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Beitrag von rienschn

17.09.2006 18:36:41

rienschn

Profilbild von rienschn ...

du bist gemein, jetzt kann ich nicht schlafen, weil ich wissen will, wies weitergeht =)

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Beitrag von BlackSilver

17.09.2006 18:45:16

BlackSilver

BlackSilver hat kein Profilbild...

schon. ich auch. ich dachte, das wäre das ende..

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Beitrag von nugat

17.09.2006 19:28:20

nugat

Profilbild von nugat ...

ich find die storry mal echt sau gut, bin voll gespannt wies weiter geht, und vorallem warum die so brutal zu dem kind sind.
musst unbedingt das ende der storry hier auch wieder rein tun.

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Beitrag von EternalEvil

17.09.2006 20:36:03

EternalEvil

Profilbild von EternalEvil ...

Themenstarter
EternalEvil hat das Thema eröffnet...

freut mich wenns n paar gibt denen es gefällt...

hab bis jetzt schon alles was ich in den letzten Jahren geschrieben habe hier im Pausenhof gepostet...werd ich natürlich weiterhin tun...

n Ende gibts aber nicht, das ist sicher...

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Beitrag von EternalEvil

27.09.2006 19:14:58

EternalEvil

Profilbild von EternalEvil ...

Themenstarter
EternalEvil hat das Thema eröffnet...

hab mal noch paar Seiten geschrieben...zufrieden bin ich nicht...wie immer...is ja klar....
ist eh erstmal nur die Rohfassung, die Feinheiten kommen später...
n Titel hab ich immer noch nicht...




Im Krankenhaus zu übernachten war eigentlich keine gute Idee, doch es blieb mir nichts anderes übrig. Im ganzem Durcheinander habe ich vergessen sie anzurufen. Stinksauer wird sie sein. Jetzt ist es eh zu spät. Sie versteht das schon, wenn ich es ihr erkläre, wenn ich es ihr erklären könnte. Ich weiß ja selbst nicht was hier wirklich los ist. Die vielen Leute. Nur wegen einem Waisenjungen. Da steckt mehr dahinter. Ich brauch nur die richtigen Fragen an die richtigen Leute zu stellen. Mein Ausweis erlaubt mir jeden alles zu fragen. Nur bei wem soll ich anfangen. Es sind so viele Leute hier. Nach dem Kind zu suchen wäre aussichtslos, lieber warte ich hier bis ihn jemand irgendwo sieht. Nur wenn alle hier sind, kann ihn keiner sehen. Bleiben nur noch die Fragen, welche Fragen. Geht es mich überhaupt etwas an. Sind es berufliche Fragen oder mein persönliches Interesse an dem Fall. Warum sind nur die vielen Leute hier. Sie drängen sich auf den Fluren, behindern die Arbeit der Ärzte. Alle reden durcheinander. Keiner scheint zu wissen was wirklich vorgefallen ist. Im Gedränge zieht mich jemand am Arm in einen kleinen Raum. Hier sind nur ein paar Leute in Anzügen. Endlich etwas Ruhe.
„Setzen Sie sich.“
Der Raum ist nur spärlich beleuchtet. Ein alter Mann sitz am Tisch. Ich geh der Aufforderung nach und setze mich zu ihm. Hinter mir ist eine Glasscheibe durch die man in einen anderen Raum blicken kann. Zugleich ist diese Scheibe die einzige Lichtquelle.
„Ich möchte, dass sie sich das ansehn.“
Der Mann hat sich mir nicht vorgestellt, doch scheint er zu wissen wer ich bin. Er reicht mir einen Umschlag. Ohne nach dem Grund zu fragen nehme ich diesen entgegen. Er enthält mehrere Fotos, sehr alte Fotos, verblasst und vergilbt. Im fahlen Licht des Raumes ist kaum etwas zu erkennen. Es sind Bilder von Kindern und Erwachsenen. Bilder von Waisenhäusern. Ich betrachte sie nur flüchtig. Das letzte Bild jedoch ist es wert die Fotos genauer zu betrachten. Es ähnelt dem Bild, welches ich Gestern Morgen gemacht habe. Unmöglich. Das Bild zeigt den alten Mann in jungen Jahren, doch vielmehr zieht es meine Blicke auf das was er in den Armen hält.
Die anderen Bilder. Das kann nicht sein.
„Das ist jetzt 60 Jahre her.“
Der alte Mann will mich wohl auf den Arm nehmen.
„In den Nachkriegsjahren ging alles drunter und drüber. In manchen Gegenden wurden die Häuser sehr schnell wieder aufgebaut. Anderswo gab es wichtigere Dinge und nur langsam kehrte Normalität ein.“
Der Alte hatte Mühe zu sprechen, wahrscheinlich bin ich der letzte, der seine Geschichte hören wird.
„Ich war damals noch sehr jung, es gab nichts zu essen und kaum bezahlte Arbeit.“
Immer wieder unterbrach seine Sätze. Ich kann nichts anderes tun als zuzuhören, so unglaublich es sein soll und ich nicht verstehe, warum er gerade mir das erzählt.
„Um wenigstens ein wenig die Zeit totzuschlagen, durchwühlten wir, ich und ein paar andere, die Trümmer der Häuser. Viele waren schon vor uns hier gewesen und wir mussten immer tiefer graben. Zu finden gab es kaum etwas. Ab und zu stießen wir auf halbverweste Leichen, es war schrecklich, wir begruben sie auf dem Friedhof, keine leichte Arbeit, aber jemand musste es tun. Außer uns war niemand anderes da.“
Ich wünschte der Mann würde endlich zur Sache kommen. Aber ich will ihn nicht drängen, jetzt will ich alles wissen.

Sehr weit bin ich noch nicht gelaufen. Müde bin ich trotzdem. Von einer kleinen Anhöhe kann ich ein Einkaufszentrum erkennen. Es ist noch sehr früh und die Geschäfte sind geschlossen. Das ist die Gelegenheit. Ich habe Hunger und mir ist kalt. Ich muss nur einen Eingang finden und mir unbemerkt die Dinge besorgen die ich brauche. Leichter gesagt als getan. Einkaufszentren sind stark bewacht und das Personal, Verkäufer, Kassierer, Lagerarbeiter, es werden schon einige von ihnen da sein um Vorbereitungen zu treffen eh der erste Kunde kommt. Ich muss es trotzdem versuchen.
Ein Loch im Zaun lädt mich geradewegs ein. Der Wareneingangsbereich ist menschenleer. Man muss auch mal Glück haben. Einmal drin kann ich mich hinter den Regalen verstecken, das ist dann kein Problem. Eine offene Tür, ein gekipptes Fenster, irgendwas muss doch zu finden sein. Bingo. Eine der Laderampen ist nicht ganz geschlossen. Der Spalt ist gerade groß genug um mich durch zu quetschen. Ich schaffe es nur mit Mühe. Möglicherweise muss ich mir auf dem Rückweg einen anderen Ausgang suchen.
In der Lagerhalle ist es dunkel, weit und breit ist niemand zu hören oder zu sehen. Ich taste mich durch die Gänge. So leise wie möglich. Es könnte ja doch jemand hier sein. Durch eine kleine Tür gelange ich in eines der Geschäfte, eins für Sportartikel. Hier lässt sich so einiges finden. Schuhe, passende Kleidung und noch mehr. Ich habe nicht viel Zeit. Komisch, dass auch hier niemand ist. Fast so als würde es jemand wollen, dass ich mich hier bediene. Ich werde später darüber nachdenken. Jetzt fehlt mir die Zeit. Wenn ich hier erwischt werde sperren sich mich irgendwo ein. So leicht kann ich dann nicht noch einmal entkommen.
Ich beeil mich. Die Sachen passen perfekt. Eines der Überlebensmesser werde ich mir vorsichtshalber auch mitnehmen, für alle Fälle. Sicher ist sicher. Wenn ich noch etwas zum essen hätte. Ich werde mein Glück aber nicht weiter auf die Probe stellen. Besser ist es wieder zu verschwinden.

Der alte Mann, er erzählt seine Geschichte als wäre sie erst Gestern passiert. Würde ich ihn nach Gestern oder Vorgestern fragen, er würde nur wenig darüber sagen, er wird es vergessen haben. Doch die Geschichte die er erzählt, auch ich werde sie nicht vergessen.
„An einem heißen Sommertag, wir waren mal wieder unterwegs, heute dachten wir würden wir endlich etwas wertvolles finden. Hätten wir bloß nicht gegraben, nicht an dieser Stelle. Aber wenn wir nicht gegraben hätten dann jemand anderes.“
Ich weiß was sie gefunden haben, das Foto ist der Beweis. Warum umschreibt es der Alte so. Nur um es glaubhafter zu machen. Ich habe den Jungen gesehen, ich weiß, dass es kein normales Kind ist. Er soll mir sagen was ich noch nicht weiß, wer er ist, was er ist. Ich höre weiter zu, fragen kann ich später.
„Wir hatten diese Stelle schon öfters durchsucht, hier und da gab es etwas Brauchbares. Wir räumten wohl tonnenweise von Schutt beiseite. Dann fanden wir ihn.
Ein kleiner Junge, höchstens 9 Jahre alt, so sah er jedenfalls aus. Er trug die Uniform der Hitlerjugend. Sie war stark verschmutzt und zerrissen, aber ich hatte als Kind die gleiche Uniform.“
So wie er erzählt erinnert er mich ein wenig an meinen Großvater. Ein gebrechlicher Kreiß. Er hatte ebenfalls diese Zeit durchlebt, eine Zeit an die man sich nicht gerne erinnern mag, aber die man kaum vergessen kann, die man nicht vergessen sollte.
„Der Junge lag einfach da, als würde er schlafen. Ich war derjenige der ihn schließlich aus den Trümmern zog. Er war wie eine Marionette, der man die Fäden zerschnitten hatte. Äußerlich war er unversehrt. Er musste mindestens zwei, drei Jahre verschüttet gewesen sein. Doch er sah aus als würde er nur schlafen. Ich trug ihn wenige Schritte. Niemand wagte es auch nur ein Wort zu sprechen. Ich legte ihn auf die Motorhaube eines ausgebrannten Armeegeländewagens. Dieser arme, kleine Junge. In mir kamen die schrecklichsten Erinnerungen hoch. Erinnerungen an Freunde, Bekannte, Verwandte. Warum mussten sie sterben? Kinder sollten nicht sterben, nicht so.“
Wieder hält der Mann einige Zeit inne. Ich will gar nicht wissen welches Szenario sich gerade hinter seinen Augen abspielt.
„Ich sah ihn mir genauer an, den Jungen. Seine Arme und Beine wiesen einige Frakturen auf und sein Genick war an mehreren Stellen gebrochen. Ich weiß nicht warum, aber ich begann damit die Frakturen zu richten, so gut ich es konnte zumindest. Wahrscheinlich konnte ich den Anblick der verdrehten Gliedmaßen nicht ertragen. Hätte ich es lieber nicht getan. Vieles wäre mir im Leben erspart geblieben.“

Raus zu kommen war noch leichter als rein. Und genau im richtigen Moment. Neben dem Einkaufszentrum hat ein Bus gehalten. Sehr viele Leute steigen aus. Sind wohl die Angestellten. Unglaublich wie viele Menschen in einen Bus passen. Der Parkplatz füllt sich auch allmählich. Paar Minuten später und ich hätte es nicht so einfach gehabt.
Irgendwie schaffe ich es vom Fahrer unbemerkt in den Bus zu steigen. Fast alle Fahrgäste sind ausgestiegen. Nur noch eine alte Frau, die direkt hinter dem Fahrer sitz, ein Jugendlicher auf der Rückbank und ein Typ der aussieht als wäre er gerade aus dem Müll gekrochen, sind noch geblieben. Der Bus fährt an bevor ich mich richtig setzen kann. Dabei stoße ich hart mit dem Kopf auf die Lehne eines der Sitze. Vielleicht hat mich der Busfahrer doch bemerkt und das ist der Fahrpreis. Viel Zeit zum nachdenken bleibt mir nicht. Der komische Typ hat sich neben mich gesetzt und starrt mich an. Er sieht nicht nur aus wie aus dem Müll, er riecht auch so. Ich hasse es wenn mich die Leute anstarren. Ich seh zum Fenster raus. Das Gesicht des Typen spiegelt sich in der Scheibe, so kann ich ihn beobachten. Dieser irre Blick, die vergammelten Klamotten und der Gestank. Ich muss mich zwingen mich nicht zu übergeben. Das einzige was ich tun kann ist dasitzen und warten, ich darf nicht auffallen, ich bin noch nicht weit genug gekommen, sie würden mich zurückbringen und das muss ich mit allen Mitteln verhindern. Aber diese Typ, normal ist der nicht. Er brauch nur eine dumme Bemerkung zu machen, ein falsches Wort und ich stech ihm das Messer ins Herz.

Allmählich werde ich ungeduldig, der Alte erzählt die Geschichte als wäre sie auf einem Videoband gespeichert, bloß gibt es keine Vorspulfunktion. Viel lieber wüsste ich warum er gerade mir das alles erzählt.
„Wir wollten das Kind am Abend auf den Friedhof bringen, wie wir es mit all den anderen getan haben. Etwas wertvolles gefunden hatten wir bis dahin noch nicht, deswegen machten sich alle wieder an die Arbeit. Kaum einer dachte an den Jungen. Ab und zu sah ich mich zu ihm um, mehr aber auch nicht. Bis ich ein dumpfes Geräusch hörte. Das Geräusch veranlasste mich noch einmal zum Geländewagen zu sehen. Der Junge lag jetzt auf der Erde. Alleine konnte er nicht heruntergefallen sein, dachte ich. Deswegen schnauzte ich meine Kameraden an. Doch keiner wollte es gewesen sein. Ich ging also näher heran.“
Der Junge lebte, welch eine Überraschung. Ob der Alte überhaupt weiß, dass ich es weiß. Er soll mir berichten was ich nicht weiß.
„Der Junge atmete. Erst ziemlich unregelmäßig, aber jede Minute kräftiger. Keiner konnte sich das erklären, also blieb uns nur die Möglichkeit zu warten bis der Junge zu sich kommen würde. Darum beschlossen wir ihn ins Krankenhaus zu fahren.“
Langsam wird mir die Geschichte zu langweilig.
„Warum erzählen Sie mir das alles?“
Jetzt konnte ich meine Klappe nicht mehr halten. Der Alte reagiert gar nicht darauf und setzt seine Erzählung fort.
„Niemand im Krankenhaus wollte mir die Geschichte glauben. Hätte ich es nicht selbst erlebt, ich hätte es auch nicht geglaubt.“
„Mir brauchen Sie das nicht zu erzählen ich habe ihn gesehn, ich glaube Ihnen!“
Der Alte macht nur eine Handbewegung, ich soll mich wohl noch etwas gedulden. Ich war noch nie ein sehr geduldiger Mensch, aber mir bleibt wohl nichts anderes übrig.

Der Bus ist direkt ins Stadtzentrum gefahren. Eigentlich wollte ich genau das vermeiden, aber ich kann nicht noch länger mitfahren. Bei der nächsten Haltestelle steige ich aus. Bevor es noch einer bemerkt. Ob sie den Typen dann gleich auf den Müll werfen. Wo er hingehört. Wenigstens starrt er mich nicht mehr an. Nur schade um das schöne Messer.
Der Bus hält direkt am Stadtpark. Hier bin ich schon einmal gewesen und kenne mich etwas aus. Es gibt ein paar gute Möglichkeiten, sollte ich mich verstecken müssen. Auf längere Zeit kann ich aber nicht hier bleiben, das steht fest. Ich muss mir endlich überlegen was ich machen soll, wo kann ich hingehen, wer beantwortet meine Fragen. Von allein kommen die Antworten nicht und die Zeit ist gegen mich. Sie suchen mich, sie dürfen mich nicht finden. Wenn ich mich nur erinnern könnte.
Eine Frau und ein Kind auf der anderen Straßenseite lenken meine Aufmerksamkeit auf sich. Sie rufen und winken. Nicht zu mir. Sie wollen wohl noch mitfahren. Zu spät, der Busfahrer hat sie wohl nicht bemerkt. Die beiden rufen lauter. Alle sehen zu den beiden hin, aber der Bus ist längst weg. Pech für die zwei. Sie müssen es wirklich eilig haben. Hier fahren die Busse alle 10 Minuten. Kein Grund so leichtsinnig über die Fahrbahn zu laufen. Alle sehen zu den beiden hin, ich bräuchte mir das nicht anzusehn. Das quietschen der Reifen und der Geruch von verbranntem Gummi sagt mir alles. Die Frau kann das Kind noch von der Straße zerren, wird aber selbst von einem Auto erfasst. Sie prallt mit voller Wucht auf die Windschutzscheibe und wird einige Meter weit geschleudert. Ein bisschen wie in Zeitlupe kommt es mir vor. Ich kann ihr schmerzverzogenes Gesicht sehen, als würde sie um Gnade flehen, für sich und das Kind. Gnade für ihre Dummheit. Sie bleibt auf dem Asphalt liegen. Ihr Gnadenersuch ist wohl auf taube Ohren gestoßen. Das Auto erwischt sie ein zweites mal. Ich höre wie die Knochen der Frau brechen, gemischt mit einem Geräusch, das so ähnlich kingt als wenn man auf eine halb volle Milchtüte tritt. Blut und Innereien verteilen sich auf der ganzen Straße. Das Auto fährt einfach weiter. Vielleicht merkt sich jemand das Nummernschild, sind ja genug Leute hier die es gesehn haben können. Fassungslos stehen manche da. Andere rufen und kreischen. Einige rennen rum, völlig planlos. Fast schon amüsant diese Szene zu beobachten. Nur das Kind ist auffällig ruhig. Sicher geschockt von dem Vorfall sitzt es da und starrt auf den schleimigen, roten Haufen was mal die Frau war. Ihre Muskeln zucken etwas und immer noch läuft Blut aus. Die erste Tote die das Kind sieht und dann noch die eigene Mutter. Wenn es die Mutter ist, kann ich ja nicht wissen. So schnell kann sich das Leben ändern, von einer Sekunde zur anderen. Frag mich wer wohl jetzt schlechter dran ist, die tote Frau oder das Kind. Was ist schlimmer, der Tod oder das Leben mit diesen Erinnerungen. Was wird jetzt aus dem Kind. Wäre es nicht besser genauso auf der Straße zu liegen wie die Frau. Ich weiß wie das Kind jetzt fühlt, wie es sich sein Leben lang fühlen wird. Welche Gedanken ihm durch den Kopf gehen werden und welche Träume es quälen. Es kann daran zu Grunde gehen, genau wie ich.
In wenigen Minuten wird es nur so von Polizisten wimmeln wird. Sie dürfen mich nicht finden. Zeit für mich hier zu verschwinden. Das könnte meine Flucht massiv behindern. Die Chance entdeckt zu werden ist jetzt noch viel größer als zuvor. Warum muss sich die blöde Kuh auch gerade hier übern Haufen fahren lassen. Mir bleibt nur noch der Park.

„Ich wartete im Zimmer des Jungen. Alles andere um mich herum war mir egal. Ich hatte die Augen nur auf ihn gerichtet. Ich dachte auch an nichts. Ich wartete nur. Keine Ahnung wie lang, Minuten, Stunden. Ich sah nur auf ihn. Seine Augen, sie zuckten von Zeit zu Zeit.
Seine Augen, ich werde den Moment nie vergessen als er sie endlich öffnete. Es war als würde er sie zum allersten Mal benutzen. So klar und unschuldig. Die Deckenlampen spiegelten sich darin.“
An diese Augen kann ich mich auch sehr gut erinnern, doch war von der Unschuld nicht viel zu sehn. Sie hatten wohl einen Teil ihres Glanzes verloren, das habe ich erkannt.
Der Alte macht wieder eine Pause. Gelegenheit für mich um weiter Fragen zu stellen.
„Konnten Sie damals mit ihm sprechen. Wissen Sie wer er ist?“
Diesmal reagiert der Alte. Er blickt mich an und nickt leicht mit dem Kopf. Ein ungläubiges Nicken.
„Niemand weiß wer er ist. Er hat nie ein Wort gesprochen. Weder sein Name noch seine Herkunft ist bekannt.“
Wenn der Alte mich verärgern wollte, hätte er sich die Geschichte sparen können, eins in die Fresse hätte auch gereicht.
„Alle nannten ihn nur 'das Kind' und weil wir in der amerikanischen Zone waren, wurde schnell 'Kid' daraus.“
Toll, jetzt habe ich mir das Gequatsche des Alten angehört und bin keinen Schritt weiter.
„Sie haben ihn in ein Waisenhaus gesteckt. Von da an habe ich nichts mehr von ihm gehört, bis Gestern. Mein ganzes Leben hatte ich ihn gesucht. Mich gefragt was er wohl macht und wer er wirklich ist. Die ganze Welt habe ich bereist. Antworten fand ich keine.“
Ich habe jetzt genug gehört, ich will aufstehen und gehen, der Mann hält mich zurück.
„Sie fragen sich warum ich das alles gerade Ihnen erzähle. Dabei müssten Sie es besser wissen als alle anderen.“
Was hat er jetzt damit gemeint. Ich werd einfach nicht schlau aus dem Alten.
„Nehmen Sie die Bilder mit und sehen Sie sie noch einmal in Ruhe an.“
Ich nehme den Umschlag und verschwinde durch die Tür.

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Beitrag von EternalEvil

13.10.2006 22:40:12

EternalEvil

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EternalEvil hat das Thema eröffnet...

Jetzt bin ich schon den ganzen Tag hier. Ich weiß nicht einmal wie spät es ist. Ich beobachte die Leute. Sie gehen an mir vorbei als ob ich gar nicht da wäre. Die meisten. Wenige schauen mich an, vielleicht unbewusst. Die Sonne scheint und es ist ziemlich warm für die Jahreszeit. Der Wind weht leicht und lässt die Blätter von den Bäumen fallen. Ein paar Kinder spielen damit. Scheinbar heile Welt. Schade, dass ich nicht dazu gehöre. Ich passe nicht hier her. Nur wohin sonst. Wieder gehen mir die Gedanken durch den Kopf, die bruchstückhaften Erinnerungen von denen ich nicht weiß ob es meine sind oder nur Wahnvorstellungen. Trugbilder meiner Fantasy oder grausame Realität die mein Inneres zu vergessen versucht. Alleine kann ich die Wahrheit nie erfahren, das ist mir schon seit langem bewusst. Ich muss jemanden finden der mir hilft. Nur wen. Und wo. Nicht hier. Die Zeit läuft mir davon. Es dämmert schon und die Sonne verschwindet hinter den Häuserzeilen. Ich steige auf ein Klettergerüst um die letzten Strahlen noch so lange wie möglich aufzunehmen für die kommende, kalte Nacht, die ich sicher wieder im Freien verbringen werde. Das Licht blendet mich. Ich schließe die Augen und stell mir vor zu schweben, ganz unbeschwert und frei wie ein Vogel der dem Sonnenuntergang entgegen fliegt.
„Was machst du da!?“
Eine Frauenstimme reißt mich aus meinen Traum. Beinahe wäre ich abgestürzt.
„Das ist nicht ganz ungefährlich was du da machst.“
Was weißt du schon.
„Bist du alleine hier?“
Was für eine dumme Frage, das sieht man doch. Ich will meine Ruhe haben. Was geht es der Frau an was ich mache. Noch immer geblendet vom Licht versuche ich vom Gerüst zu springen. Dabei schlage ich mit dem Arm auf eine Metallstange. Ich hatte schon schlimmere Schmerzen, aber sehr angenehm ist das nicht. Alles nur wegen der Frau.
„Hast du dir weh getan?“
Was will die Frau von mir. Wenn sie nicht wäre, wär mir auch nichts passiert.
„Tut mir leid, es war meine Schuld.“
Wenigstens ist sie einsichtig.
Sie packt mich leicht am Arm. Um sich zu vergewissern, dass auch wirklich alles in Ordnung ist.
„Scheint ja noch alles dran zu sein.“
Ein sarkastisches Lächeln streift über ihr Gesicht. Sie scheint schon etwas älter zu sein. Jedoch verbirgt sie sich hinter ihren jugendlichen Klamotten und der ihrem Alter nicht ganz gerecht werdenden Frisur.
„Ja, was machen wir jetzt mit dir?“
Nichts. Ich löse ihren Griff, dreh mich um und gehe.
„Warte doch.“
Sie ist wohl nicht bereit nachzugeben.
„Soll ich dich nach Hause bringen?“
Nein, alles nur das nicht. Ich laufe etwas schneller. Die Frau folgt mir.
„Bist du von zu Hause weggelaufen?“
Ja und nein. Es hat wohl keinen Sinn weiter zu gehen. Schnell hat mich die Frau eingeholt.
„Aha, hab ich mir doch fast gedacht.“
Jetzt liegt es an der Frau was als nächstes passiert. Auf keinen Fall geh ich zurück. Notfalls werde ich der Frau weh tun müssen.
„Am besten du kommst erstmal mit zu mir nach Hause. Alles Weitere werden wir dann sehen. Einverstanden!?“
War es eine Frage oder ein Befehl. Ich hab kaum eine andere Wahl. Und besser als die Nacht im Park zu verbringen ist es allemal.

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Beitrag von EternalEvil

14.10.2006 22:18:47

EternalEvil

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push...weil mir grad so ist..lol...

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Beitrag von EternalEvil

28.10.2006 18:36:07

EternalEvil

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Den ganzen Tag bin ich schon mit dem Wagen unterwegs. Ich hab den Funkverkehr abgehört. Aber gefunden hab ich nichts, gar nichts. Nur dummes Gequatsche. Ein Unfall am Park, ein toter Junky im Linienbus. Nichts was auch nur annähernd mit meinem Fall zu tun hat. Auch die dämlichen Bilder hab ich mir tausendmal angesehn. Ich kenne keinen der Leute die darauf abgebildet sind. Warum hat sie mir der Alte gegeben. Ich verstehe es nicht, bin ich so blind oder ist mein Verstand noch vertrockneter als seiner? Was will er mir sagen? Warum hat er mir die Geschichte erzählt und mir dann dieses Rätsel aufgegeben? Wenn sie wissen wer der Junge ist und was er ist, warum haben sie es mir nicht erzählt? Und warum haben sie ihn dann weglaufen lassen? Haben sie ihn weglaufen lassen? Kann es sein, dass sie ihn absichtlich gehen gelassen haben? Aber warum? Warum! Mir platzt der Schädel. Diese verdammten Fotos. Ich werf sie aus dem Fenster. Ich... Moment, Fenster, die Gebäude!? Das ist es! Natürlich! Warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen. Der Junge war nicht nur in diesem einem Waisenhaus. Jedes der Bilder zeigt ein anderes. Sicher sind schon einige davon geschlossen. Wenn ich aber Antworten suche, werde ich sicher in dem einem oder anderem welche finden. Ich mach mich gleich auf den Weg. Sorry Schätzchen, heute werde ich wieder nicht nach Hause kommen, aber das hier ist wichtiger. Sie wird es verstehn.

Die Frau wohnt im achtem Stock eines Wohnhauses. Wir sind mit dem Fahrstuhl nach oben gefahren. Sie scheint ein Problem mit Alkohol zu haben, das riecht man. Hier in ihrer Wohnung wird das bestätigt. Überall stehen leere Flaschen herum. Es ist ihr wohl peinlich, weil sie sie schnell in einen Schrank räumt. Es ist eine ziemlich große Wohnung für eine alleinlebende Frau. Möglicherweise hat sie früher mit jemandem anderes hier gelebt. Es sind aber keine Fotos oder andere Dinge zu sehn, die das bestätigen könnten.
Sie kramt in der Küche herum. Hier sieht es noch unordendlicher aus als in der restlichen Wohnung.
„Hier, das kannst du essen.“
Sie hält mir ein Schinken-Käse-Sandwich entgegen. Selbstgemacht. Ich hab schon seit Tagen nichts mehr gegessen. Es wird mich schon nicht umbringen.
„Ich lass dir ein heißes Bad ein. Das hast du nötig.“
Stellt dich die Frage wer es wohl nötiger hat. Ich hoffe, dass das Badezimmer wenigstens ein bisschen besser aussieht. Das Sandwich ist grauenhaft.
Während die Frau weg ist, hab ich Zeit mich etwas genauer umzusehn. Das Wohnzimmer ist im Vergleich zur restlichen Wohnung recht klein. Sieht garnicht nach Wohnzimmer aus, vielleicht diente es früher für etwas anderes, sieht eher nach Abstellkammer aus. Überall liegen Zeitungen und ungeöffnete Briefe herum. Rechnungen. Scheint wohl in Geldnöten zu sein die Frau. Die Möbel passen überhaupt nicht zusammen. Ein kleiner Fernseher steht in der Ecke. Ansonsten nichts auffälliges. Keine Blumen, keine Dekorationsgegenstände. Die anderen Türen sind verschlossen. Ich will auch gar nicht wissen was sich in diesen Räumen befindet.
„So, fertig. Wenn du willst helf ich dir beim ausziehen.“
Was sollte der Spruch. Für was hält sie mich. Für was soll ich sie halten.
Ich geh an ihr vorbei ohne sie anzusehn. Die Badezimmertür hat kein Schloss. Wehe ihr sie wagt es hereinzukommen.
Widererwartend sieht es hier erstaunlich sauber aus. Das Bad ist geräumig aber auch nur spärlich möbliert. Ein sehr großer Spiegel fällt mir sofort ins Auge. Ich mag Spiegel nicht. Sie zeigen eine verkehrte Welt und doch auch die Realität. Ich seh schlecht aus. Überall klebt noch der Dreck aus dem Wald. Dass ich das jetzt erst bemerke. Hab wohl doch ein Bad nötig.
Die Wanne ist etwa halb gefüllt. Nach den Erlebnissen der letzten Tage tut es gut die Wärme zu fühlen. Ich halte den Atem an. Mein ganzer Körper ist mit Wasser bedeckt. Diese Ruhe. Nur das Schlagen meines Herzens ist zu hören. Leise. Es stört mich nicht. Im Gegenteil. Gut zu wissen, dass ich auch ein Herz habe.

Es war eine gute Idee zur Stadtbibliothek zu fahren, um in den Archiven nach den Waisenhäusern auf den Fotos zu suchen. Zu dumm nur, dass bereits geschlossen ist. Am Haupteingang befindet sich keine Klingel. Möglich, dass ich trotzdem hinein darf. Schließlich handelt es sich um einen Notfall. Nur wenn ich niemanden hier finde, werde ich wohl bis morgen warten müssen. Jede Minute die ich verschwende entfernt mich weiter von meinem Ziel. Je mehr ich mich in den Fall hineinsteigere, desto weniger versteh ich. Um so mehr ich darüber nachdenke verstärkt sich die Frage warum ich das überhaupt tue. Was geht mich der Junge an. Warum soll gerade ich ihn finden. Wieso bin ich hier? Warum bin ich nicht bei ihr? Fragen über Fragen und keine Antwort. Es hilft nichts. Ich muss warten.

Wieder einer dieser Alpträume. Ich habe das Gefühl, sie werden stärker von Nacht zu Nacht. Wo bin ich. Träume ich noch. Ich liege in einem Doppelbett. Draußen scheint die Sonne. Ich muss wohl eingeschlafen sein. Meine Sachen liegen neben mir auf einem Stuhl. Das andere Bett ist leer und zerwühlt. Hat sie hier gelegen. Warum hat eine alleinstehende Frau ein Doppelbett. Wieso hat sie mich nicht geweckt. Lebt sie doch nicht allein. Aber auch hier gibt es keine Bilder, nichts. Nur das Bett und einen Schrank. Wieder ein Spiegel. Wenigstens seh ich nicht mehr so schlecht aus wie Gestern. Keine Ahnung wie spät es ist. Ich zieh mich an und gehe ins Wohnzimmer. Da steht die Frau. Sie starrt in den Fernseher. Ob sie mich überhaupt bemerkt hat. Sie sieht sich die Nachrichten an. Sie zeigen einen kurzen Ausschnitt, wie zwei Männer einen Sarg in einen Leichenwagen schieben. Oben in der Ecke ist ein kleines Foto eingeblendet. Woher haben sie das. Wie können sie das wissen. Ab jetzt wird es wohl noch schwieriger sein unbemerkt zu bleiben. Es ist ein schlechtes Foto. Die Frau weiß es. Ich kann das Entsetzen in ihren Augen sehn. Besser ich verschwinde von hier. Sicher hat sie schon die Polizei informiert.

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Beitrag von CheckerBunny

28.10.2006 18:48:06

CheckerBunny

CheckerBunny hat kein Profilbild...

hm... Kalte Träne oder Leise Hoffnung ?

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