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Referat - Stadtökologie


Dieses Referat wurde vom Mitglied onkelzkrie veröffenlicht. Pausenhof.de ist für die Inhalte der Veröffentlichungen der Mitglieder nicht verantwortlich.


Vortrag
 
 
1. Einleitung
 
Die Stadt wird als ein vom Menschen geschaffenen Lebensraum betrachtet.
Die noch heutzutage akzeptierte Anschauung ist, dass man diesen künstlichen Lebensraum (Stadt) vom natürlichen Lebensraum (Natur) unterscheiden kann, weil eben die Natur frei von menschlichen Eingriffen ist. Die städtischen Umweltbedingungen bilden jedoch für verschiedene Lebensformen - Flora und Fauna - oder deren Lebensgemeinschaften, neue Lebensräume. Die Erscheinung und Anpassung dieser neuen Lebensformen in der Stadt - also im scheinbar künstlichen Lebensraum - ist aber ein natürlicher Prozess, der vom Menschen nicht beeinflusst wird und meist auch nicht beeinflusst werden kann.
 
Deswegen stellen sich mehrere Fragen: kann man das Ökosystem Stadt nicht nur als „künstlich“, sondern auch als „natürlich“ definieren. - oder umgekehrt - inwiefern ist die vom Menschen errichtete und gestaltete Natur in der Stadt noch natürlich.
 
In unserem Referat versuchen wir diese Fragestellung näher zu beleuchten, indem wir einerseits den Begriff Stadtökologie erläutern und andererseits die Stadt als Ökosystem anhand der ökologischen Gliederung beschreiben. Mit der Einbindung eines konkreten Fallbeispiels wird die Umsetzung eines umweltverträglichen Stadtentwicklungskonzeptes vor Augen geführt und eine Diskussion über die heutige Problematik der Stadtökologie und der zukunftsorientierten Konzepte angeregt, die den Konflikt Natur – Kultur und Natur – Stadt lösen wollen.
 
 
2. Was ist Stadtökologie?
 
Die Wissenschaft, die sich mit dem Ökosystem „Stadt“ beschäftigt, ist die Stadtökologie.
 
Stadt: Lebensraum für viele Menschen                                   
Ökologie: Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und ihrer unbelebten Umwelt
 
Die Stadtökologie beschäftigt sich einerseits mit der gewohnten Bestandsaufnahme eines Ökosystems, d.h. eine Analyse von Klima, Boden, Grundwasser, offene Gewässer sowie der biotischen Komponenten der Flora und Fauna. Die Untersuchung des menschlichen Einflusses in der Stadt und die Fähigkeit ihn zu erkennen, ist ein weiteres Charakteristikum der Stadtökologie.
 
Ziel der Wissenschaft Stadtökologie ist es, eine Verbesserung der Lebensbedingungen
und einer dauerhaften, umweltverträglichen Stadtentwicklung zu erreichen.
 
 
3. Geschichte der Stadtentwicklung
 

Über viel Jahrhunderte prägten bäuerliche Kulturlandschaften das Landschaftsbild
In Mitteleuropa begann die Umgestaltung der Naturlandschaften vor etwa 1500 Jahren
Natürliche Ökosysteme (Wildnis, Ödland) wurden zurückgedrängt und durch künstliche anthropogen beeinflusste Systeme ersetzt à Ursache: Stadt als wirtschaftlichen Knotenpunkten, da fahrende Händler und Reisende ihre Fahrten unterbrechen mussten, Bevölkerungswachstum, Arbeitsplätze, Landflucht
Industrialisierung hatte Verstädterung zur Folge und die damit verbundene Phase des intensiven Landschaftsverbrauches, aus Agrargesellschaft wird im Verlauf der Industrialisierung eine Industriegesellschaft
Über Jahrhunderte entwickelte sich das typisch städtische: das gehäufte, verdichtete Auftreten von zahlreicher anthropogener Nutzungen: Wohnen, Industrie, Handel, Verkehr und Administration
Der Mensch passt sich nicht dem Lebensraum Stadt an, sondern gestaltet ihn nach seinen Vorstellungen, die durch Tradition, Politik, wirtschaftliche Verhältnisse und sogar Modetrends bestimmt werden. Allgemein nimmt der menschliche Einfluss vom Stadtrand zum Stadtzentrum hin zu.
 
4. Das Ökosystem Stadt
 
Städtische Ökosysteme haben eine Reihe von Eigenschaften. Da die Stadt kein einheitliches Ökosystem sondern ein Ökosystemkomplex ist, ergibt sich die Notwendigkeit einer ökologischen Gliederung und einer Beschreibung der vorhandenen Biotoptypen.
 
4.1 Trockengebiete
 
Die Stadt ist tatsächlich ein Trockengebiet. Durch die Versiegelung der Bodenoberfläche gelangt nur wenig Regenwasser in den Untergrund, da es direkt in die Kanalisation und damit zum Vorfluter geleitet wird. Zusätzlich wird der Grundwasserspiegel unter einer Stadt künstlich abgesenkt um Bauwerke zu erstellen oder Wasser von ihnen fernzuhalten. Dies senkt den Grundwasserspiegel zum Teil erheblich ab. Eine Grundwasserneubildung wird durch den stark verdichteten Stadtboden verhindert. Des Weiteren sorgt eine hohe Verdunstung und ein geringer Anteil von Flora und Fauna für die trockenen Verhältnisse einer Stadt („Wärmeinsel“).
 
4.2 Wärmeinseln
 
Die Stadt erwärmt sich durch zweierlei Faktoren stärker als das Umland. Durch die Steinmassen der städtischen Baukörper und die Straßenflächen sind die Städte zu künstlichen, wasserabweisenden Felslandschaften geworden. Die Steinmassen speichern Sonnenenergie. Durch dessen Backofeneffekt wird der Stadtkern um 4–11°C überhitzt.
 
Durch Emissionen von Industriebetrieben und durch Abgase aus Straßenverkehr bildet sich Smog. Durch die erhöhte Lufttrübung über der Stadt wird die Wärmestrahlung verstärkt reflektiert, was zu einer zusätzlichen Erwärmung führt. Diese zusätzliche Wärme kann oftmals nicht abgeführt werden, da die vorhandene Bebauung die Luftgeschwindigkeit und –zirkulation reduziert
 
Eine weitere Wärmequelle ist der Energieverbrauch durch den Menschen. Alle städtischen Nutzungen setzen Wärmeenergie frei, durch Heizung von Räumen oder Produktion von Gütern, wie auch zum Beispiel Strom.
 
4.3 Kalkinseln
 
Unter Kalkinseln im Stadtgebiet versteht man alkalische Böden, die durch die Anreicherung von Kalk entstanden sind. Diese Anreicherung entsteht hauptsächlich durch die Ablagerung von Bausschutt, der einen hohen Anteil von Kalkmörtel und anderen Bestandteile, die Kalk enthalten, besitzt. Kalkstein ist ein wichtiger Rohstoff, der u. a. in der Eisen- und Stahl-, Zement-, Düngemittel- und Glasindustrie Verwendung findet. Auch als Bausteine und Schotter wird Kalkstein häufig eingesetzt.
 
4.4 Häufungsgebiete von nichteinheimischen Pflanzen (Parkanlagen) und Tieren (Haustiere)
 
5. Stadtökologie - Probleme
 
Laut Statistik nimmt jedes Jahr die Landbevölkerung der Industrieländer ab und die Stadtbevölkerung um 1-2% zu. In den Entwicklungsländern nimmt sogar die städtische Bevölkerung zwischen 4 und 6% zu. Laut UNO sollen deshalb im Jahr 2000 schon mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten leben. Da die Stadt ein vollständig durch den Menschen geschaffenes Ökosystem ist, das nur durch hohe Stoff- und Energiezufuhr vital gehalten werden kann, resultieren daraus auch gewaltige Probleme in der Bewältigung infrastruktureller, sozialer sowie ökologischer Belange.
 
 




Ökosystem Stadt
 

Folge 1

Folge 2

Folge 3


dichter Straßenverkehr

Lärm, hohe Abgasdichte
 
 
stärkere Erwärmung
 
im Winter Salzstreuung nötig

Gesundheitsschäden für Mensch,
 
höhere Verdunstung
 
Erhöhung des ph-Wertes

 
 
 
 
 
Zerstörung der Vegetation an Straßenränder
 


hoher Industrieanteil
 

Emission, Smog, Grundwasserverschmutzung, Abfälle, saurer Regen
Abwässer belasten Flüsse (Schwermetalle),
 
 
Staub- und Dunstglocken

Zerstörung von Pflanzen, gesundheitsschädigend für Mensch
 
 
 
 
absorbieren einen großen Teil der UV-Sonnenstrahlung, dadurch wird Bildung von Vitamin D herabgesetzt

 
 
 
 
 
 
 
Erkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen


Müll, Abfälle

Ungeziefer, Bakterien Grundwasserverschmutzung

Bakterien, Zerstörung von Pflanzen

 


dichte Bebauung

Blockade des Luftmassenaustausches
(keine frische und feuchte Luft aus dem Umland),
 
stärkere Erwärmung,
 
schränken das Wurzelwachstum ein und weisen eine reduzierte Wasserdurchlässigkeit auf

Smog, schlechte Atemluft
 
 
 
geringere Abkühlung in der Nacht
 
Baumsterben

 


Kalkinseln

Grundwasserverschmutzung, Gewässerverunreinigung,
 
Erhöhung des ph-Wertes,
nährstoffarm und trocken, da das Wasser mit den Nährstoffen leicht abfließen kann (erhöhter Oberflächenabfluss)
 

Bakterien, ...


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