Referat - Klonen
Dieses Referat wurde vom Mitglied Lazyboy veröffenlicht. Pausenhof.de ist für die Inhalte der Veröffentlichungen der Mitglieder nicht verantwortlich.
Zunächst einmal möchte ich die biologische Seite des Klonens eingehen, bevor ich mich anschließend mit der ethischen Seite befasse.
1.1
Es existieren, biologisch gesehen, drei verschiedene Arten des Klonens die natürliche Klonbildung, das therapeutische- und das reproduktive Klonen.
1.1.2Die natürliche Klonbildung kommt wie der Name sagt in der Natur vor. Beispiele dafür sind Einzeller und eineiige Zwillinge. Zur Bildung eineiiger Zwillinge beim Menschen kann es in den ersten 15 Tagen nach der Befruchtung kommen, wenn sich die Zellen vom Embryo trennen und einen Zweiten bilden. Dieses natürliche Verfahren kann im Labor nachgeahmt werden. Erstens: durch Abtrennung totipotenter Zellen eines frühen Embryos. Zweitens: durch ein mikrochirurgisches Teilungsverfahren, namens Embryosplitting. Dieses wird in späteren embryonalen Stadien durchgeführt (ca. 40-80 Zellen).
Das therapeutische Klonen wird dazu genutzt um neue Zellen mit der selben DNS des Patienten zu erhalten. Diese Technik soll die Abstoßung der Zellen vermeiden.
Die Methode:
Man nimmt eine Körperzelle des Patienten. Außerdem braucht man eine Eizelle. Diese kann nach einer künstlichen Befruchtung übrig geblieben sein; denn nicht selten reifen durch die Stimulation der Eierstöcke bei der Frau zu viele Eizellen heran. Dann wird geklont:
-3-Dazu wird das Erbgut der Körperzelle in die entkernte Eizelle gespritzt. Unter anderem mit Hilfe eines kleinen Stromstoßes wird die "innere Uhr" der Körperzelle auf Anfang gestellt: Das Erbgut der Körperzelle vergisst, was sie einmal war und verhält sich wieder wie das Erbgut eines Embryos. Nun stoppen die Wissenschaftler die Entwicklung. Denn - wenn sie eine menschliche Eizelle benutzt haben - könnte zu diesem Zeitpunkt aus der geklonten Zelle noch ein menschliches Wesen wachsen. Die Wissenschaftler geben Hemmstoffe zu der Zelle, die verhindern, dass sich die Zelle weiter entwickelt und spezialisiert. Danach soll sich diese embryonale Zelle vermehren. Im Brutschrank wachsen nun viele Zellen heran. Mit dem Erbgut des Patienten. Zu diesem Zeitpunkt kann kein menschliches Wesen mehr daraus wachsen.Wenn es genug Zellen sind, dann fügen die Forscher gezielt bestimmte Nährstoffe zu den Zellen. Die führen dazu, dass sich die Zellen spezialisieren. Nun wachsen aus den unreifen Zellen - mehr oder weniger gezielt - die gewünschten: Braucht der Patient z.B. Herzmuskelzellen, so könnten diese im Labor gezüchtet werden.
Der Vorteil dieser Methode: Das Immunverhalten des gezüchteten Gewebes passt recht gut zum Patienten, es wird kaum mit Abstoßungsreaktionen zu rechnen sein. Andererseits könnte auch hier die Spendereizelle noch einen bis heute unbekannten Einfluss auf die Immunität der Zellen haben.
1.3
Skeptiker meinen, dass das Klonen einfach noch viel zu selten klappt, als dass man eine solche Methode regelmäßig für die Therapie anbieten könnte. Und eine Tatsache bleibt: Es entsteht für einige Stunden ein potentieller Mensch - der Klon des Patienten. Biowissenschaftler glauben, dass man mit dieser Methode Krankheiten wie Parkinson, Multipler Sklerose, Schlaganfälle und vielleicht auch bestimmte Krebsarten heilen können.
1.3.1Im Gegensatz zum therapeutischen Klonen wird beim reproduktiven Klonen vor allem an Tieren geforscht, da die ethischen Probleme zu groß sind. Die Methode ist eigentlich die Selbe wie beim therapeutischen Klonen, nur dass man die Zellen einer Leihmutter einpflanzt, anstatt sie dazu zu bringen sich zu spezialisieren.
Allerdings ist es nicht so effizient, das bedeutet im Tierversuch benötigt man über 100 solche rekonstruierte Embryonen um wenigstens eine Lebendgeburt zu erzielen. Die Embryonen werden kurze Zeit in vitro (im Labor) kultiviert und dann in die dafür vorbereiteten Leihmuttertiere verpflanzt. Viele der Embryonen sterben bereits in der Kultur oder im Uterus ab. Die Effizient solche Versuche zeigen deutlich, dass das 'Umprogrammieren' der Erbsubstanz sehr schwer ist und unter 1% liegt.
1.3.2Zum Beispiel wurden für die Erzeugung des Klonschafs Dolly 277 Versuche benötigt. Des weiteren ist auch die Zahl der Fehlgeburten, bei geklonten Säugetieren, relativ hoch. Darüber hinaus gibt es unter anderem noch zu folgenden Nebenwirkungen, die auftreten könnten. Hohe Neugeborenen Sterblichkeit, geschwächtes Immunsystem sowie das „ Large-Calf-Syndrom“, das bedeutet ein erhöhtes Geburtsgewicht bei Klonkälbern, das auf die längere Schwangerschaft zurückzuführen ist. Methode Dolly: (siehe Abbildung)
1.4Die erzeugten Nachkommen sind, im Gegenteil aller Vorstellungen, nicht identisch mit ihren Kernspender. Obwohl sie genau die gleiche Erbsubstanz enthalten, werden sie durch Rekombination und anderen Vorgängen während der
-4-embryonalen Entwicklung verändert. Diese Änderungen sind auch zwischen den
1.5Nachkommen unterschiedlich. Bei einem Versuch in Deutschland wurden 5 geklonte Kälber erzeugt, die unterschiedliche rehbraune Flecken hatten. Das allein zeigt, in wie weit die Vorstellungen von Klonen in Gesellschaft und der Realität entfernt sind. Es kann daher nicht von geklonten Menschen oder Tieren gesprochen werden, die exakt wie ihr Kernspender aussehen.
Trotzt geringerer Effizient von reproduktivem Klonen, ist der Kerntransfer für
Tierzucht sehr attraktiv, weil sich damit gezielt genetisch veränderte Lebewesen erzeugen lassen. Die dazu notwendigen Eingriffe werden an der Kultur der somatischen Zellen vorgenommen. Diese werden überprüft, ob die genetische Veränderung tatsächlich stattgefunden hat. Wird danach der somatische Kerntransfer angewendet, so wird jede Zelle des entstehenden Lebewesens die selbe genetische Veränderung enthalten. Damit kann man Rinder erzeugen die wesentlich mehr Milch pro Tag geben oder gewisse Proteine, Enzyme und sogar medizinische Inhaltsstoffe in der Milch ergänzen. Bei solchen «transgenen Tieren» kann man von reproduktiven
Klonen nicht mehr sprechen.
2.
Aus diesen gewonnenen Erkenntnissen ergeben sich natürlich noch mehr ethisch relevante Fragen:
- Was passiert mit der Individualität des Menschen?
- Ab welchem Zeitpunkt ist ein Zellhaufen ein Lebewesen?
- Unter welchen Bedingungen, wenn überhaupt, könnte ethisch akzeptabel sein, Klontechniken in der medizinischen- oder tiermedizinischen Forschung zu benutzen?
- Ist das Klonen für die Forschung nach neuen Behandlungsmethoden zu erlauben?
- Werden (falls die Technik ausgereift ist) geklonte Menschen zu lebenden Ersatzteillagern?
- Kommt geklonten Menschen Würde zu?
-5-
(www.merian.fr.bw.schule.de)
-6-
Im folgenden werde ich vor allem auf die ethischen Aspekte, bezogen auf das reproduktive Klonen von menschlichen Individuen, beziehen.
3.Ethische Aspekte
3.1
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“, so beginnt das Grundgesetz. „Menschenwürde zeichnet den Menschen dadurch aus ,nicht auf einen Wert für etwas anderes reduzierbar zu sein. Sie ist Voraussetzung Rechte zu besitzen und zugleich Verpflichtung, grundlegende Rechte anderer zu achten Und sie ist das oberste Prinzip, das Moral und Recht verbindet. Falls nun das Klonen ein Verstoß gegen die Menschenwürde darstellt, wäre es grundsätzlich inakzeptabel“
(Graumann)
Aus dieser Formulierung stellt sich nun die Frage, ob einem geklonten Menschen auch diese Würde zu Teil wird? Da er die genetische Duplikation eines anderen Individuums wäre. Ist deshalb die Würde des Klons vielleicht schon „verbraucht“, da es schon jemanden gibt der sie besitzt? Genau kann man dies nicht sagen, da diese Situation noch nie vorkam. Es wäre wohl eher ein psychologisches Problem für den Klon, weil er weiß, dass er nur eine Kopie eines anderen ist.
3.2Aus jüdisch-christlicher sicht ist die menschliche Würde gottgegeben und zwar an jeden Menschen, da der Mensch als Ebenbild Gottes gilt und ihm deshalb eine besondere Stellung in der Natur zukommt. Schöpfungstheologisch ist deshalb das Klonen eines Menschen vollkommen abzulehnen. Der Mensch wäre nun nicht mehr als Ebenbild Gottes geschaffen, sondern als Ebenbild eines anderen Menschen „produziert“. Eine kleinere Strömung der Kirche versteht den Menschen wegen seiner Gottesebenbildlichkeit als von ihm gesandten Gestalter. Aus dieser sicht können verändernde Eingriffe nicht nur als ethisch zulässig angesehen werden, sondern auch als geboten, da sie von Gott für den Menschen so Vorbestimmt seien.
3.3
-7-Ein anderes relevantes Argument ist die Unnatürlichkeit eines Klons. Obwohl, wie bereits erwähnt, Klone auch auf natürlichem Weg auf diese Welt kommen können, stellt das gezielte klonen eines Menschen doch einen radikalen Eingriff in die Strukturen der menschlichen Fortpflanzung dar. Natürlich finden sich zu dieser Argumentation auch Gegenstimmen ein. Zum einen könne man nicht von der Unnatürlichkeit einer Handlung nicht auf ethische Unzulässigkeit schließen. Zum anderen greife der Mensch schon immer in die natürlichen Strukturen ein. Primär, vor allem in früheren Zeiten, um zu überleben. Des weiteren um die Vorstellung eines kultivierenden und gelingenden Leben zu verwirklichen. Deshalb geht mittlerweile nur sekundär um die Unnatürlichkeit, primär geht es darum einen potentiellen Werteverlust, der Werte, die unmittelbar mit der menschlichen Fortpflanzung verknüpft sind zu verhindern.
3.4Individualität
3.4.1Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Kontext ist die Individualität des Einzelnen. Ein geklonter Mensch teilt seine genetische Identität mit der des Zellspenders. Wird dadurch die menschliche Individualität in einer ethisch inakzeptablen Weise gefährdet? Eine Argumentation dagegen ist sicherlich, dass Klon und Spender, trotz gleicher genetischer Voraussetzung nicht exakt identisch sind. Ein Grund dafür ist der bisher noch bekannte Einfluss der mitochondrialen DNA. Außerdem kann es auch noch zu spontanen Mutationen an einigen Genen kommen. In der Regel sind diese Umstände allerdings sehr gering, so dass die genetische Zusammensetzung zwischen Ursprungorganismus und Klon zu größten Teilen Identisch ist.
-8-Ein zweites Argument verweist darauf, dass die menschliche Individualität nicht in der genetischen Konstitution aufgeht, obwohl sie mit Sicherheit einige Rahmenbedingungen vorgibt. Das entfalten der Individualität geschehe im Wechselspiel von Umwelt und eigener autonomer Selbstbestimmung, innerhalb dieser Rahmenbedingungen. Die menschlich Persönlichkeit ist nämlich nicht monokausal von der genetischen Konstitution abhängig. Deshalb ist auch die weit verbreitete Ansicht falsch, dass man durch die Duplikation eines verstorbenen, die Person „eins zu eins“ wieder herstellen könne. Kritiker dieses Arguments unterscheiden nun zwischen qualitativer und personaler Individualität. Menschliche Individualität geht ihrer Ansicht nach nicht in einer reinen qualitativen Einmaligkeit auf, sondern bestehe vor allem in der individuellen Selbstentfaltung des Menschen als sich selbst bestimmende Person. Genau diese personale Selbstentfaltung werde auf ethisch bedenkliche Weise beeinträchtigt, falls die eigene genetische Konstitution identisch mit der eines anderen ist und diese nicht wie bei eineiigen Z...
Das komplette Referat erhältst Du nach Eingabe Deiner E-Mail als kostenlosen Download.
Oder anmelden bzw. kostenlos registrieren.


