UNTERM BIRNBAUM(1885)
I. Der Tschechische Dorfwirt und Materialienhändler Abel Hradschek, Anfang 40, hat Geldsorgen: Er ist verschuldet, er spielt ohne Glück, seine Frau Ursel, die gerne vornehm tut, macht ihm deswegen Vorwürfe und die Kinder sind früh gestorben. - Es ist schon herbstlich und H, wartet auf einen Handlungsreisenden.
II. Auch das Lottoglück ist ihm nicht hold - Seine Nachbarin, die "alte Hexe" Jeschke aber nennt ihnen einen Glückspilz. - Beim Graben im Garten findet er unterm Birnbau die Leiche eines Soldaten. Er schaufelt das Loch wieder zu, aber ein Gedanke nimmt immer mehr von ihm Besitz. Es ist Mitte Oktober.
III. Die Eheleute streiten sich: Sie hält ihn für einen schlechten Wirt und Kaufmann, er sie für verschwenderisch und dünkelhaft; sie wirft ihm eine alte Liebschaft vor, er ihr die niedrige Herkunft und den jetzigen Hochmut. In einem aber kommen sie überein:"Armut ist schlimmer als Tod... Nur nicht arm." Und draußen unterm Birnbaum eröffnet er ihr seinen Plan, in den sie nach schwachen Widerstand einwilligt.
IV. Der Oktober geht zur Neige. Die Nachricht einer Erbschaft löst im Dorf großes Rätselraten aus: Wie hoch ist die Summe? Jedenfalls scheint es beiden weiterzuhelfen. Der Handlungsreisende aus Krakau kündigt sich an: Er will von Abel H. die Schulden der letzten drei Jahre eintreiben. Dieser scheint das Geld aufbringen zu können.
V. Ende November erscheint der Reisende, der >Nationalpole< Szulski. - A.H. begleicht ohne Umstände seine Schulden, worauf der Reisende noch lange in der Wirtstube sitzt und vom heldenhaften polnischen Aufstand erzählt (Nov. 1830); aber auch vom Geld: "Wenn der Mensch erst an sein Geld denkt, ist er verloren."
VI. In der Nacht herrscht Sturm und Regen. Die alte Jeschke kann nicht schlafen und beobachtet, wie A.H. mit der Schaufel unterm Birnbaum gräbt.
VII. Morgens um vier will Knecht Jakob den Herrn wecken, doch niemand reagiert. Erst einiges später kommt "die Gestalt des Fremden" schon völlig angezogen und eingehüllt, trinkt mit H. Kaffee, steigt in den Wagen, ergreift "ziemlich ungeschickt" die Leine und fährt davon.
VIII. Am folgenden Tag um Mittag kommt der Friedrichsauer Amtsrat zu H. und berichtet, dass ein Fuhrwerk vom Damm in die Oder gestürzt sei. Eine Ortsbesichtigung ergibt, dass es Szulskis Gespann war, eine Leiche aber wird nicht gefunden.
IX. Im Dorf gibt es viel Gerede, das schließlich den Vorsitzenden des Küstriner Gerichtes, Vowinkel, veranlasst, sich beim Pfarrer zu erkundigen. Dieser berichtet von den Hradscheks nur Gutes, dennoch werden die Bediensteten befragt und die Verdachtsgründe sind derart, vor allem durch Jakobs Aussage, dass H. zehn Tage vor Weihnachten verhaftet wird.
X. Noch Mitte Januar tritt die Untersuchung auf der Stelle und schon schimpfen die Leute auf das Gericht und ergreifen für Hradschek Partei. - Durch Zufall erfährt der Polizist Geelhaar, ein eingeschworener Gegner Hradscheks, von den Beobachtungen der alten Jeschke in der Tatnacht.
XI. Am folgenden Tag erscheint der Justizrat, es wird unte...
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