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Referat - Facharbeit Erdkunde Hausarbeit


Dieses Referat wurde vom Mitglied maryschatz veröffenlicht. Pausenhof.de ist für die Inhalte der Veröffentlichungen der Mitglieder nicht verantwortlich.


 
Wirtschaftliche Nutzung des Reichswaldes
 

Facharbeit in Erdkunde
 
Erstellt von Marina Kroße
 
Jahrgangsstufe 12, 2005
 
 
Inhaltsverzeichnis
 
 
1          Einführung
1.1              Geographische Lage und Größe
1.2              Böden
1.3              Geschichtlicher Hintergrund
 
2                    Wasserwirtschaftliche Nutzung
2.1       Versorger/Verbraucher
2.2       Aufbereitung des Wassers in den Wasserwerken
2.3       Qualität des Wassers
 
3                    Forstwirtschaftliche Nutzung
3.1              Baumvorkommen
3.2              Nutzung
3.3              Schäden
 
4                    Tourismus
4.1       Allgemein
4.2              Entstehung des Reichswaldes zum Erholungsgebiet
4.3              Sehenswürdigkeiten
4.4              Waldnaturschutzgebiet Geldenberg
 
5          Fazit
 
6          Literaturverzeichnis
 
7          Erklärung
 
 
 
 
 
                                                           -3-
1          Einführung
1.1       Geographische Lage und Größe
Der Reichswald ist mit mehr als 5100 ha Fläche die größte Waldfläche am Niederrhein. Er ist Teil des Niederrheinischen Höhenzuges und liegt bei einer Länge von ca.60km zwischen Kamp - Lintfort und Nimwegen. Im Norden reicht er bis Kranenburg, Donsbrüggen und Kleve, im Osten bis nach Pfalzdorf, im Süden bis nach Goch und im Westen bis zur niederländischen Landesgrenze.
Der Reichswald liegt geographisch sehr günstig, da er nicht durch Luftverunreinigungen aus dem Ruhrgebiet beeinträchtig wird, da diese in östliche Richtung abgetrieben werden.
 
Der Klever Berg mit 106 m und der Stoppel-, Gelden- und Brandenberg mit jeweils    90 m zählen zu den höchsten Erhebungen des Unteren Niederrheins. Aus dem Reichswald entwässern zum Rhein hin die drei kleinen Bäche Rote, Klare und Schwarze Beeke.
 
Um sich besser zurecht finden zu können, ist der Reichswald in Parzellen eingeteilt. Diese sind rechteckig zwischen Wanderwegen angelegt und mit einer Nummer versehen. So gibt es im Reichswald 320 Parzellen.
 
 
1.2              Böden
Der Boden des Reichswaldes besteht aus einer hügeligen Strauchmoräne, die später mit Sandlöss bis Lugsand überdeckt worden ist. Da Sandlössböden sehr silikatarm (ein Mineral) sind, entwickelten sich Braunerden mit geringer Pufferkapazität (Messwert wie viel einer Säure bzw. Base aufgenommen werden kann, ohne dass diese eine drastische Veränderung des pH- Wertes zur Folge hat). Ebenso entstand eine Podsolierung des Oberbodens (Beim Abbau von Pflanzenresten entstehen saure Huminstoffe welche durch den Niederschlag im Oberboden angelagert werden und den pH- Wert senken. Dadurch werden Eisen- und Aluminiumoxide und die Huminstoffe ausgewaschen, was eine Bleichung des Oberbodens und eine Anreicherung von Huminstoffe im Unterboden zur Folge hat). Durch diese bilden sich Humusauflagen und die Pflanzen werden mit einem rohhumusartigem Moder überzogen.
                                                           -4-
Zudem liegt eine wasserundurchlässige Kiesschicht vor, wodurch die Versickerung des Wassers verhindert wird. Jedoch sind die Böden im Untergrund verdichtet, sodass die
Pfahlwurzeln der Kiefer absterben. Ebenso treten Schwierigkeiten beim Rotbuchenanbau auf. Typisch für den Reichswald ist die starke Versauerung des Oberbodens, die in eine Tiefe von bis zu 20 cm reicht.
 
 
1.3       Geschichte
Der Name ?Reichswald? bedeutete vor knapp 2000 Jahren für die Bataver der Heilige Wald.
Im 15. Jahrhundert fiel der Reichswald dann in Besitz der Herzöge von Kleve. Heute reicht das Waldgebiet nur noch bis an die niederländische Grenze, früher jedoch war es ein zusammenhängendes Waldgebiet. Dies kann man zum Beispiel an der Kreiskarte für
den Kreis Kleve sehen, an der man erkennt, dass in Groesbeek, Bredeweg und Grafwegen eine unbewaldete Fläche vorhanden ist, sich westlich davon jedoch ebenfalls ein Waldgebiet erstreckt. Durch umfangreiche Rodungen wurde dieser Teil von 1741 bis 1832 erheblich verkleinert.
Erst Anfang des 19. Jahrhunderts begannen die Menschen, im Reichswald geordnete Forstwirtschaft zu betreiben, bei der sich das Erscheinungsbild des Reichswaldes aus einem mittelalterlichen Niederwald in einen Hochwald verwandelte.
Durch die vielen Waldbrände im Sommer des Jahres 1947 wurden große Teile des Reichswaldes zerstört, ebenso wurde dem Reichswald nach dem 2. Weltkrieg eine erhebliche Menge an Holz entnommen.
1948 entstanden die Siedlungen Reichswalde und Nierswalde, durch die weitere      1500 ha Waldfläche gerodet wurden. All diese Geschehnisse trugen zur Verkleinerung der Waldfläche bei, die heute nur noch 5100 ha beträgt
Der Reichswald wurde im 2. Weltkrieg zu großen Teilen zerstört, weswegen ca. 4000 ha aufgeforstet werden mussten. Diese Aufforstungen kosteten etwa zehn Millionen Mark.
 
 
 
 
                                                           -5-
2          Wasserwirtschaftliche Nutzung
2.1       Versorger/Kunden
Die Stadtwerke Kleve versorgen mit dem Reichswaldwasser die Städte und Gemeinden Kleve, Bedburg ? Hau, Kranenburg, Uedem, Weeze und Goch. Mit einem
Wasserleitungsnetz von 897 km erreichen sie 26.423 Hausanschlüsse, über die etwa 92.000 Menschen mit Wasser versorgt werden können.
 
 
2.2       Qualität des Wassers
Die extensive Bewirtschaftung des Reichswaldes wirkt sich günstig auf die Wasserqualität aus. Zudem werden fast keine Pflanzenschutzmittel oder Dünger verwendet.
Der intakte, humoser Waldboden filtert die Schadstoffe, die der Boden enthält.
Jedoch werden durch die hohen Stickstoffeinträge Nitrate ausgewaschen und der Boden wird stark versauert. Diese Versauerung führt wiederum zu einer hohen Aluminium-, Zink- und Mangankonzentration im Sickerwasser.
Daher ist es zwingend erforderlich, die Einträge von Luftverunreinigungen zu vermindern und regelmäßig Bodenschutzkalkungen durchzuführen, die eine Belastung mit Leicht- und Schwermetallen verringert.
 




Parameter

Wert

Grenzwert

Einheit


pH-Wert

8,41

6,5 ? 9,5

-


Calcium

34

400

mg/l


Eisen

<0,01

0,2

mg/l


Mangan

<0,01

0,05

mg/l


Natrium

14

150

mg/l


Nitrat

37

50

mg/l


Gesamthärte

6,1 (Härtebereich 1)

-

°dH
Auszug aus der Analyse IWW Mülheim vom 04.07.2002
 
Wie in der Tabelle zu sehen ist, liegen trotz der Qualitätsprobleme alle Werte im Normbereich. Besonders positiv ist die Gesamthärte von 6,1, die dem Härtebereich 1 entspricht und das Wasser demnach als ?weich? bezeichnet wird.
                                                           -6-
Um diese Werte beurteilen zu können, habe ich sie mit denen Düsseldorfs verglichen. Auffällig ist, dass dort eine Gesamthärte von 14,7, entsprechend Härtebereich 3 besteht, bei der das Wasser als ?mittelhart? bezeichnet wird. Da sich die Wasserhärte unter
Anderem durch den Gehalt an Calcium kennzeichnet, sind die Werte in Düsseldorf dementsprechend höher (Calcium: 88 mg/l, Magnesium: 12 mg/l).
Jedoch sind die Mangan- (<0,002 mg/l) und Nitratwerte (16,1 mg/l) geringer als unsere Werte. An diesen Werten werden die oben angeführten Probleme deutlich, die durch den sauren Regen entstehen.
Insgesamt sind die Werte in unserer Region im Vergleich zu anderen Regionen relativ positiv, trotzdem wäre eine Verminderung des Stickstoffeintrages auch für die Wasserqualität sinnvoll.
 
 
2.3       Aufbereitung des Wassers in den Wasserwerken
Den Stadtwerken Kleve stehen 9 Vertikal- und ein Horizontalbrunnen im Reichswald und im Kalbecker Forst zur Verfügung.
In zwei Wasserwerken in Scheidal und in Kalbeck wird das Wasser aufbereitet.
 
In Scheidal wird dem Grundwasser Kalkmilch für eine Optimierung des pH-Wertes beigefügt, in Kalbeck hingegen wird dem Wasser Sauerstoff hinzugegeben, um eine Verringerung organischer Substanzen zu erzielen.
In beiden Wasserwerken wird anschließend eine Ein- und Mehrschichtfiltration durchgeführt, die eine Verringerung von Inhaltstoffen bezwecken soll.
Anschließend werden die Aufbereitungsstoffe wieder ausgefiltert und das nach der Trinkwasserverordnung aufbereitete Wasser kann nun an den Kunden weitergeleitet werden.
 
 
 
 
 
 
 
                                                           -7-
3          Forstwirtschaftliche Nutzung
3.1              Baumvorkommen
 




Baumartengruppe

ha

%


Eiche

703,0

11,1%


Buche

1.453,3

23,0%


Ahorn/Esche

64,9

0,9%


Birke

302,1

4,8%


Pappel

85,9

1,4%


Laubholz gesamt

2.609,2

41,3%


Kiefer

2.185,8

34,9%


Lärche

664,6

10,5%


Fichte

565,7

9,0%


Douglasie

279,8

4,4%


Nadelholz gesamt

3.695,9

58,7%
Stand: Forsteinrichtung vom 1.10.1995
 
Die Tabelle zeigt, dass das Nadel-/Laubbaumverhältnis mit 58,7 % zu 41,3% relativ ausgeglichen ist. Laubbäume brauchen aufgrund der Größe ihrer Krone einen größeren Abstand zueinander, bringen jedoch höhere Erträge. Nadelbäume hingegen wachsen
erheblicher schneller, ihr Holz ist jedoch von geringerer Qualität als das des Laubbaumes.
Hauptsächlich im Laubholz vertretene Bäume sind Buche (23%) und Eiche (11,1%). Die Buche dominiert von Natur aus, da sie auf den schluffig - lehmigen Böden sehr gut wachsen kann. Die Eiche hingegen ist nur sehr schwach vertreten und kann nur durch ständige Förderung verbreitet werden.
Im Nadelholzbestand ist die Kiefer am häufigsten anzutreffen, da sie gern in sandigem Boden lebt und durch tiefe Wurzeln eine gute Standfestigkeit hat. In der Aufforstung der Nachkriegszeit wurden bevorzugt Kiefern angelegt, da durch die Zerstörungen des Krieges große Kahlflächen entstanden, die ein Wachstum der Bäume erheblich erschwert. Die Kiefer kam mit diesen Umständen jedoch sehr gut zurecht. Zudem ist sich ein wichtiges Nutzholz.
Die Altersklassenverteilung der Bestände ist durch die großen Zerstörungen im 2. Weltkrieg nicht sehr optimal, da nun 78 % der Fläche 60 Jahre und jünger sind. Daher wird besonderer Wert auf die Erhaltung und Pflege der zumindest etwas älteren Bestände gelegt.
                                                           -8-
3.2       Nutzung
Zuständig für den Reichswald ist das Klever Forstamt, welches insgesamt in zehn Forstbetriebsbezirke unterteilt ist, wobei sechs dieser Bezirke für die Bewirtschaftung und Pflege des Staatswaldes zuständig sind und vier dieser Bezirke sich um den Privatwald kümmern.
Aus dem Staatswald des Forstamtes Kleve werden alljährlich und nachhaltig ca. 25.000 m³ Holz verkauft. Auf der einen Seite liegt der Zuwachs höher, sodass der Holzbestand sich auch nachhaltig vergrößert und auf der anderen Seite müssen einige Bäume gefällt werden, um den üblichen Bäumen ein geregeltes Wachstum ohne Einengung durch andere Bäume zu ermöglichen. Zur Zeit wird in der Forstwirtschaft sehr stark von Holzpellets gesprochen. Diese bestehen aus gepressten Holzspänen und Sägemehl und
sind eine gute Alternative zu fossilen Brennstoffen da sie preisgünstig und ungefährlich sind. Momentan werden aus dem Reichswaldholz noch keine Pellets hergestellt, doch bei der aktuellen Entwicklung könnte dies bald der Fall werden.
 
 
3.3       Schäden
Durch den sauren Regen, der durch Luftschadstoffe entsteht, wird Stickstoff in Form von Ammonium in den Boden eingetragen, ebenso wie Schwefel. Stickstoff beschleunigt zum einem das Wachstum, versauert aber auf der anderen Seite den Boden. Es entsteht ein Nährstoffungleichgewicht und ein verstärktes Wachstumsrisiko auch für Insekten- und Pilzausbreitung. Zudem befinden sich hartnäckige Schadstoffe wie Kupfer und Blei im Boden, der an den Humus und an Tonmineralien gebunden wird.
Die Stickstoffeinträge liegen derzeit im Reichswald bei mehr als 45kg/ha .
Die Sättigungsgrenze für Stickstoff ist aktuell noch nicht erreicht, aber wenn der Stickstoffeintrag zukünftig weiterhin in dem Maße anhält, wird dies bald der Fall sein.
Die Sättigungsgrenze für Schwefel wurde jedoch bereits überschritten, wodurch der Boden nicht mehr fähig ist, weiteren Schwefel zu binden.
Kennzeichnend für einen hohen Stickstoffeintrag ist das Auftreten von Brenesseln, Brombeersträucher, Himbeersträucher und Klettenlobkraut. Zudem weisen Alteichen und Altbuchen bei Stickstoffreichtum Kronenschäden und Laubverluste auf. Einzelne
 
                                                           -9-
dieser Bäume sterben durch die Gesamtheit der negativen Einflüsse ab, da sie durch vermehrt auftretende blattfressende Insekten und Eichenprachtkäfer (vermehrte
Verbreitung durch Ammonium) geschwächt werden. Im Reichswald sind die Schäden bisher jedoch noch relativ gering.
 
Um eine Verbess...

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