiedene Facetten einer Begegnung mit dem Tod: die Grausamkeit in Strophe 1, die Hilflosigkeit in Strophe 2 und gleichzeitig auch die Vergänglichkeit dieses Erlebnisses als das es in Strophe 3 eher als ein flüchtiger Moment dargstellt wird. So ist ?Abschied? nicht nur als ein gefühlter Moment zu begreifen, sondern auch als ein Abschluss mit einem Erlebnis, was wieder auf die Zukunft hoffen lässt.

Was die künstlerische Eigenart angeht, so fällt die anaphorische Wiederholung des ?Wie? am Anfang auf ? das lyrische Ich vergewissert sich hier der Intensität der eigenen Erfahrung. Ein zweites Element sind die Gegensätze, die zugleich verbunden sind: In der ersten Strophe bereits steht das Dunkle dem Schönen gegenüber. In der zweiten Strophe geht es um den Gegensatz zwischen Gerufen-Werden und doch Gehen-Dürfen. Bezeichnend ist, dass in der dritten Strophe die Gegensätze nicht mehr auftauchen, gewissermaßen aufgehoben sind in der Ordnung der Natur und ihrer Anerkennung. Ein weiteres Element sind die gewissermaßen langen sprachlichen Wellen, die Rilke so liebt und die sich hier zum einen in den Enjambements (Versübergängen) zeigen, zum anderen in den reihenden Steigerungen. Besonders deutlich wird dies in I,4, wo der Mechanismus des Sterbensehen-Müssens in seinem quälenden Dreischritt verdeutlicht wird.

Das Gedicht ?Abschied? erschien 1907 in der Reihe ?Neue Gedichte? und entstammt somit der ?mittleren Schaffensperiode? Rainer Maria Rilkes welche auf die Jahre 1902 bis 1910 begrenzt wird. In dieser Phase setzte sich der Dichter vor allem mit den Grunderfahrungen des menschlichen Lebens auseinander, was auch oder vor allem negative Erfahrungen wie den Tod umschloss. Die subjektive Darstellung eines allgemeingebräuchlichen Begriffs (?was Abschied heißt?, I , 1) beschreibt eine bewusste Auseinandersetzung mit einem persönlichen Schicksal. Die Gleichzeitigkeit von Allgemeingültigkeit und Individualität verstärkt die Intensität dieses Themas. So schmerzvoll also die persönliche Begegnung mit dem Tod erlebt wird, so ist sie doch auch nur ein Moment der Hilflosigkeit, welcher zur Natur gehört und vorüber ziehen kann.

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Beitrag von giuseppev

29.03.2011 21:35:40

giuseppev

giuseppev hat kein Profilbild...

mamma miaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

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