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Thema:

Woyzeck & Maria Magdalena

(1097x gelesen)

Seiten: 1

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Beitrag von Nadscha23

17.02.2007 12:09:38

Nadscha23

Nadscha23 hat kein Profilbild...

Themenstarter
Nadscha23 hat das Thema eröffnet...

Hallo!
Also ich muss das Drama "Woyzeck" mit "Maria Magdalena" vergleichen, im Hinblick auf
a, den Aufbau der Handlung
b, die Gestaltung von Zeit und Raum
c, den Sprachgebrauch der Personen
Falls irgendjemand von euch beide Dramen kennt und vielleicht was davon weiß würrde er/sie mir echt weiterhelfen!!!
Vielen Dank und liebe Grüße!

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Beitrag von Schokomon...

17.02.2007 12:12:39

Schokomon...

Schokomonster hat kein Profilbild...

mmm...hol dir vo Königs Erläuterungen die Lektürenhilfe..jetzt ist Samstag,da haben die Geschäfte noch auf....ab marsch ^^

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Beitrag von Malinche28

17.02.2007 12:13:44

Malinche28

Profilbild von Malinche28 ...

zu woyzck könnte ich dir was erzählen, aber das andere Buch kenne ich gar nicht

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Beitrag von Schokomon...

17.02.2007 12:14:58

Schokomon...

Schokomonster hat kein Profilbild...

Ich könnte dir was von Maria MAgdalena erzählen...haben wir ach gelesen und kam auch im Abi bissl was dran

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Beitrag von Vitamin.M

17.02.2007 12:15:56

Vitamin.M

Profilbild von Vitamin.M ...

ich war letze woche im theater bei "woyzeck" weil wir das noch lesen das buch...hmm..aba ich kann dir leider nciht weiterhelfen...tut mir leid

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Beitrag von selinsu

18.02.2007 21:27:01

selinsu

selinsu hat kein Profilbild...

Form des Dramas
• Vom Dialekt geprägte realistische Sprache
• Einfache Form, kurze Sätze, viele Imperative
• Alles in "Er"-Form, wenig direkte Anreden -> Unterwürfigkeit
• Dialektreden in hessischem Dialekt
• Expressive Sprache (ziemlich modern)
• Grelle Szenen
• Gewisse Tabulosigkeit (Gegensatz zur Klassik)
• Offene Form (Klassik: 5 Akte!) mit innerem Faden; keine Einheit von Ort & Zeit
• Kein Happy end, Woyzeck als Antiheld
• Dichte des Werkes (atmosphärisches zwischen den Zeilen); Eisberg-Struktur
• Bibelzitate, Aberglauben, trauriges Märchen, Volkslied, Berührung mit Volksliteratur
• Leitmotive (Stimmen, "Stich zu!"-Element)
• Symbolische Textelemente (Märchen, Handwerker)
• Mischung von Komik und Tragik
• Drama des Vierten Standes (ANTI: Romantik, Klassik, Idealismus)
• Früher Realismus
• Fragment geblieben (durch frühen Tod Büchners)

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Beitrag von Schokomon...

18.02.2007 21:29:58

Schokomon...

Schokomonster hat kein Profilbild...

C. F. Hebbel: Maria Magdalena Gliederung


Welche Kritik an seiner Zeit übt Hebbel in seinem Maria Magdalena aus ?

Das vorliegende Stück Maria Magdalena von Christian Friedrich Hebbel entstand in der sogenannten Biedermeierzeit, die die Folge der politischen Restauration war. In dieser geschichtlich ruhigen Epoche wurde das politische Leben total unterdrückt. So wurden unter anderem Versammlungen verboten und Zeitungen zensiert. Das war auch der Grund dafür, daß sich das komplette Leben im Familienkreis, höchstenfalls im engsten Freundeskreis abspielte. In dieser Zeit wuchs Hebbel auf. Mit etwa 28 Jahren vollendete er seine erste Tragödie. In seinen Stücken erkennt man schon Züge des naturalistischen Dramas, wie zum Beispiel die psychologische und realistische Darstellung. Dies läßt sich in allen seinen Stücken feststellen. Häufige Themen sind das Selbstbehauptungsrecht der weiblichen Hauptfiguren und der Kampf zwischen den Geschlechtern. Er entwickelt des Tragische in der Geschichte nicht aus dem Handeln, sondern vielmehr aus dem bloßen Sein. Das Leben an sich ist tragisch und die Schuld entsteht nicht während des Lebens, sie wird einfach weitervererbt. Besonders auffallend ist in Hebbels Werken, daß er nicht den sozialen Standesunterschied zwischen Adel und Bürgertum darstellt und anklagt, sondern nur konsequent die Situation innerhalb der mittleren Schicht aufzeigt. Im folgenden stellt sich die Frage, was Hebbel konkret kritisiert.

Auch in dem Drama "Maria Magdalena", das ursprünglich den Titel "Klara" trug, ist die Hauptperson eine junge Frau, die mit ihrem Bruder Karl in einer für damalige Zeiten typischen Familie aufwächst. Klara erwartet von Leonhard ein Kind, der sie jedoch verläßt, als er erfährt, daß Klara keine große Mitgift mehr zu erwarten hat. Da kommt ihm der Verdacht, daß Karl ein Juwelenräuber ist, als Vorwand gerade recht, denn er kann als Kassierer natürlich nicht in eine "Räuberfamilie" einheiraten. In Wirklichkeit hat er allerdings schon wieder eine neue, reichere Freundin: die Tochter des Bürgermeisters. Nun befindet sich Klara in einer äußerst verzwickten Situation. Denn ihr sehr strenger Vater Meister Anton nahm ihr das Versprechen ab, ihm nie zu Schande machen, da er sich anderenfalls umbringen würde. Als Klara nun ihren Jugendfreund, den Sekretär, wiedertrifft und ihm alles erzählt, zeigt sich dieser sehr verständnisvoll, will sie jedoch erst dann heiraten, wenn er Leonhard in einem Duell getötet hat. Es kommt tatsächlich auch dazu und es gelingt dem Sekretär Leonhard zu töten, der jedoch auch selber in Folge einer Verletzung stirbt. Als einzigen Ausweg, um ihren Vater davon abzuhalten sich das Leben zu nehmen, sieht Klara nun nur noch einen - als Unfall vorgetäuschten - Selbstmord. Der letzte Satz des Tischlermeisters Anton "Ich verstehe die Welt nicht mehr !" (S. 53, Z. 31)1) ist auch das Ende des bürgerlichen Trauerspiels.

Aus dieser Tragik heraus kritisiert Hebbel die gesellschaftlichen Zustände seiner Epoche. Die einzelnen Kritikpunkte lassen sich am einfachsten anhand der einzelnen Charaktere aufzeigen.

Meister Anton ist für diesen Beweis am geeignetsten, da er die damaligen Werte perfekt verinnerlicht hat. Ein schlechter Leumund ist für ihn eine unüberwindbare Katastrophe. Das wird auch in III/11 deutlich als er sagt: "Die soll sich's überlegen, eh sie spricht !". Davon ausgehend, daß er vermutet, daß seine Tochter tot ist, ist es befremdend, in diesem Moment an das, was die Leute eventuell über einen sagen könnten, zu denken. Desweiteren wird die starrsinnige Rechtlichkeit kritisiert, die das gesamte Kleinbürgertum an den Tag legt. Obwohl sich auch Intrigen abspielen, wird stets Wert auf die äußere Erscheinung gelegt, denn alles geschieht unter dem Gerede der Leute. Nicht das Vergehen ist das fatale, sondern das "Erwischtwerden". Auch wird stets sehr gewissenhaft und sorgfältig vorgegangen, so sagt Anton z.B. während der Hausdurchsuchung zu den Gerichtsdienern: "Kasten nach Kasten! Ein Beil her! Der Schlüssel zum Koffer ist verloren !" Auch wenn das hier Sarkasmus ist, erkennt man die im inneren sitzende Korrektheit. Aus dieser Selbstgerechtigkeit und Sittenstarrheit entsteht mit der Zeit eine allzu trübe Atmosphäre, welche langsam aber sicher das Ende des bürgerlichen Lebens bedeutet. Andererseits sind diese sittlichen Anschauungen und die selbstgerechte Moral nicht gleichzusetzen mit Anständigkeit, sondern eher mit der Angst vor dem daraus entstehenden Klatsch. Insgesamt beherrschte die damalige Welt ein recht großer Egoismus. So denkt auch Meister Anton nur an sich und seinen Leumund, was sich daran zeigt, daß er feststellt, daß er "die Ehrlichkeit in der Familie allein verbraucht" (S. 25, Z. 19f) hat. Dabei denkt er von seinen Kindern nur das schlechteste und ist immer mißtrauisch, was sich in zahlreichen Dialogen zeigt; z.B. äußert er gegen seine Tochter Mißtrauen, als er sich zu ihr hinwendet und bemerkt "Wer weiß, ob die Tochter nicht - Was meinst du, mein unschuldiges Kind ?" (S. 25, Z.22) und Klara kennt das sogar an ("Nun bist du's allein !" S. 34, Z. 7). Oder auch das durch das ganze Stück hindurchgehende schlechte Vorurteil gegenüber seinen Sohn Karl ist bestimmend. Anton schenkt eher fremden Leuten Glauben, statt seinem eigen Fleisch und Blut zu trauen. Besonders deutlich wird das in II/1, als er zu Klara sagt "[wenn Karl freigesprochen würde,] dann würd ich einen Advokaten annehmen und mein letztes Hemd daran setzen, um zu erfahren, ob der Bürgermeister den Sohn eines ehrlichen Mannes mit Recht ins Gefängnis warf oder nicht." (S. 30, Z. 31ff). Ein ebenfalls deutlicher Beweis liegt in III/10 vor. Obwohl Anton eigentlich zuerst darüber bestürzt war, daß Karl vom Gerichtsdiener "straßauf, straßab" geführt wurde, und nicht auf dem kürzesten Weg in das Gefängnis, schlägt die Stimmung des Vaters schlagartig um, als Karl seine Rachegelüste offenbart. Er äußert sich gegenüber seinem Sohn nämlich sehr kraß: "Ich werde dich nicht aus den Augen lassen, und ich selbst, ich würde dem Kerl beispringen, wenn du dich an ihm vergreifen wolltest !" (S. 51, Z. 37ff). Ein weiterer Kritikpunkt ist, daß es nicht denkbar ist, einander in verzwickten Lagen zu helfen bzw. zur Seite zu stehen. Da jeder nur von seinem beschränkten Standpunkt aus denkt und handelt, reden die Menschen auch nicht offen und ehrlich über ihre persönlichen Gefühle, Befürchtungen und Ängste. Nicht ganz klar wird, bei dem Tod seiner Frau, ob die Reaktion Antons "Das ist das letzte Gesicht. Sah's hundertmal. Gute Nacht, Therese ! Du starbst, als du's hörtest ! Das soll man dir aufs Grab setzen !" (S. 25, Z. 8ff) die Kaltblütigkeit ausdrückt, oder ob das eher sein Ausdruck von Verzweiflung und Trauer ist.

Die Hauptfigur Klara ist ein weiterer Charakter, an dem die gesellschaftlichen Verhältnisse deutlich werden. Auch sie hat eine namenlose Angst vor dem Gerede der Leute. Vor allem aber auch vor der Verdammung des Vaters. Als ihr dieser nämlich droht, sich das Leben zu nehmen, falls Klara ihren Schwur bricht, und ihm doch Schande macht, wählt sie lieber den eigenen Freitod. Das zeigt einerseits ihre Liebe und Aufopferungsbereitschaft, andererseits aber auch wieder die Angst vor dem Vater, denn sie weiß, daß er ihr nie verzeihen würde. Denn in dieser Zeit wär es eine große Schande, ein uneheliches Kind zu bekommen. Daran übt Hebbel aber nicht einmal Kritik; er kritisiert vielmehr das Unverständnis der eigenen Familie. Der Ausspruch Alfred Carl Groeger "das Gift der bürgerlichen Scheinmoral" trifft genau den Kern. Für Klara ist das Gift, das zu ihrem Tod führt, nicht das ledige Kind, sondern die dogmatische Sittenauffassung der anderen Menschen, besonders die des Vaters. Auch hat Klara Leonhard nicht geliebt, sondern gab ihm nur nach, da er vor ihr stand "wie einer, der eine Schuld einfordert" (S.13, Z. 11f). Und es wäre wohl sicher kein Einzelfall gewesen, wenn die beiden ohne sich zu lieben, geheiratet hätten.

Im Gegensatz dazu, fürchtet Karl nicht den schlechten Leumund, sondern eher materielle Nachteile für ihn. Denn er wurde schon von klein auf von seiner Mutter verwöhnt. Alles was er wollte bekam er auch. Er hat eine zeitgemäßeren Vorstellung von Ehre, und im Gegensatz zu Klara, die die Einstellungen ihres Vaters übernimmt bzw. akzeptiert, neigt Karl eher zur Veränderung. Er verachtet die kleinbürgerliche Enge und die Starrheit der Leute ("wir haben hier im Hause zweimal zehn Gebote" S. 47, Z. 1f). Er verspürt das Bedürfnis dieser Welt des Vaters zu entfliehen, indem er Matrose werden will. Gegenüber seinem Vater äußert er es eindeutig: "Er sieht mich entweder nie wieder, oder Er wird mich auf die Schulter klopfen und sagen: du hast recht getan !" (S. 51, Z.21ff). Eine weitere Stelle zeigt ebenfalls diesen Trotz gegenüber der damalig vorherrschenden Gedankenwelt, nämlich als er sagt "ich denke, Fisch und Vogel sollten nicht darüber streiten, ob's in der Luft oder im Wasser am besten ist." (S. 51, Z. 19f), gemeint ist damit sein (konservativer) Vater und er selber, der nach der Freiheit strebt. Der Vater erkennt das zwar ("die junge Welt vor uns Alten" S. 17, Z. 22f), akzeptiert es aber nicht.

Leonhard stellt keinen direkten Verwandten dar, sondern kommt nur über Klara mit der Familie in Kontakt. Aber gerade in dieser "Beziehung" wird sein Charakter und seine Einstellung deutlich. Auch er paßt total in des kleinbürgerliche, gesellschaftsmoralische Bild hinein. "Ich war frei in meinem Gefühl, wie vor dem Gesetz" (S. 43, Z. 18) betont er ausdrücklich gegenüber Klara. Hier wird ersichtlich, daß auch er alles daran setzt, den äußeren Schein zu wahren. Er gilt als normaler, strebsamer Ehrenmann, den auch Anton ("Er spricht brav, und unser Herrgott nickt zu seinen Worten" S.19, Z.42f) und Klaras Mutter ("Ich mag ihn sonst wohl leiden, er ist so gesetzt !" S.10, Z.6f) gerne haben. Allerdings, wenn für Meister Anton das wichtigste das Ansehen bei den Leuten ist, so das für Leonhard sein persönlicher Vorteil, seine Karriere. B. v. Wiese bezeichnet ihn treffend als "niedrigen gemeinen Schuft", betont aber auch, daß er durchaus nicht das "Urböse der Individualität" darstellt. An ihm werden auch andere Kritikpunkte deutlich, die Hebbel am Rande streift. So greift er zu verwerflichen Mitteln, um seinen Konkurrenten als Kassierer bei der Bewerbung auszuschalten. "Es kam auch nicht ganz von selbst" (S.15, Z. 2f) triumphiert er auf. Außerdem denkt er bei der anfangs geplanten Heirat mit Klara an alles andere als an Liebe, sondern vielmehr an die Mitgift, denn als er erfährt, daß Anton die 1000 Taler schon an seinen alten Lehrmeister verschenkt hat, läßt er Klara wie eine heiße Kartoffel fallen. Anton nimmt davon in seiner typisch selbstgefälligen ironischen Art Notiz davon ("Das nenn ich Teilnahme !" S. 19, Z. 14f). Insgesamt ist er auf Sicherheit bedacht, und versucht seine "unehrenhaften" Machenschaften so gut wie möglich zu verschleiern.

Neben Klara bilden die Mutter und der Sekretär den positiven Gegenpol zu den anderen. Zur Mutter gibt es nicht sehr viel zu sagen, da sie ja schon im 1. Akt stirbt. Ihr leichtes Temperament wird von ihrem Mann recht stark gedämpft. Sie fügt sich ihrer "Frauenposition", da es sich nun mal so gehört. Der Sekretär stellt das Gleichgewicht in Hebbels Stück her. Er ist voll Kraft und Frische und wird zum Prototyp eines neuen und freien Menschen. Doch auch er kann sich nicht vollständig von den Sittenvorstellung lösen. So macht er Klara deutlich, daß "darüber kein Mann weg kann" (S. 38, Z. 32). Diese Überlegung trifft er nicht auch seiner Überzeugung heraus, sondern erwägt, wenn auch unterbewußt, die damaligen gesellschaftlichen Konventionen. Auch er möchte in seinem Handeln den äußeren Schein nicht außer Acht lassen.

Somit kann man sagen, daß in einigen Personen zwar Ansätze zur Veränderung erkennbar sind, sie alle jedoch es noch nicht schaffen, sich aus der starren Welt des Kleinbürgertums zu befreien. Am nähesten ist Karl diesem Ziel, auch wenn er mehr instinktiv handelt.

Alle Menschen der damaligen Zeit sind gefangen in ihrer eigenen, von ihnen geschaffenen Welt aus Heuchelei und der Angst vor dem Gerede der anderen.

Die Folgen dieses starken Familiendrucks, der strengen Erziehung und der allgemeinen Verhältnisse sind ebenfalls in Hebbels Stück zu erkennen. So ist z.B. Karl durch Strenge, das nicht offen ausgesprochene pedantisches Beharren des Vaters auf seinen eigenen Wertvorstellungen geprägt. Er ist verbittert und auch deprimiert. Er kann auch nicht seine Träume verwirklichen, sondern muß in die Fußstapfen seines Vaters treten. Und überhaupt ist ja die Katastrophe des Dramas, der Selbstmord Klaras, eine direkte Folge der erstarrten Lebensführung.

Das ganze Stück wird sich heutzutage in den sogenannten zivilisierten Ländern sicherlich nicht mehr genau so abspielen. Jedoch ist auch in unserer Zeit die Reaktion der Gesellschaft für manche Leute sehr wichtig und ausschlaggebend. Franz Xaver Kroetz versuchte mit seinem "Maria Magdalena" eine zeitgenössische Umsetzung. Diese ist ihm auch recht gut gelungen. So ist auch nicht mehr ein Selbstmord das Ende der Tragödie und das ledige Kind auch "kein Unglück [mehr] (...), [sondern] bloß ein Blödsinn" (S. 52)2). Für Hebbels Zeitgenossen war dieses Stück wohl recht erschütternd, da bis dato niemand die Zustände so klar herausstellte, wie dies Hebbel tut. Er war eben seiner Zeit voraus.

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