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Referat - Friedrich II., der Große (Belegarbeit) Hausarbeit


Dieses Referat wurde vom Mitglied DieBibi veröffenlicht. Pausenhof.de ist für die Inhalte der Veröffentlichungen der Mitglieder nicht verantwortlich.


Friedrich II., der Große
Die Geburt des Thronerbens
Friedrich II. von Preußen, auch genannt der Große, gilt als der bedeutendste Fürst des aufgeklärten Absolutismus* im Europa des 18. Jahrhunderts. Er war hoch begabt, hatte eine Vorliebe für das höfische Leben, Musik und französische Literatur und zeigte sich den Ideen der Aufklärung gegenüber aufgeschlossen.                                                                                                 
Im die Mittagszeit am Sonntag dem 24. Januar des Jahres 1712 wurde Friedrich II. im Berliner Königsschlosse, als viertes Kind des damaligen Kronprinzen        Friedrich Wilhelm I., der als ?Soldatenkönig? in die Geschichte einging, und seiner Kronprinzessin Sophie Dorothee, die Tochter des Kurfürsten von Hannover und Königs von England, geboren.
Besonders erfreut über die Geburt des   kleinen Friedrich war sein Großvater der König Friedrich I., da den Eltern schon zwei Söhne im zartem Alter gestorben sind. Mit Sorgen hatte der alternde König das Sterben seiner zwei Enkel erlebt und nun durften seine Augen dennoch den Nachfolger seiner Krone sehen, seine Hände durften ihn zur Taufe segnen. Und da er ein prachtliebender Herr war, so wurde bei der Taufe des Prinzen, die am 31.Januar 1712 statt fand, die ganze Pracht des preußischen Königshofes entfalten.                                               
Die sorglose Kindheit
Friedrich hatte 14 Geschwister, davon sieben Schwestern und 6 Brüder, davon sind vier kurze Zeit nach der Geburt verstorben.
Bis zu seinem siebten Jahr war der Kronprinz Friedrich in Frauenhänden. Die Obersthofmeisterin Frau von Kamecke hatte die Oberaufsicht und eine alte Französin, die verwitwete Frau des Obersten Rocoulles, war die Gouvernante des kleinen Fritz. So erlernte er schon in seiner Kinderstube die französische Sprache, die er so lieb gewann, dass er ihr dauernd treu blieb.
Sein Vater, Friedrich Wilhelm I., hatte genau Vorstellungen bei den Erziehungsregeln seines Sohnes. Er verlangte vom Prinzen Respekt und wahre Unterwürfigkeit gegen über Vater und Mutter, aber diese sollt ehrlich sein und niemals sklavisch und knechtisch. Ausdrücklich befahl der Soldatenkönig, dass man dem jungen Prinzen niemals mit seinem Vater drohe, sondern nur mit seiner Mutter. Mit Strenge verbot der König es, seinem Sohn zu schmeicheln, denn nichts sei Fürsten schädlicher als Schmeichelei. Vor allem Dingen aber hielt der König darauf und wies den Erzieher an, den Kronprinzen die wahre Liebe zum Soldatenstande einzuprägen und ihm darzulegen.
 
Die Erziehung des Prinzen
Als der junge Friedrich die Erziehung der Frauen entwachsen war, gab Friedrich Wilhelm ihm zwei militärische Erzieher, den Generalleutnant Graf Finckenstein und den Obersten von Kalkstein. Ihnen gesellte sich als Lehrer ein Franzose mit Namen Duhan de Jandrun dazu.
Für die Erziehung entwarf der König einen genauen Plan. Liebe zum Soldatenstand, Frömmigkeit des Herzens, Liebe und Furcht zu Gott, waren die Hauptgrundzüge und zusätzlich kam noch das wissenschaftliche Gebiet dazu.
Das Latein verbot der König, sosehr der Prinz sich auch danach sehnte, diese Sprache zu erlernen. Als er es dennoch später insgeheim versuchte, jagte der König mit erhobenem Krückstock den lateinischen Präzeptor davon. Dagegen sollte das Deutsche und Französische so gelehrt werden, dass der Kronprinz sich darin mündlich und schriftlich gut und kurz ausdrücken könne. Mehr Gewicht legte Friedrich Wilhelm schon auf die Rechenkunst, die Mathematik und Staatswirtschaft, sowie auf artilleristische Kenntnisse. Großen Wert legte der Vater vonFriedrich auf die Erlernung der Geschichte der letzten 150 Jahre.
An den Arbeitsplan des jungen Prinzen schloss sich eine genaue Einteilung der Wochentage. In dem Arbeitsplan des Jahres 1721, der im Frühherbst imJagdschloss Wusterhausen stattfand, ist folgendes fest gelegt:Vom Sonntag bis zum Sonnabend wird die Woche genau eingeteilt. Morgens soll der Prinz in Gegenwart des Erziehers und der Bedienten ein Morgengebet und das Vaterunser sprechen. Er soll laut und deutlich beten und darf kein Wort vergessen. Alsdann soll er sich hurtig anziehen und sich sauber waschen. Nur eine Viertelstunde lässt die väterliche Vorschrift für dies Geschäft Zeit, zu dem gehört auch noch das Schwänzen (Zopfdrehen), das Pudern usw. dazu. Selbst mit dem Frühstück soll der Prinz in dieser Viertelstunde fertig sein. Die gesamte Dienerschaft soll sich in des Prinzen Zimmer versammeln und nun soll das große Gebet und die Andacht abgehalten werden, zu welcher ein Lied gesungen werden soll. An Sonntagen will der König seinen Sohn mit zur Kirche nehmen und mit ihm zum Mittag Punkt 12 Uhr essen. Der Rest des Tages soll für Spiele und Bewegung im Freien dem Prinzen gehören. Um ½ 11 Uhr muss der kleine Friedrich nach einer Abendandacht im Bette liegen. An den Wochentagen muss der Prinz schon eine Stunde früher, nämlich um 6 Uhr aufstehen. Gebet, Andacht, morgens sowohl wie abends, bleiben dieselbe wie am Sonntag. Dann geht es ans Lernen. Von 7 Uhr bis 9 Uhr wird Geschichte gelehrt. Von 9 Uhr bis 11 Uhr ist Religion dran. Dann einige Stunden beim Vater und gemeinsames Mittagessen. Punkt 12 Uhr nachmittags setzt der Unterricht wieder ein. Zunächst Geographie und Unterweisung auf der Landkarte, wobei dem Prinzen die Macht und Schwäche, die Größe, der Reichtum, die Armut, der verschiedenen Länder und Staaten klarzumachen ist. Dann folgte Unterricht in der          Moral und danach werden deutsche Briefe geschrieben, wobei der Lehrer Duhan besonders darauf achten soll, dass der Prinz einen guten Stil bekomme. Um 17 Uhr wird der Unterricht geschlossen und der Prinz darf dann, nachdem er sich die Hände gehörig gewaschen hat, seinen Vater begrüßen. Er darf dann tun, was er will, mit der Einschränkung: ?Wenn es nicht gegen Gott ist?. So ist der Arbeitsplan, die Unterrichtzeit und alles, was zur Erziehung gehört, vom König Friedrich Wilhelm wohlweislich eingeteilt und bis auf die Minute festgelegt.
 
Beginn des Konfliktes zwischen Vater und Sohn
So tat der König Friedrich Wilhelm alles, um seinen Sohn Friedrich zu einem König zu erziehen, wie er selbst einer war, zu einem arbeitsamen, tüchtigen Mann, wohl unterrichtet in allen praktischen Dingen des Lebens und stramm als Soldat. In der Tat zeigte der Prinz um jene Zeit auch das natürliche Interesse eines Knaben am Soldatenspielen, auch wenn der König ab und zu aufbrauste und übermangelnde Sauberkeit im Anzug zornig war, so ging es doch im großen und ganzen gut. Mancher in der Umgebung des königlichen Hofes, fand das die Erziehung des Kronprinzen allzu straff sei. Graf Seckendorf, der Gesandte des Wiener Kaiserhofes, welcher eine besondere Vertrauensstellung zu König Friedrich Wilhelm hatte, meinte zweifelnd: ?Ob der König schon den Prinzen herzlich liebt, so ermüdet er ihn dennoch mit Frühaufstehen und Strapazen den ganzen Tag dergestalt, dass er bei seinen jungen Jahren so ältlich und steif aussieht, als ob er schon viele Feldzüge mitgemacht hätte.? Als dann gewisse Neigungen des jungen Friedrich gar zu sehr von den Grundsätzen des Vaters abwichen, kam es zu einem schlimmen Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn. Der Prinz zeigte lebhafte Neigung zu französischen Büchern. Er liebte es, sein Haar nach der Mode der Franzosen zu frisieren und trug, wenn der Waffendienst ihm es zu ließ, französische Kleider, Schlafröcke aus blauem Samt und dergleichen. Friedrich liebte das Flötenspiel, da ihm eine große musikalische Begabung angeboren war. Von alledem wollte der König nichts wissen. Friedrich Wilhelm fühlte sich durch und durch als deutscher Fürst und hasste alle französischen Sitten, deshalb wollte er seinen jungen Sohn mit Gewalt davon abhalten, jenem französischen Wesen sich hinzugeben. Es gibt kein Zweifel, dass Kronprinz Friedrich, je älter er wurde, desto mehrgerade an geistiger Beschäftigung, an der Musik, an geistreicher Unterhaltung seine Lust fand und den militärischen Neigungen seines Vaters gegenüber Gleichgültigkeit, ja sogar Abneigung zeigte. Die körperlichen Übungen, Reiten, Schießen und Jagen vernachlässig er gegenüber dem Lesen französischer Werke, dem geliebten Flötenspiel und anderen Zerstreuungen. Je mehr sich Friedrich dem Vater entfremdete, desto mehr nahm sich seine Mutter Sophie Dorothea seiner an. Sie hatte als die Tochter des Kurfürsten von Hannover eine sehr gute französische Bildung genossen und fühlte sich selbst an dem soldatisch einfachen preußischen Hofe nicht besonders glücklich, zwar liebte König Friedrich Wilhelm seine Sophie, die er    im Familienkreis sein ?Fiechen? zu nennen pflegte, von ganzem Herzen, aber um so bitterer mochte der heißblütige Mann es empfinden, dass die Mutter seiner Kinder sich in Erziehungsfragen nur zu häufig auf die Seite ihres Sohnes stellte.
 
Heiratspläne der Mutter
Bald kam auch eine Heiratsgeschichte zu Gespräch. Der Bruder der Königin Sophia Dorothea, König Greog II. von England, hatte ziemlich gleichaltrige Kinder wie seine Schwester, und nun wünschte die Königin von Herzen, dass die preußischen Königskinder sich mit dem Prinzen und der Prinzessin von England wechselseitig verheiraten möchten. Der König wollte aber seine Zustimmung nicht geben. Es waren der österreichische Graf Seckendorf und der erste Minister des Königs, General von Grumbkow, welche Friedrich Wilhelm I. von dieser englischen Heirat abrieten. Denn der österreichische Kaiserhof wünschte eine solche Verbindung aus politischen Gründen nicht.
 
Fluchtversuch und Verhaftung des Kronprinzen
Die Differenzen zwischen Vater und Sohn gipfelten 1730 in einem Fluchtversuch des achtzehnjährigen Friedrichs, der jedoch scheiterte. Friedrich kam in Küstrin in Festungshaft und wurde zeitweilig seines Status als Kronprinz enthoben. Der königliche Vater leidet unendlich darunter. Er glaubt sich von aller Welt verraten und war der das England und Frankreich mit dem Prinzen gegen ihn im Bunde seien. Doch das ganze war schließlich nichts weiter, als ein unüberlegter Jugendstreich eines schwer gekränkten jungen Prinzen, der die väterliche Behandlung nicht ehr ertragen zu können glaubte. König Friedrich Wilhelm selbst ordnete die Fragestellung bei der Untersuchung gegen den Kronprinzen und seinen          Helfer den Leutnant von Katte an. In dem Protokoll, welches der König beantwortet zu haben wünschte, standen 185 Fragen. In Küstrin trat die Kommission zusammen, vor welcher sich der Prinz zu verantworten hatte. Der König wollte durch die Fragestellung aus dem ?bösen Friedrich? jedes kleinste Geheimnis herausholen. Aber mit freier Stirn und kluger Antwort stand dieser achtzehnjährige Prinz vor den gereiften Männer, kein Wort zu viel,  keins zu wenig kam über seine Lippen. Indes der König zürnte schwer. Er setzte ein Kriegsgericht ein über die Schuldigen. Das Kriegsgericht trat in dem alten, grauen Schloss zu Köpenick zusammen. Drei Generalleutnants, drei Obersten, drei Oberstleutnants, drei Majors und drei Kapitäne unter dem Vorsitz des alten Generals Achaz von der Schuldenburg. Das Kriegsgericht lehnte einstimmig jeden Eingriff in die königliche Gewalt und jedes Gericht über den Kronprinzen und zukünftigen Landesherrn ab. Dagegen wurde über die Mitwisser und Genossen gerechter Spruch gefällt. Der aus Wesel entflohene Leutnant von Keith wurde wegen vollendeter Desertion zum Galgen verurteilt und zwei andere Leutnants, die in irgend einer Weise verwickelt waren, wurden kassiert und mit Festung bestraft. Den Leutnant von Katte verurteilte die Hälfte der Richter zum Tode durch das Schwert, die andere Hälfte zu lebenslänglichem Gefängnis. Das mildere Urteil galt. Es wurde dem König eingereicht, aber Friedrich Wilhelm sandte zornig die Akten zurück und befahl ein anderes Urteil über Katte. Das Kriegsgericht saß nun zum zweiten Male zusammen und ihr Spruch blieb trotzdem derselbe. Der alte General Achaz von der Schuldenburg schrieb an den Rand der königlichen Kabinettsordner das Bibelwort aus den Büchern der Chronika: ?Gehet zu, was Ihr tut, denn Ihr haltet das Gericht nicht den Menschen, sondern dem Herrn.? Aber König Friedrich Wilhelms Ansichten war der seines Generals entgegen. Er hielt das Verbrechen Kattes für ein Majestätsverbrechen und verurteilte ihn aus königlichen Recht zum Tode durch das Schwert. In der Frühe des 6. November 1730 erhielt Kronprinz Friedrich in seiner Gefängniszelle von zwei Offizieren die Nachricht, dass die Hinrichtung Kattes beschlossen sei und das sie auf Befehl des Königs vor den Fenstern des Kronprinzen stattfinden sollte. Als der dumpfe Trommelklang anzeigte, dass Katte zu Tode schritt, trat Friedrich ans Fenster. Schon stand der geliebte Freund im Kreis der Soldaten, vor ihm der Scharfrichter,            der das Urteil verlas und etwas abseits im roten Mantel, der Scharfrichter. Der erschütterte Kronprinz warf dem Freund einen Kusshand zu und rief laut schreiend: ?Pardonnez moi, mon cher Katte!? (?Verzeihe mir, mein teurer Katte!?). Worauf Katte zurückrief: ?La mort est douce pour un si aimable prince!? (?Der Tod ist süß für einen so liebenswürdigen Prinzen !?). Bis zur letzten Minute hoffte man auf einen königlichen Gnadenerlass, er traf aber nicht ein. Das Haupt Kattes fiel und der Kronprinz sank den Offizieren, die  bei ihm waren, in die Arme. Wieder zu sich gekommen, war Friedrich während des ganzen Tages nicht vom Fenster wegzukriegen. Er starrte fortwährend auf jene Stelle, wo Kattes toter Körper mit einem schwarzen Tuch bedeckt lag. Bevor der Kronprinz sein Gefängnis verlassen durfte, verlangte der König einen besonderen Eid: ?Dass er wolle streng und gehorsamlicht dem Willen des Königs nachleben und in allen Stücken tun, was einem getreuen Diener, Untertan und Sohn zukomme und gebühre, wofern er aber wieder umschlüge und auf die alte Sprünge kommen würde, sollte er der Krone, der Kurwürde und der Thronfolge verlustig sein.?
 
Die Zeit in Küstrin
Der Kronprinz wurde von nun an auf der Kriegs- und Domänenkammer beschäftigt, um die innere Verwaltung kennen zu lernen. Friedrich zeigte einen in jeder Beziehung großen Eifer, vorwärts zu kommen, aber noch blieb ihm viel verboten. Er durfte keine Briefe schreiben, bis auf solche an den König und die Königin, jeden Monat einen. Er durfte weder Musik      treiben, noch solche anhören und er durfte nie über Politik sprechen. Zum Lesen wurden ihm nur die Bibel, das Gesangsbuch und ein frommes Andachtsbuch erlaubt. Der König war der Meinung, dass die vielen französischen Bücher, die sich in Friedrichs Bibliothek vorfanden, schlecht auf seinen Sohn eingewirkt hätten. Ein ganzes Jahr verging, bis sich der König entschloss den ?Bösewicht Fritz? zu besuchen.
Am 15. August 1731 kam Friedrich Wilhelm nach Küstrin und ließ seinen Sohn vor sich kommen. Bei diesem Treffen empfand Friedrich zum erstenmal den warmen Herzschlag des Vaters und spürte, dass neben harter Strenge doch auch viel Sorge und Liebe für ihn in seinem Herzen steckt. Aber noch musste der Kronprinz Friedrich einige Monate in Küstrin verbleiben. Ende November konnte Friedrich endlich nach Hause fahren um der Hochzeit seiner Schwester Wilhelmine mit dem Erbprinzen von Bayreuth dabei zu sein. Seine Küstriner Dunkelzeit war vorbei, er wird aus der Haft freigelassen. Friedrich plötzliches Erscheinen ergab eine erregte Szene ab. Die königliche Mutter und die Schwester konnten es kaum fassen. Als auch der König bewegt sein Taschen zuckte, war bald ein allgemeines Schluchzen und Weinen im Saal. Kronprinz Friedrich musste trotz seiner Freilassung nach Küstrin zurückkehren. Diese Küstriner Zeit ist später für den König Friedrich von großer Wichtigkeit gewesen. Sein heller Geist gewann tiefe Einblicke in die Verwaltung des Staates. Er lernte zuerst in Küsterin die Tüchtigkeit und den Erfolg der unermüdlichen Arbeit seines Vaters erkennen.
 Die Vermählung
Der König fand das es   nun Zeit war seinen Sohn zu verheiraten, auch um englischen Heiratspläne ein für allemal ein Ende zu beenden. Auch in dieser so Frage musste der Kronprinz seinem Vater gehorchen. Die        Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern war die Ausgewählte, auf die Wahl des Königs fiel. Friedrich gab ohne Murren nach, obgleich er sich innerlich tief unglücklich fühlte. Zu einem Vertrauten sagte er einmal: ?Ich habe keine Abneigung gegen die Prinzessin, sie ist ein Herz und ich will ihr nichts Böses, aber ich werde sie nie lieben können!?
Am 12. Juni 1733 fand zu Salzdahlum in Braunschweig die Hochzeit des Kronprinzenpaares statt. Der Vater Friedrich Wilhelm I. stellte dem jungen Paar zunächst das Berliner Kronprinzenpalais und dann das Schloss Rheinsberg zur Verfügung. Hier auf Schloss Rheinsberg, weitab von Berlin, frönt Friedrich seinen Leidenschaften. Musizieren, Philosophieren, Diskutiere, Schreiben, Champagnerfeste, Maskenbälle, Konzerte, Theateraufführungen wechseln am Rheinsberger Hof einander ab. Alles ohne höfische Etikette, ein fast demokratischer Musenhof. Zum Hofstaat gehören Bürgerliche, Adlige, einfache  Soldaten, Musiker und Künstler.
Friedrich und Voltaire
1736 begann er einen Briefwechsel mit dem französischen Aufklärer  Voltaire: ?Mein Herr, obwohl ich nicht das Glück habe, sie persönlich zu kennen, so sind Sie mir nicht weniger  bekannt durch Ihre Werke. Die Unterstützung, die Sie allen zukommen lassen, die sich den Künsten und  Wissenschaften widmen, lassen mich hoffen, dass Sie mich nicht aus der Zahl derer ausschließen werden, die Sie Ihrer Bekehrung würdig finden. Ich wage sogar zu behaupten, dass es in der ganzen Welt niemand gibt, dessen Lehrmeister Sie nicht sein könnten. Daher habe ich ein glühendes Verlangen, alle Ihre Werke zu besitzen. Diese sind eine Schule der Moral, in der man denken und handeln lernt.? (Otto Bardong [Hrsg.], Friedrich d. Große, Darmstadt 1982, S. 60 ?63). Voltaire antwortet darauf dem Kronprinzen: ?Es bereitet mir ein tausendmal reineres Vergnügen, einen Fürsten zu finden, der wie ein Mensch denkt, einen Philosophenfürsten, der die Menschen glücklich machen wird. Die wirklich guten Könige sind nur die, welche wie Sie damit beginnen, sich zu bilden, ihre Mitmenschen kennen zulernen, die Wahrheit zu lieben, Verfolgung und Aberglauben zu verabscheuen. Ein Fürst, der so denkt, kann seine Staat das Goldene Zeitalter zurückbringen.? (Otto Bardong [Hrsg.], Friedrich d. Große, Darmstadt 1982, S. 60 ?63).
Wie Voltaire waren auch andere von dem Prinzen beeindruckt, den man nun ?die aufgehende Sonne? nannte. Für Friedrich II. ist Voltaire der bedeutendste Mann des Jahrhunderts. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Freundschaft, die später auch in eine kleine Schwärmerei übergeht. 1750 entschließt sich Voltaire die Stelle eines Kammerherren in Sanssouci anzunehmen. Ein bekömmliches Gehalt von 5000, freie Wohnung, freie Tafel und Equipage haben den als habsüchtig geschilderten 56-jährigen Starautoren überzeugt. Später trübt sich das Verhältnis der beiden, da sich Voltaire selbstsicher in politische Vorgänge  einmischt, betrügerische Finanzgeschäfte tätigt und, zum Ärger des Königs Friedrich II., eine böse Satire gegen den Präsidenten der Berliner Akademie, Maupertius, veröffentlicht. Friedrich lässt die Schrift öffentlich verbrennen. Das Zerwürfnis eskaliert, als Voltaire am 26.März 1753 den Hof verlässt und heimlich einen Band Gedichte des Königs entwendet, um sie mit Gewinn drucken zu lassen. Der König schickt Emissäre* hinter dem Schriftsteller her, die ihn in Frankfurt/Main festhalten, und nicht nur die Gedichte, sondern auch den Kammerherrenschlüssel und einen Orden zurückfordern. Ein hässlicher publizistischer Kleinkrieg beginnt.
Tod des Vaters
Der Soldatenkönig ist einer, der nichts dem Zufall überlassen will. Deshalb hat er für seinen Tod penible Anweisungen verfasst. Er legte fest, dass sein Körper geöffnet und untersucht werden soll, aber nichts soll entnommen werden. Ferner entwirft er  ein genaueres Szenarium, wer was beim Leichenbegräbnis zu tun haben soll. Nachdem er am 31. Mai 1740 im Potsdamer Stadtschloss an Wassersucht gestorben ist, läuft alles nach seinen Szenario ab. Verantwortlich dafür ist Kronprinz Friedrich II., der die Nachricht vom Tod seines Vaters auf Schloss Rheinsberg erreichte.
Die Beisetzung erfolgt am 4. Juni in der Garnisonkirche zu Potsdam, am 22. Juni findet die Leichenfeier statt.
 
Übernahme der  Regierung
Nach dem Tod des Königs 1740 bestieg Friedrich den Thron und begann sein kleines, armes und sehr rückständiges Land zu modernisieren. Modern im Sinne der Aufklärer war seine Religionspolitik. Er tolerierte alle Religionen und achtete darauf das niemand einen unterdrückt wegen seiner Religion, jeder solle nach seiner Fasson selig werden. Sein Ziel war es, dadurch die Einwanderung von Bauern aus dem Ausland in das immer noch dünn besiedelte Preußen zu fördern. Um neues Ackerland zu gewinnen, ließ der König Sumpfgebiete an der Oder trockenlegen; so entstanden über 900 neue Dörfer. Die Wirtschaft ordnete Friedrich nach den Regeln des Merkantilismus*. Er förderte vor allem den Kartoffelanbau, denn hungernde Untertanen waren als Soldaten nicht zu gebrauchen. Wertvolle Rohstoffe, wie die Seide für die Kleidung der Adligen, sollte nicht mehr importiert, sondern in Preußen erzeugt werden. Um das Geld im Land zu behalten, wurden die Untertanen aufgefordert, statt des eingeführten Kaffees mehr einheimisches Bier zu trinken. Bei seinen Reformen zog der König zwar Berater heran, die Entscheidung aber traf er allein. Von Gelehrten ließ der König die Gesetze in den verschiedenen Provinzen Preußens in einer verständlichen Weise aufschreiben. Er schaffte die Folter, mit der man Verdächtige zu Geständnissen zwang, weitgehend ab. Friedrichs Gesetz war es niemals in den Lauf des gerichtlichen Verfahrens einzugreifen, denn  in den Gerichtshöfen sollten die Gesetze gesprochen werden und nicht vom Herrscher bestimmt werden. Doch nicht immer hielt er sich daran.
 
Erster Schlesische Krieg
Nach der Regierungsübernahme 1740 begann er unverzüglich mit dem Ausbau der preußischen Machtstellung. Im gleichen Jahr wurde Maria Theresia, nach dem Tod ihres Vater Kaiser Karl VI., Erzherzogin von Österreich. Friedrich forderte von Österreich sogleich unter dem Vorwand bestehender preußischer Teilansprüche die Abteilung Schlesiens an Preußen. Als Gegenleistung war er bereit die Pragmatische Sanktion* anzuerkennen, auf deren Grundlage Maria Theresia das österreichische Land geerbt hatte. Ohne die Antwort von Maria Theresia abzuwarten, marschieren am 16.Dezember 1740 15.000 preußische Infanteristen und 5000 Berittene in Schlesien ein. Die Skizze für den Einmarsch fertigt der König selbst an. Am 22.12. besetzen die Preußen Glogau, am 27.12. Bunzlau, am 1.1.1741 sind sie bereits in Breslau. In den besetzten Gebieten werden sofort zur Finanzierung des Feldzuges notwendige Steuern erhoben, Zwangswerbungen finden statt, aber auch die verwaltungsmäßige Eingliederung beginnt umgehend. So hat Friedrich II., als sich Maria Theresia vom ersten Schock erholt hat und nach Koalitionen Ausschau hält, bereits Tatsachen geschaffen. Schlesien ist nun preußisch. Wer es zurückhaben will, muss es erobern!
Am 10. April kommt es südlich von Breslau zur ersten Schlacht im ersten schlesischen Krieg. Es ist die erste Schlacht, die der junge König Friedrich II. führt und er hätte sie fast verloren und damit das Schicksal Preußens und sein eigenes besiegelt. Der König verschenkt kostbare Zeit, als er das preußische Heer schulmäßig aufmarschieren lässt. Die Österreicher scheinen zu siegen, der König bringt sich auf Drängen seines Generals Schwerin in Sicherheit. Schließlich rettet die gedrillte schnellschießende preußische Infanterie* die Schlacht. Die preußische Infanterie gilt von nun an als die beste der Welt. Noch in Mollwitz bieten sich die Franzosen als Bündnispartner an. Wie berichtet wird hat Friedrich für den Dankgottesdienst nach der Schlacht folgende Bibelverse, an Wien adressiert, ausgesucht: "Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. Einem Weibe aber gestatte ich nicht, dass sie mich lehre, auch nicht, dass sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei.? Bekannt als Weiberfeind meint der König im Vorteil zu sein, weil sein Gegner eine Frau ist. Er hat die Entschlossenheit der Wiener Kaisertochter unterschätzt. Maria Theresia verteidigt ihre Ansprüche: ?Ich will lieber das Kleid am Leibe als Schlesien missen!?
Ein gefundenes Fressen für die Karikaturisten. "De Koninginne van Hongaryen entkleedt? titeln die Niederländer und "The Queen of Hungary stript" die Engländer. Das Blatt findet reißenden Absatz. "What will you leave me, nothing?" fragt die Wiener Kaisertochter, "I must have your low countries," antwortet der Preußenkönig. Die frivole Karikatur ist eine Ohrfeige für die prüde strenge Katholikin Maria Theresia, treue Ehefrau und Mutter. Zum Verlust ihres Besitzes gesellen sich noch Schmach und Schande. Die Feindschaft zwischen dem ?bösen Mann in Berlin", wie sie ihn nennt und der ?Königin von Ungarn", wie er sie bezeichnet, ist von nun an  unversöhnlich.
Im Sommer 1741 hatten sich die Koalitionen erneut geändert. Im Nymphenburger Vertrag hatten sich Frankreich, Spanien, Bayern, Sachsen mit Preußen gegen Österreich verbündet.
Am 6.November 1741 zieht Friedrich an der Spitze seiner Truppen in Breslau ein. Am 7.November 1741 huldigen* die Stände von Breslau notgedrungen dem neuen Regenten. Da kein angemessener Thronsessel zur Hand ist, behelfen sie sich mit jenem, auf dem zuletzt Kaiser Matthias gehuldigt wurde. Dem Reichsadler wird der zweite Kopf abgesägt, eine Aktion, die symbolisch für den Souveränitätsverlust der Stadt ist. Schlesien erhält zwar eine eigene Provinzialverwaltung, sie wird aber direkt unter der Fuchtel des Königs stehen.
Nach erneut wechselnden Bündnissen und nicht nur gewonnenen Schlachten endet der erste schlesische Krieg für Preußen ein Jahr später mit den Verträgen zu Breslau und Berlin. Hierin bestätigt Österreich am 11. Juni 1742 in Berlin und am 28. Juli 1742 in Breslau den preußischen Besitz von Ober- und Niederschlesiens und der Grafschaft Glatz. Im Gegenzug übernimmt Preußen die österreichischen Schulden in Schlesien in Höhe von 1,7 Millionen Gulden. Schlesien, mit 1,4
Millionen Einwohnern und jährlichen Steuereinkünften von viereinhalb Millionen Talern, wird von einem Staatsminister verwaltet, der direkt dem König unterstellt ist.
Zweiter Schlesische Krieg
1744 erwarb Friedrich Ostfriesland, nachdem dessen Herrscher ohne Erbe verstorben war. Im selben Jahr noch löste Friedrich den zweiten Schlesischen Krieg mit Österreich aus. Der zweite Schlesische Krieg geht auf einen Präventivangriff zurück, da Friedrich vermutete, dass Maria Theresia, nun wo sie ihre Herrschaft gesichert und alle ausländischen Ansprüche auf ihre Monarchie gesicherte hatte, versuchte das geraubte Schlesien zurückzuerobern. Friedrich versuchte durch eine Offensive nach Böhmen hinein zugelangen und einen schnellen Sieg zu erringen. Da die Österreicher geschickt auswichen und die preußischen Nachschublinien bedrohten, musste sich seine lebensgefährlich bedrohte Armee wieder aus Böhmen zurückziehen.
Als Anfang Juni eine österreichisch-sächsische Armee in die Schlesische eindringen wollte, fiel Friedrich sie bei Hohenfriedberg aus der Bewegung und nächtlichem Anmarsch an und errang einen glänzenden Sieg. Der Versuch, der Verbündeten Sachsen und Österreicher direkt in das preußische Kerngebiet einzudringen, wurde abgewehrt. Daraufhin rückte Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, auch der ?Alte Dessauer? genannt, in Sachsen ein und vernichtete die dort stehende Hauptmacht des Gegners bei Kesselsdorf. Die anschließenden Friedensverhandlungen führten wenig später zum Frieden und schrieben den Verlust Schlesiens für Österreich fest.
Dennoch wurde hier schon der Keim gelegt für den nächsten Schlesischen Krieg. Hass und Rückeroberungsabsichten auf der Seite Maria Theresias, sowie Verachtung, Spott und Misstrauen auf der Seite Friedrichs waren die Saat für den Siebenjährigen Krieg. Mit den Siegen über Österreich verschaffte sich Fri...

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