Live-Ticker
 Community
menu Registrieren menu Mitglieder Login menu Chat menu Flirtsuche menu Forum menu Shop
 Schule & Uni
menu Referate
 Informationen
menu FAQs
 Statistik
Mitglieder397.546
Neue User19
Männer195.876
Frauen194.839
Online2
Referate12.458
SMS-User59.003
Forenbeiträge3.080.540
 Neue Mitglieder
  • Profilbild von amirarose

    Weiblich amirarose
    Alter: 15 Jahre
    Profil

  • Profilbild von Thegame24

    Weiblich Thegame24
    Alter: 16 Jahre
    Profil

  • Profilbild von ele99

    Weiblich ele99
    Alter: 17 Jahre
    Profil

  • Profilbild von mephistophelesA

    Weiblich mephistophelesA
    Alter: 19 Jahre
    Profil

  • Profilbild von Famedog20

    Maennlich Famedog20
    Alter: 15 Jahre
    Profil

  • Profilbild von haltdfeinmaul

    Maennlich haltdfeinmaul
    Alter: 16 Jahre
    Profil

  • Profilbild von mephistophelesO

    Weiblich mephistophelesO
    Alter: 20 Jahre
    Profil

  • Profilbild von Louisalenge

    Weiblich Louisalenge
    Alter: 30 Jahre
    Profil

  • Profilbild von Roosleitner

    Maennlich Roosleitner
    Alter: 26 Jahre
    Profil

  • Profilbild von Peter2000_

    Maennlich Peter2000_
    Alter: 16 Jahre
    Profil

     
Foren
Computer & Internet
Forum durchsuchen:

 
Thema:

WoW-Sucht

(204x gelesen)

Seiten: 1

Beitrag von AppelHenka

27.07.2006 20:13:03

AppelHenka

Profilbild von AppelHenka ...

Themenstarter
AppelHenka hat das Thema eröffnet...

Ich weiß das ist ein langer Text, aber ich finde alle WoW-Spieler sollten sich den mal durchlesen.



Es gibt die Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das Kostbarste stehlen: die Zeit.
N. Bonaparte








Begriffserklärung

Viele Begriffe kommen aus dem Englischen bzw. sind „Eingedeutscht“ worden.

z.B. der Wipe (Tod eines Raides) =Substantiv

wipen = Verb (Bedeutung wie oben nur als Tätigkeit/Verlauf)

gewiped = Verb in der Vergangenheit doppelt gebeugt –im Englischen (Endung –ed)

und im Deutschen (Vorsilbe ge- )







Channel - (dt. Kanal) „Ebene“ wo ein Gespräch stattfindet

Chat - (dt. Geplauder, Unterhaltung) geschriebene Texte zwecks

Unterhaltung bzw. Austausch

DKP - Ein von Spielern entwickeltes System zur Punktvergabe bei einem

Raid (DKP-System)

Epic / episch - (dt. Epik) Wert eines Gegenstandes oder auch Schwierigkeitsgrad

einer Aufgabe. In der Regel beides hoch.

equiped / Equipment - Ausrüstung, Ausstattung

Gold - Währung im Spiel. Erstrebenswert

Headset - Kopfhörer mit einem Mikrophone an der Seite. Ermöglicht Internet

Telephonate (siehe auch TS)

IG - (in Game) = im Spiel (dt.) bezieht sich nur auf das Spiel

Instanzen - abgetrennte Bereiche die nur in Gruppen betreten werden können.

Jede Gruppe bekommt ihre eigene Instanz.

Leader - (dt. Leiter) einer der sagt wo es lang geht

Mage - (dt. Magier) eine von vielen Figuren aus dem Spiel

MC - Molten Core (dt. Geschmolzener Kern) eine Instanz

Member - (dt. Mitglieder)

Ony / Onyxia - (Name) ein Boss aus einer Raid – Instanz (ein Drache)

Orgas - Abkürzung für Organisatoren

Quests - (dt. Suche) Auftrag oder Aufgabe trifft es besser, finde ich

Raid - (dt. Überfall) Gruppe von Spielern mit mehr als 5 Leuten

(meist zwischen 20 oder 40)

rare - (dt. selten) Wert eines Gegenstandes (Episch ist wertvoller)

RL - (real Live) = das wahre/echte Leben (dt.) alles außerhalb des Spieles

TS - (Team Speak) = Gruppe spricht (dt.) –ein Programm zur mündlichen

Verständigung mehrer Leute über das Internet (erfordert Headset)

(Benutzer „telefonieren“ kostenlos)

wipe / gewiped - (dt. wischen/reiben) gemeint ist hier aber das Sterben (im Spiel) einer

ganzen Gruppe oder Raids

























Vorwort



„Es ist doch nur ein Spiel!“ Diesen Satz habe ich den vergangenen Monaten immer wieder gelesen, aus den unterschiedlichsten Anlässen heraus und trotzdem nie als glaubwürdig empfunden. Es steckt eben doch mehr dahinter: im Kopf wird es real!!

Ich bin 34 Jahre alt und möchte von meiner Spielsucht berichten. Möchte Außenstehenden Einblicke in meinen Kopf und meine Gedanke geben. Es soll kein Ratgeber sein. Ich möchte einfach nur die Dinge aus meiner Sicht schildern. Vielleicht ergibt sich ja die ein oder andere Erkenntnis daraus. Dann wäre die ganze Zeit wenigstens nicht umsonst investiert gewesen.

















Auszug aus Blizzards Firmenprofil:

Die jüngste Veröffentlichung der Firma ist das Spiel World of Warcraft®, ein Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) in der Welt der preisgekrönten Warcraft Spiele. Als das Spiel am 23. November 2004 in Nordamerika, Australien, und Neuseeland erschien, brach World of Warcraft im Handumdrehen sämtliche Verkaufsrekorde für PC-Spiele und stellte gleichzeitig neue Rekorde für die Accounterstellung und Anzahl aktiver Spieler eines Online-Spiels auf. Mit 240.000 verkauften Exemplaren zum Start wurde es das am schnellsten verkaufte PC-Spiel aller Zeiten. In weniger als drei Monaten wurden mehr als 800.000 Exemplare des Spiels in Nordamerika verkauft. Mit mehr als 750.000 Abonnenten und Spitzenwerten von mehr als 250.000 gleichzeitig eingeloggten Spielern ist World of Warcraft das größte online Spiel in Nordamerika.

Wenige Monate nach dem Start in Nordamerika wurde World of Warcraft in Korea und Europa ebenso erfolgreich veröffentlicht. Am 18. Januar 2005 startete World of Warcraft in Korea, und bereits während des ersten Tages spielten gleichzeitig mehr als 100.000 Spieler. Am 11. Februar 2005 wurde das Spiel in Europa veröffentlicht, wo der Start des Spiels sogar den Erfolg in Nordamerika übertraf. Am ersten Tag wurden mehr als 280.000 Exemplare verkauft, und nach nur drei Tagen stieg diese Zahl auf 380.000 verkaufte Exemplare. Bereits während des ersten Wochenendes konnte ein Spitzenwert von 180.000 gleichzeitig eingeloggten Spielern verzeichnet werden. World of Warcraft wird später dieses Jahr in China veröffentlicht werden.

Blizzards Forschungs- und Entwicklungsabteilung besteht aus mehr als 150 Entwicklern, Produzenten, Programmierern, Künstlern, und Soundtechnikern. Jedes Mitglied von Blizzard ist ein echter Spieleenthusiast, was für die Entwicklung von Computerspielen ein unschätzbarer Vorteil ist.

Im März 1996 wurde Blizzard um Blizzard North erweitert, ein spezielles Team erstklassiger Spieledesigner, dessen Schwerpunkt auf der Entwicklung hochwertiger Unterhaltungssoftware für Computer und Konsolen liegt. Mit Sitz in San Mateo, Kalifornien, ist es das Ziel von Blizzard North, die Spiele Entwicklung auf das nächste Level zu bringen.

Quelle: www.blizzard.de/inblizz/profile.shtml


















Beitrag aus dem Forum von www.onlinesucht.de



März 2006, weiblich, anonymisiert


Sehr geehrte Frau Farke,


seit einiger Zeit schon lese ich mit interesse ihr Forum, da auch Mein Mann (43) seit einem jahr WOW süchtig ist. Er hat jeden Realitätsbezug verloren. Da er bis tief in die Nacht spielt, schläft er oft abends vor dem Computer, wechselt dann natürlich seine Kleider nicht und wäscht sich trotzdem höchstens einmal in der Woche. Außerdem belügt er mich - nicht nur im Zusammenhang mit dem Spiel - häufig.
Unsere Kinder (5 und 6 Jahre) bringt er zwar noch zur Schule, bzw. in den Kindergarten, aber darüberhinaus ist er mir kaum eine Hilfe. Da ich selbst berufstätig bin und beruflich wesentlich mehr eingespannt bin als er, wäre ich auf seine Unterstützung angewiesen, aber die zeigt sich nur in Versprechen, die in den seltensten Fällen eingehalten werden - ebenso wie das Versprechen , mit dem Spiel aufzuhören. Er selbst hält sich nämlich nicht für süchtig, obwohl er außerhalb des Spiels keine sozialen Kontakte mehr hat.
Ich habe ihm nun eine Frist gesetzt, das Spiel aus dem PC zu löschen. Er aber hat diese Frist natürlich nicht eingehalten. Daher werden wir uns jetzt wohl trennen müssen. Ich denke, dass dieser Schritt für mich auf der einen Seite eine ungeheure Erleichterung sein wird, auf der anderen Seite kann ich es nicht glauben, dass mein Mann noch die Antriebskraft aufbringen wird, aus unserer gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Ich persönlich möchte nämlich nicht diese Wohnung verlassen, da ich meiner frisch eingeschulten Tochter nicht ihre sozialen Kontakte nehmen möchte.
Sie haben auf ihrer Seite einige gute Ratschläge gegeben, wie man mit Menschen umgehen soll, die onlinesüchtig sind, aber in einer Familie mit 2 kleinen Kindern sind gewisse Verhaltensweisen einfach unmöglich. Wenn mein Mann den ganzen Tag spielt, anstatt im Haushalt zu helfen oder sich mit den Kindern zu beschäftigen, muss ich eben diese Aufgaben übernehmen und muss dann abends oder nachts noch für meinen Beruf arbeiten. Für mich bleibt da keine Zeit mehr. Wie gerne würde ich auch einmal etwas für mich tun, aber das ist eben sehr selten möglich, da mein Mann sich unbegrenzte Auszeiten nimmt und nur Hin und Wieder - wenn er ein schlechtes Gewissen hat - etwas Engagement zeigt. Ich kann dann auch nicht mehr ruhig oder freundlich auf sein Verhalten ragieren. Die Frustration, die sich im Laufe eines Tages und mittlerweile schon eines Jahres ansammelt ist einfach viel zu groß.
Ich fühle mich einfach total ohnmächtig und reagiere nur noch mit Aggression oder Tränen. Es ist für mich nicht begreiflich, dass ein erwachsener Mann sein Leben dermaßen von einem solchen Spiel beherrschen lässt und seine Verantwortung, die er zumindest seinen Kindern schuldet, einfach außer Acht lässt. Es ist mir auch nicht klar, wie man einen solchen Menschen überhaupt noch erreichen kann. Ich war mit ihm sogar in einer Eheberatung. Als der Psychologe ihm empfohlen hatte, doch einmal einen Monat mit diesem Spiel zu pausieren, behauptete mein Mann ich hätte ihn auf meine Seite gezogen und spielte weiter...
Ich glaube aber nicht, dass ich diesem Spiel irgendeine Schuld geben kann, sondern nur meinem Mann, der sich vor einem Jahr an diesen Computer gesetzt hat, begonnen hat zu spielen und nicht mehr aufhört. Es sind im übrigen - wie mein Mann selbst behauptet - mehrere "ältere Männer" mit Kindern , die dieses Spiel spielen. Aber offensichtlich scheine ich die einzige Ehefrau zu sein, die ein Problem damit hat, oder?





Viele Grüße xxxx



Die Anfänge

Zu aller erst erstellt man sich einen Charakter. Gesicht, Haarform- und Farbe etc. , legt seine Klasse fest (Magier, Krieger, Paladin ect.). Dann gibt man dem Ergebnis einen Namen und schon geht’s los. Mein Paladin hieß Murmelauge und hatte eine Halbglatze. Ich fand das damals originell, da bestimmt nicht viele damit rumrannten.

Ziel ist es irgendwann Level 60 zu werden und dann endlich die „großen“ Instanzen (in welchen man vor Level 60 chancenlos ist) besuchen zu können. Ab diesem Level gibt es da eine große Auswahl mit sehr unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Instanzen sind abgetrennte Abschnitte die nur von einer festgelegten Anzahl Spielern besucht werden können. Von 5- 40 Leuten ist alles möglich. Alle Instanzen sind gleich aufgebaut: es fängt seicht an und am Ende wartet ein „Big-Boss“. Im Schnitt dauert jeder Besuch einer normalen Instanz etwas 2 Stunden, wenn man diese level-gerecht besucht. Ziel ist es dabei immer seine Ausrüstung am jeweiligen Charakter zu verbessern oder andere Gegenstände zu finden. Diese können dann im Aktionshaus (funktioniert wie bei Ebay) verkauft werden. Mit dem daraus erworbenen Gold kann man sich wiederum andere Sachen kaufen (Reittiere zum Beispiel).

Je besser die eigene Ausrüstung ist, umso höher ist auch das Ansehen bei anderen Spielern. Außerdem wird dein Charakter stärker und ist dem durchschnittlichen Spieler überlegen.

Die „richtig guten Gegenstände“ können nur in bestimmten (also schweren) Instanzen gefunden werden und sind nicht käuflich zu erwerben. Für diese Instanzen wiederum sind meist 40 Leute und ein gutes Zusammenspiel erforderlich. Was zur Folge hat, das man ziemlich oft mitgehen sollte, um hin und wieder etwas von dem „Kuchen“ ab zubekommen. Pünktlichkeit und volle Aufmerksamkeit werden erwartet. Ansonsten droht zuerst Punktabzug bis hin zum Ausschluss aus der Gruppe. Außerdem sind diese Instanzen so groß, das sie nicht in 2 Stunden zu schaffen sind. Man hat 1 Woche Zeit um sie zu leeren. Danach wird sie zurückgesetzt und der Tanz beginnt von vorn. Also trifft man sich mit seiner Gruppe wenigsten 3x in der Woche um den ganzen Abend in so einer Instanz zu verbringen. Ein echter 2.-Job ... ungelogen.

Es gibt derzeit 5 Instanzen dieser Art. Eine 6. ist unmittelbar in Planung. Ich war wochentags in 3 (!) großen Instanzen unterwegs.

Wie bereits angedeutet ist mit Level 60 keineswegs Schluß. Viele Aufgaben (zum Teil auch sehr, sehr aufwendige und langwierige – sogenannte Epische Quests sind von dem Programmierern für den Spieler vorgesehen worden. Damit soll der Spielspaß erhalten werden.

Ständig begegnet man anderen Spielern. Die ganze Welt wird sogar erst durch die menschlichen Spieler zum Leben erweckt. Alles andere ist drum herum (einschließlich der Monster etc.) und bildet nur den Rahmen.


Die Kommunikation im Spiel

Unten links ist ein Chat Fenster permanent sichtbar. Es ermöglicht den Kontakt zu anderen. Dabei kann man genau differenzieren zu wem man etwas sagen möchte. Soll heißen:

- ich kann jemanden etwas zuflüstern (das kann dann nur der betreffende lesen),

- ich kann etwas „sagen“ (ist nur in einem bestimmten Radius um mich herum lesbar),

- ich kann etwas in den Gildenchannel schreiben,

- etwas in den allgemein Channel (dann können es alle lesen),

- und etwas in den Gruppen- oder Raidchannel schreiben.

Es ist mir also möglich mich auf verschiedenen Ebenen mit mehreren Leuten gleichzeitig zu „unterhalten“. Unterschiedliche Farben dieser Channels erleichtern die Sache ungemein. Und nach einiger Zeit hat man gar kein Problem mehr die Übersicht zu behalten.

Darüber hinaus gibt es noch das TS. Bei dieser Form der Internet-Telephonie können sich viele Spieler gleichzeitig unterhalten. Besonderst beliebt in den oben erwähnten Raidgruppen. Außerdem kommt man so anderen Spielern noch näher als im Chat, da man ja mit demjenigen spricht.

Da man ja nicht ständig mit 40 Leuten rumrennt, sondern hin und wieder auch mal nur mit zweien oder dreien, ist das****ein starkes „pro – Sucht“ Argument. Denn gerade durch dieses „intime“ Miteinander werden Bande gefestigt, denen man sich später (fälschlicher Weise) verpflichtet fühlt.


WoW

Ich bin ... halt ! Nochmal. Also: Ich war seit 15 Monaten WoW süchtig. Ich bin da nicht aus Versehen reingerutscht. Nein, es war mir bewusst – die ganze Zeit über. Gelegentlich machten wir sogar Witzchen darüber. Dennoch sah ich mich außerstande diesen Zustand zu ändern. Nach einem ¾ Jahr hatte ich schon mal versucht auszusteigen ... erfolglos. Jetzt beim 2. Anlauf klappte es und (im nachhinein) glückliche Umstände halfen mir dabei.

Ich hatte jede freie Minute mit WoW verbracht und mir sooft es ging Freizeit verschafft. Arbeiten blieben unerledigt, andere Hobbys auf der Strecke. Durch den Schlafmangel litt ich ohnehin unter Antriebslosigkeit. Jede zusätzliche Aufgabe (und war sie noch so simpel gewesen) nervte nur und wurde von mir zum Teil recht aggressiv abgeschmettert. Selbst die Ermahnungen meiner Frau und die Gespräche mit ihr, brachten mich nicht dazu meinen Kurs zu ändern. Es hätte mich nicht überrascht wenn sie mich verlassen hätte (und einige Male war sie sehr dicht dran!). Ich hätte es sogar in Kauf genommen, nur um in Ruhe meinem „Hobby“ nachgehen zu können.

Ich habe es zum Glück geschafft von WoW loszukommen. Meine Frau hat mich sehr unterstützt dabei. Ich möchte ihr an dieser Stelle vom ganzen Herzen danken und mich für das vorangegangene entschuldigen!

Ich war jetzt 14 Tage nicht mehr online und gehe auch nicht mehr. Das Spiel ist komplett von meiner Festplatte verschwunden - mein Account stillgelegt. Die beiden ersten Tage waren die schwierigsten. Da hatte ich das Gefühl schon seit Wochen nicht mehr online gewesen zu sein. Danach ging es mit mir aufwärts. Ich hatte „geistigen Hunger“ und habe Gedichte von Goethe und den Film „Romeo und Julia“ mit Leonardo Dicaprio angesehen. Ich kann diesen Typ zwar nicht leiden, aber der original Text von Shakespeare macht es wieder wett.

Mein Leben hat sich zum Glück rasch wieder normalisiert. Ich gehe wieder beizeiten ins Bett. Ich lese wieder Bücher und schaue Filme mit meiner Frau an. Ich habe wieder Zeit für andere Hobbys (und auch Freude daran). Meine Frau meint ich wäre endlich wieder freundlicher und ausgeglichener. Hmmm... wenn sie das sagt ... J

Kluge Köpfe haben mal unterschiedliche Suchtkriterien zusammen getragen. Bis letzte Wochen hätten alle ein dickes Häkchen von mir bekommen:

- - unstillbares Verlangen (Gedanken kreisen ständig um das Spiel, man möchte so bald wie möglich wieder spielen) YES! Ich habe sogar von WoW geträumt! Ständig ging mir irgendwelcher Kram im Kopf rum. Stellenweise war es schwer sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Und .. selbstredend hockte ich sooft ich konnte vor dem Rechner.

- Kontrollverlust über Häufigkeit und Dauer (Spielen füllt jede freie Minute. Die Schlafphase verkürzt sich auf einige Stunden) Ich habe immer darauf geachtet das ich wenigstens 5 Stunden Schlaf abbekam. Hin und wieder wurden es aber auch nur 4. Das war aber eher die Ausnahme. Trotzdem war ich ständig irgendwie müde. Aber zeitiger ins Bett ?? –Niemals!

- Toleranzentwicklung (Kurze Spielzeiten sind nicht befriedigend und hinterlassen das Gefühl nichts erreicht zu haben. Man muß länger spielen, um ein Erfolgserlebnis zu spüren) In einer Stunde erreicht man in WoW nichts! Da wird man gerade erst warm, bzw. ist gerade irgendwo mitten drinnen. Allerdings hätte ich das selbe auch nach 2 oder 3 Stunden gesagt.

- Entzugserscheinungen (Länger Zeit ohne Spielen führt zu Unwohl sein, Nervosität, Aggression ect. –das sich sofort legt wenn man wieder spielt) Nun ja. Ich habe nie gezittert wenn ich mal übers Wochenende weg war. Oder meine Frau angeknurrt als wir im Urlaub waren. Lediglich ... wenn ich dann endlich wieder davor saß, dann wurde ich richtig euphorisch. Es war, als wäre man wieder irgendwo angekommen.

- Vernachlässigung anderer Interessen und Verpflichtungen (Dinge aus der echten Welt werden unwichtig. Schule oder Arbeit erscheinen lästig.) Bis vor wenigen Tagen hätte mein größter Wunsch so ausgesehen: eine einsame Insel mit Vollpension und Rechner mit DSL-Anschluß. (WoW installiert – versteht sich)

- Andauerndes Suchtverhalten trotz schädlicher Folgen (Das Spielen führt zu Unannehmlichkeiten (z.B. Hunger) und Schmerzen. Es ist klar das die Probleme mit dem Spielen zusammenhängen, aber sie erscheinen nicht wichtig genug damit aufzuhören) Zählen da auch Rückenschmerzen dazu? Die hatte ich nämlich öfters. Verfluchter Sessel. Wenn ich daran denke was der mal gekostet hat! Ich weiß aber noch ganz sicher das ich einmal mit Fieber gespielt hatte, bis es nicht mehr erträglich war. Ich war erkältet und sollte eigentlich im Bett liegen. Ich hatte mir die Bettdecke mitgenommen.



*Quelle: Gamestar 06/2006



Dabei hatte ich ein bis dato ein ganz normales Leben. Verheiratet, 1 Kind (2,5 Jahre), ein Häuschen und Arbeit bis zum abwinken. Hin und wieder spielte ich Computer – aber mehr wie ein ganz normales Hobby. Dann kam WoW und ich verlor die Kontrolle!

Wussten Sie übrigens das die Firma Blizzard (die Programmierer von WoW) für ihr Spielprinzip mehrere Preise bekam? (siehe auch www.blizzard.de/inblizz/awards.shtml ) Ein wesentlicher Mitbegründer reiste durch diverse Spielefirmen und gab Seminare zu diesem Thema. Soweit ich diesen verstanden habe, nun der Inhalt in Kurzform:

Um dem Spieler nicht zu verärgern und möglichst lange zu motivieren ist es wichtig, ihn regelmäßig zu belohnen. Das in Aussicht stellen von Belohnungen kann Langzeit- Motivation schaffen. Der Spieler sollte nicht für seine Fehler im Spiel bestraft werden. Schaffe viel Abwechslung.

Blizzard hat das meisterhaft in WoW umgesetzt. Diese virtuelle Welt verändert sich ständig. Sie ist eine große Dauerbaustelle. Neben kleineren Veränderungen, die nebenher laufen wird schon mit Pauken und Trompeten die neue Ergänzung angekündigt: Ab November gibt höhere Level für alle, mehr Items, neue Klassen ... und, und, und - ich brauche nicht weiter aufzuzählen. Es ist klar worauf es hinauf läuft. Wer bis zum November den Absprung nicht schafft wird bis .. ich schätze Anfang Mai 2007... nicht ansprechbar sein!


Mechanismen zur Sucht

Um diese zu erkennen muss man keinen Schimmer vom eigentlichen Spiel haben. Tröstlich, nicht!? Ich finde es eher erschreckend! Denn offensichtlich werden Mechanismen genutzt die ihre Wirkung auch außerhalb des Spieles haben. Aber es kommt noch schlimmer: die Verknüpfungen, aus denen am Ende die Sucht resultiert, werden auf unterschiedlichen Ebenen geknüpft. Ich denke man kann bei WoW zwischen der Sucht zum Spiel bzw. dem Spielprinzip plus der Sucht auf der emotionalen, sozialen Ebene unterscheiden. Und das funktioniert Alters- und Berufs unabhängig.



Das Online-Leben ist schwer! Ständig hat man irgend etwas zu tun. Wenn eine Aufgabe erledigt ist, wartet bereits die nächste - selbst wenn man den höchsten Level erreicht hat. Die Belohnungen vermitteln zwar vorübergehend das Gefühl etwas erreicht zu haben, geben aber keine dauerhafte Befriedigung. Gefundene Gegenstände verbessern die Spielfigur. Diese „wächst“ und wird stetig in irgendeiner Form verbessert. Man identifiziert sich mit und definiert über seine Hauptfigur im Spiel. Und genau hier beginnt die emotionale Ebene – der Kontakt zu anderen Mitspielern. Für mich die stärkste Form der Fesselung an das Spiel. Kein Spielprinzip (und sei es noch so ausgeklügelt und durchdacht) kann es mit der Bindung von Menschen untereinander aufnehmen. In WoW wird man auf sehr unterschiedliche Arten mit eingebunden. Zu nennen wäre:

- Die Gilde Meist bestimmt durch ein freundliches und freundschaftliches Miteinander von Gleichgesinnten. Der Kontakt ist ungezwungen. Man bietet seiner Gilde gern Hilfe an und ist stolz wenn sie in Anspruch genommen wird.

- Der Raid (Raid = siehe unten) Eine Interessengemeinschaft mit dem gemeinsamen Ziel: der Jagd nach Ausrüstungsgegenständen. Die Raidgruppe hat hohe Anforderung an den Spieler. Meistens geht es streng, fast militärisch zu. Neben absoluter Pünktlichkeit wird erwartet, das der Spieler während einer Unternehmung mit der Gruppe, möglichst ununterbrochen zur Verfügung steht und immer das Maximum seiner spielerischen Leistung gibt. Nur so kann der Erfolg einer Gruppe gesichert werden. Die Beute wird nach einem eigenen (von Blizzard unabhängigen) System verteilt, das eine hohe Teilnahme belohnt.

- IG – Freunde (IG = in Game = im Spiel) Personen zu denen man ein engeres Verhältnis aufgebaut hat. Nicht selten teilt man mit ihnen auch RL Sorgen.(RL = real Live = das wahre Leben) Ansonsten sind sie erster Ansprechpartner wenn es um schwierige Aufgaben geht oder irgend etwas erledigt werden muss. Es gilt das „Eine Hand wäscht die andere“ – Prinzip.



Es gibt natürlich auch Sonderformen. Wenn die Raidgruppe und die Gilde eines sind, wird der freundschaftliche Ton meistens darunter leiden. Denn es wird immer Leute geben die man nur akzeptiert weil sie zum Raid gehören. Ansonsten ist man froh nichts mit ihnen am Hut zu haben.



Auszug aus dem Forum der MC-Gruppe SOAR (System of Raid)

(Hintergrund war der Streit zweier Spieler bei einem Raid - der hier aber zu einer Grundsatzdiskussion führt. Bemerkenswertes Beispiel wie Sie auf eine Gruppe eingeschworen werden.)



1. Beitrag (Zitat)

will hier ne diskussion zum raid am 07.05.06 anstarten. und zwar war die stimmung gestern unter aller sau und kaum auszuhalten. und ich hab ehrlichgesagt keine ahnung woran das gelegen hat. den grund dafür würd ich gern mal erfahren. das einzige was mir aufgefallen war, ist dass sich lonie und firedevil ziemlich in die haare bekommen haben. aber sowas gehört weder im****noch im allgemeinen raidchannel ausgetragen. dafür gibts die flüster-funktion oder zur not auch den mage-channel. ich kenn einige raidgruppen die für solche "vergehen" minus-dkp verteilen. genauso machen die das auch bei geddon... wer innerhalb einer gruppe bombt und andere leute mitreist kassiert minus-dkp. dann hört sich das sehr schnell auf (klarerweise). nur bei uns kann man das net durchsetzen, weil wir sowieso froh sein müssen, dass wir grad mal 30 leute zusammenbekommen um halbwegs ne chance gegen ony oder domo zu haben. und alle die meinen, nur das equip zählt, sind hierbei tierisch auf dem holzpfad. das equip trägt etwas dazu bei, aber nur zu einem geringen prozentteil. viel wichtiger sind die leute die in der gruppe sind und den char spielen. da kann er noch so gut equiped sein, aber wenn zu wenig leute dabei sind kannst net klappen. es haben gestern wieder 5 leute gefehlt... andere raidgruppen tun sich das gar net an und sagen: ok... treffen wir uns das nächste mal wieder hier. ohne 40 mann gehn die gar net los. das wollt ich von anfang an eigentlich auch gern haben. nur haben wir halt zu wenig leute. wir haben einfach keinen pool von 80,90 leuten, wo ich sicher sein kann, dass bei jedem raid 40 leute dabei sind und dann noch 5 auf ersatz. so stelle ich mir das vor und net mit 35 leuten anfangen. wir sind eine gute gruppe, gar keine frage. wir haben viel potential.... nur brauchen wir mehr leute damit auch ein gewisser konkurenzkampf zwischen den leuten entsteht. das steigert enorm die leistung.

glaubt ihr dass jenay und ich das witzig finden, wenn wir nie 40 leute sind (seit neuestem net mal mehr am sonntag...)? ich weiß dass da keiner von den aktiven leuten was dafür kann, nur erhoff ich mir einfach dass JEDER sein bestes für die raidgruppe tut und wir uns einfach mehr am riemen reißen. es muss wieder das WIR gefühl entstehen, das wir am anfang hatten (vlt. kam das durch die raschen erfolge, wer weiß...). nur jenay, rahl und ich haben gewarnt, dass ein tiefpunkt kommen wird, an dem wir nicht jede woche einen neuen boss legen oder ähnliches. klar ist momentan ein kleines motivationstief, doch das müssen wir überstehen. wir können net nur erfolge feiern.

wir werden weiterhin aufstocken bis wir eine memberzahl haben, die an die 80 leute geht. mir ist klar, dass jetzt jeder sagt: und woher wisst ihr, dass der/die seinen char gut spielt?
das wissen wir nicht. vlt. führen wir ja einen trial-status ein. das bedeutet, er ist z.b. 4 raids dabei und dann entscheidet der klassenleader in zusammenarbeit mit den orgas ob wir ihn behalten oder net.

und sobald wir über einen großen pool an spielern verfügen, kommen auch die erfolge wieder. es ist mir klar, dass das gestern wieder anpissend war, dass wir bei ony bei 3% gewiped sind. aber es brauch sich keiner über repkosten oder ähnliches aufzuregen, denn es ist jedem klar dass die epics eben enorme kosten mit sich ziehen.

so far.... das is meine meinung. ich hoffe, dass ich damit eine diskussion angeregt habe...



2. Beitrag (Auszug)



Zur Verbesserung der Situation würde ich folgende Dinge vorschlagen:
- Strafpunkte. Ein Tabu, ich weiß, aber jede Raidgruppe verfährt so. Sind wir jede Raidgruppe? Nein... Wir sind Soar, aber ohne Strafen wird es auf lange Zeit nicht anders gehen. Auch wenn wir zu wenige sind. Das ist KEINE Entschuldigung für Verfehlungen, Unkonzentriertheit, Disziplinlosigkeit. Auch ich habe mir gewaltige Schnitzer schon erlaubt. Die Gründe und Ursachen seien dahingestellt. Kümmert auch jetzt nicht. Aber ihr wisst, worauf ich hinaus will.

- Jeder sollte seinen Teil dazu beitragen!!! Wir KÖNNEN und vorallem DÜRFEN nicht erwarten, daß 2 Leute (überlegt mal: ZWEI LEUTE!!!) den LAden alleine schmeissen. Wir alle wollen einen funktionieren Raid, wir alle wollen den Erfolg. Also müssen wir alle auch unseren Teil dazu beitragen und gewisse Aufgaben übernehmen, und wenn sie noch so klein und winzig sind. Hauptsache andere sind entlasstet, stressfreier und konzentrierter. Ausserdem würde aus eben dieser Aufgabenverteilung ein WIR-Gefühl entstehen.

------------------------------------------------

FAZIT:
WIR sind Soar. Und damit wir auch SOAR bleiben, wir wachsen und nicht noch mehr verlieren, reissen wir uns einfach verdammt noch mal zusammen und arbeiten an uns selbst, am Raid und dann wird das auch verdammt nochmal was!! Eine brüchige Mauer ist einsturzgefährdet. Also muss man die brüchigen Stellen ausbessern.

UNITED WE STAND!!!
GEMEINSAM SIND WIR STARK





Soweit noch alles klar? Super! Ich denke langsam kristallisieren sich die Dinge heraus. Aber ich möchte dennoch noch nicht an dieser Stelle enden und zeigen wie stark die Banden sind, welche man da im laufe der Zeit geknüpft hat. Wenn nicht von einem selbst der Wunsch aufzuhören entsteht und konsequent umgesetzt wird, ist man chancenlos. Hier offenbaren sich die Wesenzüge einer Sucht und deren Zwänge.



Wie funktioniert das praktisch? Ich versuche es mal zu erklären. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Sie sind spielen seit einem halben Jahr intensiv WoW. Sie werden von der Gilde freundlich gegrüßt wenn sie kommen und gehen. Ihr Freunde flüstern sie an (Nachrichten die nur Sie sehen können) und fragen ob bei ihnen alles ok ist. Sie sind in einer erfolgreichen Raidgruppe unterwegs. Die Gruppe ist stolz auf diese Erfolge. Die nächsten (höheren) Herausforderungen sind schon geplant und angekündigt. Ihre Ausstattung (kann von jedem beliebigen Spieler betrachtet werden) unterscheidet sich schon erheblich von der der anderen Spieler.

Sie müssen mit WoW aufgrund von RL – Problemen aufhören. Ihr Partner akzeptiert die Abkapselung nicht länger und droht mit Maßnahmen. Oder Sie bekommen Probleme in ihrem Beruf. Es wäre wohl am besten alle Türen zu zuschlagen und jegliche Verbindungen für immer zu trennen. Von heute auf morgen ... gibt es sie nicht mehr. Aber das schaffen die wenigsten! Außerdem gebietet es doch schließlich der gute Ton sich zu verabschieden. (Vorsicht- Ironie!)

Sobald sie also so etwas wie : Lebt wohl! Oder Ade ! in den Chat schreiben lösen sie eine Kettenreaktion, aus die immer wieder ähnlich verläuft. Ihnen legen sich 4 Fesseln um, aus denen sie nicht ohne schlechtes Gefühl oder Gewissen wieder heraus kommen.

Diese haben unterschiedliche Bindungskraft.

Sie verlassen ihren Raid. Sie sind ersetzbar. Wenn sie in Gedanken sind sie schon bei einem Wiedereinstieg sind, werden sie sich einen neuen Raid suchen müssen. Sie fangen dort wieder als „Nobody“ an. Wird dieser auch so erfolgreich sein? Letztlich verzichten sie jetzt ebenfalls bis weiteres auf neue Gegenstände für ihre Spielfigur. Ein Gefühl der Unsicherheit bleibt zurück. Wollen Sie das wirklich alles aufgeben?

Sie verlassen ihre Gilde. Sicher werden alle ihre Entscheidung akzeptieren. „RL geht vor!“ sagt das ungeschriebene Gesetz in WoW. Leider ist das nur halbherzig gemeint. Denn schon in der Verabschiedung wird ihnen ein Wiedereinstieg vorhergesagt, gewünscht und/oder unterstellt. Beispiel gefällig? „Ich hoffe du bekommst das bald in Griff.“ – „Mach mal 1 Monat Pause. Dann sieht die Welt wieder anders aus.“ „Schade! Schau ab und zu mal bei uns vorbei !“ ... Auch Verabschiedungen können integrieren.

Sie verlassen das Spiel. Mit einem mal merken sie, wieviel Freizeit sie in dieses Spiel investiert haben - und fallen in ein Loch. Schon nach 2 Tagen fühlen sie sich, als hätten Sie eine ganze Woche nicht mehr gespielt. Das „Leben“ auf der Internetseite der Gilde geht ohne Sie weiter.

Andere Computerspiele locken sie kaum, weil sie dort allein rum rennen werden – wie öde !

Außerdem haben sie jetzt schon ½ Jahr an ihrer Spielfigur gearbeitet. Es fällt schwer dieses „Werk“ einfach liegen zu lassen. Sonst wären die ganzen Abende des letzten halben Jahres alle umsonst gewesen - verschwendet.

Sie verlassen ihre IG-Freunde. Der schwierigste Schritt! Mark Twain sagte einmal:

Es gibt nur ein Problem, das schwieriger ist als Freunde zu gewinnen: sie wieder los zu werden.

Damit trifft er absolut ins schwarze. Mit diesen Leuten haben sie sich im letzten halben Jahr so gut verstanden wie mit keinem anderen Menschen. Keiner verstand ihre Schizophrenie, die sich aus dem Leben RL und IG ergab, so gut wie diese Leute. Denn denen ging oder geht es genauso. Mit ihnen teilten sie vielleicht sogar RL - Sorgen. Entsprechend direkter wird dann auch die Verabschiedung ausfallen: „Bitte geh nicht!“ - „Was soll ich denn jetzt machen? Alles erinnert mich an dich und an das, was wir gemeinsam erlebt haben.“ – und (die Krönung) „Wollen wir trotzdem noch SMS miteinander schreiben?“

Was glauben sie? Nach wie vielen Tagen würden Sie wieder anfangen? (natürlich „nur“ ihre Freunde besuchen ... versteht sich ).




Blizzard - mein Dealer

Eine provokante Überschrift. Ich finde sie trotzdem treffend. Denn immerhin muss ich monatlich fast 13€ ausgeben um an der virtuellen Welt teil zuhaben. Und ich hätte auch das doppelte dafür hingelegt. Ich würde meine Schmerzgrenze auf etwa 50,--€ pro Monat schätzen.

Wie oben bereits geschildert weiß die Firma von den Suchfaktoren und hat das Spiel nicht aus versehen oder zufällig so gestaltet wie es ist. Unterm Strich beleibt eine Firma die mit Gewinn wirtschaften will und muss. Trotzdem ist sie stets um Seriosität bemüht.

Offizielle Erklärung Blizzards:

„Es ist nicht unsere Absicht, Spieler dazu zu bringen, Spiele auf Kosten anderer Aktivitäten zu spielen.“

„Es ist letztendlich Sache jedes einzelnen Spielers oder seiner Eltern, zu bestimmen, wie viel Zeit er oder sie mit einem Spiel verbringen sollte.“

Ähm ... ja - ich lasse das mal unkommentiert. Was sollte Blizzard auch wegen einer Hand voll Verrückter schon unternehmen!?

Blizzard fügte später die „Eltern Freigabe“ ein. Damit könnten Außenstehende die Online Aktivität genau begrenzen. Leider sind dazu einige vertrauliche Daten notwendig. Wenn der Spieler diese für sich behält, hat man keine Möglichkeit an diese Sperre zu kommen. Blizzard ist nicht zur Herausgabe dieser Daten verpflichtet. Die Aussichten rechtlich, in einem Prozess an diese heran zukommen, würden schlecht aussehen.

Erschwerend kommt hinzu das ein Spieler, sobald er als süchtig erkannt worden ist, seine Daten ganz sicher für behalten wird. Meisten sind die Betroffenen ohnehin über 18 Jahre alt und wohnen vielleicht schon gar nicht mehr bei ihren Eltern.

Dazu ein praktisches Beispiel: Beitrag aus dem Forum von www.onlinesucht.de



WOW - Elterliche Zugangsbeschraenkung, ein Erfahrungsbericht

März 2006, weiblich, anonymisiert

Hallo Frau Farke,

erst mal vielen Dank für Ihre Homepage, die eine große Hilfe für verzweifelte Angehörige darstellt!

Durch Ihren Hinweis kam ich auf die Möglichkeit der elterlichen Zugangsbeschränkung bei WoW. Mein 17 jähriger Sohn bekommt nämlich seine Spielzeiten selbst einfach nicht mehr in den Griff. Meine Erlebnisse mit dieser EZ möchte ich Ihnen hier kurz schildern:
Ich ließ mir von meinem Filius, nachdem ich ihn eine Woche komplett vom Internet abgezogen hatte, WoW-Accountname und Passwort geben. Beim Versuch, die EZ einzurichten wurde ich vom System darauf hingewiesen, dass diese Funktion bereits eingerichtet ist! Und zwar auf die e-mail Adresse meines Sohnes! D.h. ich konnte zwar Änderungen an dem Spielzeitplan vornehmen (mit seinem normalen Passwort) aber das elterliche Passwort nicht abändern. Dadurch hatte er ebenso Zugriff auf den Spielzeitenplan, also waren Änderungen durch mich zwecklos! Dann rief ich bei der technischen Kundenbetreuung an. Dort wurde mir gesagt, dass die minderjährigen Spieler zwar die EZ nicht selbst aktivieren S O L L E N, das aber per Mausklick durchaus können. Na prima!

Aber es kam noch besser: um die bestehende Referenz e-mailAdresse für Änderungen des Passworts für die EZ zu ändern, bekam ich von den freundlichen Mitarbeiterinnen eine lange Liste zugemailt, was ich WoW alles zufaxen muss:


- eine Personalausweiskopie von mir
- eine Personalausweiskopie meines Sohnes
- unsere komplette Adresse
- Accountname
- Authentifizierungscode von der Spiele-CD
- die Bankverbindung meines Sohnes
- seine emailAdresse
- meine e-maiAdresse

und das ganze denn per Fax nach Paris...
Mit der Kopiererei und Faxerei war ich einen halben Tag beschäftigt!
Statt einer Personalausweiskopie meines Sohnes nahm ich die Geburtsurkunde, und den Authentifizierungscode der CD fand ich nicht und hatte auch keine Lust, meinen Sohn, der im Entzug und daher etws gereitzt war darauf anzusprechen. War auch nicht unbedingt notwendig, denn dann ging es doch ganz fix: einen halben Tag später hatte ich ein eigenes elterliches Passwort und die Referenz e-mail Adresse war auf meine geändert.
Alles in allem mußte ich mich zwischendurch fragen, ob ich das mit der elterlichen Zugangsbeschränkung vielleicht falsch verstanden habe, und das nicht eine Zugangsbeschränkung d u r c h die Eltern sondern vielmehr f ü r die Eltern darstellen soll... Wink

Fazit: Minderjährige Gamer, die sich von dem Minivermerk: nur ab 18 Jahre nicht abhalten lassen, können per Mausklick die EZ auf ihre eigene e-mail Adresse OHNE Unterschrift der Eltern, OHNE Personalausweiskopie zum Nachweis der Volljährigkeit einrichten.

Ich konnte mir nicht den Verbesserungsvorschlag an WoW verkneifen, dass es für ihre begabten Programmierer bestimmt kein Problem darstellen sollte, die normale Spieler e-mail-adresse als Referenz e-mail Adresse für die EZ nicht zuzulassen. (Wobei die Jugendlichen dann immer noch eine alternative e-mail Adresse die sie sich woanders zugelegt haben angeben können, also auch keine wirkliche Lösung!)
Nach allem, was ich so in den letzten Wochen und Monaten über WoW gelesen und gehört habe, ist für mich Blizzard inzwischen einer der größten Drogendealer der Welt! Die Chinesen machen es da ganz richtig, wenn sie die Spieleanbieter verdonnern, den Figuren nach 3 Std. Dauerspielziet die Kraft abnehmen zu lassen. Denn so ergeht es den Spielern hinter den Rechnern auch: nach 2,3 Std Dauerspielen verwandeln sie sich in Zombies mit glasigem Blick, die nicht mehr ansprechbar sind.
Die Erfahrung habe ich auf jeden Fall gemacht: Gespräche über das Spiel niemals während oder nach dem Spielen mit dem Abhängigen führen. Das hat nämlich überhaupt keinen Zweck. Da sind die stoned ! Da geht nix rein! Da kommt nix an. Wenn die Gespräche etwas bringen sollen, müssen sie in Abstinenzzeiten oder mindestens nach der Schule/vor dem einloggen geschehen.

Viele Grüße
xxx

Wichtig ist mir der Begriff Sucht. Es ist eine Sucht ! Mir bedeutet das deswegen soviel, weil eine Anerkennung durch die Behörden den Betroffenen und ihren Angehörigen neue Wege erschließen könnte. Ich halte es für eine Verharmlosung zu sagen das es sich um Einzelfälle handelt! In meinem Umfeld sind mir mehrere Beispiele für ausgeprägt WoW-Sucht bekannt. Ich schließe daraus das ich entweder eine merkwürdige Häufung von Einzelfällen kenne oder das Problem schwerwiegender ist als bisher angenommen.

Bei einem wurde ein Studium (5. Semester) wegen mangelnder Leistung abgebrochen. Grund: WoW

Bei einem anderen stand nach einem ¾ Jahr der Gerichtsvollzieher vor der Türe. Der Betroffene hatte es nicht mal mehr geschafft seine Briefe zu öffnen und die Rechnungen zu bezahlen (obwohl er liquid war!). Er lebte quasi zwischen Computer, Bett und Kühlschrank. Grund : WoW

Ich habe noch viel, viel mehr Beispiele im Kopf. Diese würden allerdings zu weit in die Privatsphäre anderer eindringen. Aber unter www.onlinesucht.de finden sich noch etliche, zum Teil sehr krasse, Beispiele.

Lesen Sie doch noch mal den Auszug aus Blizzards Firmenprofil. Fertig? Ok, ich verrate mal was ich gelesen habe: WoW ist erst der Anfang! Das Phänomen der Online-Sucht wird sich weiter entwickeln, parallel zum aktuellsten Spieltitel.

Es lässt sich gut Geld damit verdienen! (und dieser Vorwurf bezieht sich nicht nur auf WoW) Die monatlich Gebühr zur Nutzung des Spieles ist nur ein Anfang. In anderen Spielen ist es bereits möglich Ausrüstungsgegenstände oder die Währung im Spiel für bares Geld zu erwerben. (in WoW =Gold)

Und dabei stecken die Online – Mulitplayer - Spiele (bisher durch die fehlenden technischen Umsetzungsmöglichkeiten begrenzt) noch in den Kinderschuhen.











Fragen an sich selbst:

- Was haben Sie vor WoW gern gemacht ?

- Ist Ihnen bewusst, dass in der Zeit, wo Sie vor dem Rechner hocken, andere Leute Hochhäuser bauen?

- Dass Sie nichts Reales, Greifbares schaffen?

- Sie letztlich nur um den Neid und die Anerkennung von einer Handvoll Leuten buhlen?

- Was werden Sie nach WoW spielen ?



Quelle: http://www.onlinesucht.de/WoW-Tagebuch.htm

Denkt mal drüber nach!!!

Profil | Livenachricht | SMS senden | Gästebuch | Nachricht | Bildergalerie


Beitrag von SanSiro

27.07.2006 20:13:30

SanSiro

SanSiro hat kein Profilbild...

einer reicht!

Profil | Livenachricht | SMS senden | Gästebuch | Nachricht | Bildergalerie


Beitrag von AppelHenka

27.07.2006 20:13:42

AppelHenka

Profilbild von AppelHenka ...

Themenstarter
AppelHenka hat das Thema eröffnet...

bitte closen aus versehen zweimal geposted

Profil | Livenachricht | SMS senden | Gästebuch | Nachricht | Bildergalerie


Seiten: 1

Weitere interessante Beiträge aus dem Forum:
Rede über Drogen - Sucht oder Coolness?
Mittelstand sucht 300.000 Mitarbeiter
Bauer sucht Frau, neue Staffel
fragen zum thema sucht
Bauer sucht Frau Staffel 4


Dein Live Messenger LiveMessenger

Diese Funktion ist nur für Mitglieder verfügbar.

Anmelden | Login

Keine neue Nachricht
Jetzt Gratis bei Pausenhof.de registrieren...

2 Mitglieder online