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(931x gelesen)

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Beitrag von EternalEvil

17.09.2006 15:23:15

EternalEvil

Profilbild von EternalEvil ...

Themenstarter
EternalEvil hat das Thema eröffnet...

Hey ihr Schnarchnasen, wer Zeit hat am Sonntag Nachmittag hier rumzuhängen, der hat auch Zeit das hier zu lesen...lol...

Ich hab n neues "Projekt" angefangen, mir fällt blos absolut kein Titel dazu ein.
Also lest mal...lest schnell, der Text entspricht nicht unbedingt den Pausenhof-Regeln.
Jede Anmerkung zählt und sei sie noch so..."dumm"...

thx




Wer bin ich?
Sie sagen meine Mutter sei bei meiner Geburt gestorben. Wer mein Vater ist weiß keiner. Wer weiß ob ich überhaupt einen Vater habe. Manchmal frage ich mich ob ich überhaupt ein Mensch bin.
Was bin ich?
Die Person im Spiegel vor mir kann das wohl kaum sagen.
Wer bist du?
Ich sehe wie das Wasser über meinen Körper läuft. Doch kommt mir dieser Körper so fremd vor. Ich sehe die Tropfen auf meiner Haut, wie sie sanft die kleinen Härchen berühren, doch ich fühle nichts.
„Kid!?“
Oh ich hasse diesen Namen. Nicht weil es niemals mein Name sein kann, sondern vielmehr weil es das beschreibt was ich bin.
„Kid! Wie lange willst du noch da drin bleiben!?“
Noch mehr hasse ich diese Stimme. Diese widerliche alte Frau.
Ich war schon in so vielen Waisenhäusern, doch hier ist es am schlimmsten.
„Wenn du nicht augenblicklich rauskommst gehst du ohne Abendessen ins Bett!“
Was besseres ist ihr wohl nicht eingefallen. Als könnte sie mir damit drohen auf diesen Fraß zu verzichten.
„Mach die Tür auf!“
Tritt sie doch ein.
Diese blöde Kuh. Ich hab ja nichtmal abgeschlossen. So fett wie ihr Wanst ist, so klein ist ihr Gehirn.
„Jetzt reicht's!“
Diese stinkende alte Frau, wie sie sich vor mir aufbäumt. Sie muss schon über hundert sein. Ihr Fleisch riecht nach Verwesung. Nicht mal der Tod will sie haben.
Ja, schlag mich.
Schmerz, wenigstens ein Gefühl was ich noch habe. Das zeigt mir, dass noch ein bisschen Leben in mir ist.
„Du gehst jetzt sofort schlafen. Und wehe ich höre auch nur das leiseste Furzen von dir, dann kannst du was erleben!“
Wie soll es noch schlimmer werden. Und schlafen, als ob ich das könnte. Meist liege ich stundenlang wach. Gequält von Gedanken und Erinnerungen die mich in den Wahnsinn treiben. Sind es nur Trugbilder, entstanden aus Angst und Verzweiflung oder habe ich diese Dinge wirklich erlebt. Irgendjemand muss es wissen. Wenn es mich gibt, gibt es auch noch andere. Das ist gewiss. Ich muss sie finden. Am besten noch heute. Wenn die Alte schläft.
Ich höre sie noch immer toben. Sicher quält sie wieder eins der anderen Kinder. Soll sie nur machen. Es wird das letzte sein was sie tut.
Normalerweise besäuft sie sich täglich mit diesem Idioten von Hausmeister, der nicht mal Scheiße von Konfekt unterscheiden kann.
Ob er die Alte fickt?
Nein, was für widerlicher Gedanke. Ich glaub so besoffen kann wohl niemand sein.
Auch egal.
Heute ist er nicht da und sie wird früh schlafen gehen. Oben in ihrem Rattenloch wo es selbst der Sonne schwer fällt durch Qualm ihrer Zigarren zu scheinen.
Manchmal zwingt sie eins der älteren Mädchen dazu ihr Zimmer zu saugen und die vollgepisste Bettwäsche zu wechseln. Ein Wunder, dass bis jetzt noch niemand daran gestorben ist.
Sie geht nach oben.
Das Holz der Stufen ächzt unter der Last der fetten Frau.
Wie wir alle.
Morgen wird alles anders sein.
Diese Ruhe.
Endlich.
Jetzt ist es so weit.
Ich bin fest entschlossen, es gibt keinen Weg zurück, keinen anderen Weg. Ich muss es tun.
Viel zu lange habe ich gewartet. Viel zu lange hat man mich herumgeschubst. Viel zu lange gedemütigt und erniedrigt. Doch das ist jetzt vorbei. Ab jetzt nehme ich mein Schicksal, mein Leben, selbst in die Hand.
Es ist ganz leicht.
Wenn mich meine Gedanken nicht trügen hab ich es schon einmal getan, mehr als einmal. Deswegen bin ich hier, das ist die Strafe für früher Sünden.
Lange her.
Ich habe mir ein Messer aus der Küche geholt. Diese naive alte Frau. So leichtsinnig. Sie denkt sich in Sicherheit. Sie hält sich für Gott in ihrer eigenen Welt.
Gott ist tot.
Komisch, sie hat gar nichts gemerkt. Nicht einmal gezuckt.
Diesmal braucht das Mädchen die Wäsche nicht mehr zu wechseln. Sie soll sie verbrennen, zusammen mit der alten Hexe.
Alles soll brennen.
Ich kann die Hitze auf meiner Haut fühlen. Endlich weiß ich, dass es wirklich mein Körper ist. Das Licht ist so hell und warm, lässt mich die Schmerzen fast vergessen. Der Geruch von verbranntem Fleisch füllt den ganzen Raum. Er verdrängt den ekligen Gestank der fetten Frau.
Wie sie dahinschmilzt, wie Eis in der warmen Sonne.
Ihre Haut dehnt sich und zerplatzt wie ein alter Luftballon. Ihr Fleisch fällt von den zerbrechenden Knochen und die Innereien quellen heraus.
Noch vor wenigen Minuten hatte ich gedacht, dass es nichts schönes an der Alten gibt. Aber zuzusehen wie sie langsam verdorrt ist für mich Genugtuung.
Ich höre die Kinder schrein.
Warum seid ihr gerade jetzt aufgewacht.
Wartet noch ein wenig.
Gleich ist alles vorbei.
Glaubt mir, es wird das beste für euch sein.
Ich beneide euch.
Zu gerne würde ich mit euch gehen. Doch jetzt noch nicht. Zu viele Fragen müssen noch beantwortet werden.
Wartet nicht auf mich.
Geht.
Ich schließe meine Augen. Genieße noch einmal diesen Moment. Ab jetzt wird alles anders sein. Wie versprochen...

„Hier oben sind noch zwei Leichen!“
Wer spricht da.
„Sieht so aus als ob das Feuer hier oben ausgebrochen ist!“
Richtig.
„Die Alte hat sicher im Bett geraucht und naja...“
Gefällt mir, er hat 'die Alte' gesagt.
„Der Junge hier hat wohl das Feuer bemerkt und wollte die Frau wecken...leider zu spät...“
Sehr gut, sie verdächtigen mich nicht.
Es sind zwei Männer. Sie haben Atemschutzmasken auf. Trotzdem kann ich ihre Gesichter sehn. Sie sind rußverschmiert und der Schweiß läuft ihnen in Strömen von der Stirn. Es tut mir fast leid, dass sie sich so quälen müssen, ihr Leben riskieren, wegen mir.
Doch habe ich viel mehr gelitten, leide ich immer noch.
Sie bringen mich nach draußen. Viel ist von meinem Gefängnis nicht übrig geblieben. Eine große Menschenmenge hat sich ringsum versammelt. Einige weinen. Vorgeheuchelte Tränen. Warum haben sie vorher nichts getan.
Ich hasse sie.
Sie bringen mich zu den anderen. Kleine verschrumpelte Häufchen, kaum noch als Menschen zu erkennen.
„Ich glaube jetzt haben wir alle.“
Ihr habt sie nicht alle.
„Wird schwierig sein sie zu identifizieren.“
Als ob das jemanden interessieren würde. Es waren verlorene Kinder und sie werden verloren bleiben. Abgeschoben und vergessen. Namenlose Wesen. Warum sich die Mühe machen.
„Ihm hier hat das Feuer nicht so sehr zugesetzt.“
Ihr Ungläubigen.
„Bringen wir ihn weg.“
Ja, so weit wie möglich.
„Solln sich die Padologen darum kümmern.“
Keine Sorge, ich werde mich selbst um alles kümmern.

Ein brennendes Waisenhaus, 15 Tote. Ach, das war sicher nicht der Grund warum ich mich versetzen lassen habe. Zu gefährlich, hatte meine Frau gesagt. Mit Mördern und Drogendealern arbeiten, am Ende wirst du noch umgebracht, hat sie gesagt. Mit Kindern sollte ich mich befassen, da könne ich noch was bewirken. Als ob meine Frau etwas von Psychologie verstehen würde. Am Ende lande ich noch selbst im Irrenhaus.
Der Geruch von verbranntem Fleisch dringt durch die Klimaanlage meines Wagens. Komisch, ich habe diesen Geruch noch nie vorher riechen müssen, trotzdem weiß ich was es ist. Ein widerlicher Gestank. Fast noch widerlicher als was ich hier zu sehen bekomme. Sie stecken sie in kleine Plastiksäcke und werfen sie in den Kofferraum eines Leichenwagens. Wie Abfall in die Tonne. Es riecht nach Erbrochenem, ein eher vertrauter Geruch. Die Leute hier haben sichtlich mit sich zu kämpfen. Die hartgebackenen Körper zerbrechen unter den Händen der Helfer, nicht jedermanns Sache. Große, kräftige Männer heulen wie Mädchen. Mir macht das nichts aus, ich hab schon Schlimmeres gesehn.
„Tut mir leid Herr ..., hier gibt es wohl nichts mehr für Sie zu tun.“
Lass das nur meine Sorge sein. So ein Wichtigtuer. Einfach links liegen lassen. Rührt keinen Finger, lässt die anderen die Drecksarbeit machen und will mir sagen was ich zu tun habe.
„Ein paar Fotos werden wohl noch erlaubt sein. Als Beweismittel.“
Guck mich nicht so bescheuert an, deine blöde Fresse wird auf keinem der Bilder sein.
Gerade bringen sie ein Kind heraus, ein Junge. Seine Haut ist schwarz vom Ruß, sonst sind keine Verletzungen zu erkennen. Muss wohl erstickt sein. Seine Augen sind offen. Sie schimmern blau vom Licht des Krankenwagens. Das gibt ein gutes Foto. Warum werfen sie ihn nicht auf den Haufen wie die anderen.
„Wo bringen sie ihn hin?“
Die beiden Männer haben mich jetzt erst bemerkt. Ihr braucht mir nicht zu antworten. Hab schon verstanden.

Ich bin der einzige der mit einem Krankenwagen fährt. Was für eine Ehre. Das Blaulicht haben sie abgeschaltet. Ich hab es nicht eilig. So ein Typ sitzt neben mir und starrt mich an. Ab und zu fährt er mir durchs Haar oder streift über meine Haut. Er tut so als täte es ihm leid. Seine Augen verraten was er wirklich denkt. Dieses perverse Schwein. Starr mich nicht an.
Der Wagen hält. Sie bringen mich mit einem Fahrstuhl nach unten. Durch lange, schmale, endlose Gänge. In einem Raum legen sie mich auf einen Metalltisch. Eine der Leuchtstoffröhren an der Decke flackert. Scheint keinem zu interessieren. Es ist kalt und feucht und ruhig. Sie lassen mich allein. Endlich. Ich höre das Klappern der Fahrstuhltüren. Dann nichts mehr. Gar nichts. Sie hätten wenigstens das Licht anlassen können. Dunkelheit. Dunkelheit und Stille. Dunkelheit und Kälte. Tote brauchen kein Licht, keine Wärme.
Ich bin nicht tot.
Tote fühlen die Kälte nicht.
War ich jemals lebendig.
Es fällt mir schwer zu Atmen. Mein ganzer Körper schmerzt. Ich möchte schrein doch kein Laut kommt über meine Lippen.
Tote sprechen nicht.
Es riecht wie die Alte hier. Selbst jetzt verfolgt sie mich noch. Im Dunkeln kann ich sie sehn. Wie sie ihren fetten Körper durch den Raum schleift. Nein, unmöglich, sie ist es nicht, sie kann es nicht sein, sie ist tot und ich nicht. Ich muss hier weg. Ich muss. Ich kann mich kaum bewegen, doch schaff ich es mich zu drehn. Ich schlage hart auf die Fliesen des Fußbodens auf. Egal. Ich bleibe liegen, ein bisschen. Meine Augen haben sich etwas an die Dunkelheit gewöhnt. Ich kann die schemenhaften Umrisse einer Tür erkennen. Langsam zerr ich mich voran. Das helle Quietschen meine Haut auf den kalten Steinen zerbricht die Stille. Wieder. Und wieder. Und wieder.
Ziel erreicht. Ein Waschraum. Wasser. Licht.
Aus einem Spiegel blickt mich ein Wesen an. Ein Unmensch. Als hätte sich die Dunkelheit meiner Seele auf meinen Körper gelegt. Alle Wasser der Welt wären nicht genug um mich von allen Sünden zu befreien.
Beinahe hätte ich nicht bemerkt wie der Typ von vorhin hereinkommt. Ich mag seinen Gesichtsausdruck. Er stammelt irgendetwas vor sich hin und verschwindet so schnell wie er aufgetaucht ist. Ich weiß genau er kommt wieder, doch ich bin noch zu schwach, ich werde eine Weile hier bleiben müssen. Egal, ich bin der Hölle entkommen. Jetzt werden sie mich nicht mehr festhalten können. Nirgends.

Ich hasse Handys. Sie sind schweineteuer, die monatlichen Gebühren sind Wucher und sie klingeln immer in den unpassendsten Momenten.
„Ja,...“
„Hier ist ...²“
Der Wichtigtuer von vorhin. Ich hab ihn zusammen mit dem Jungen im Krankenwagen wegfahren sehn. Ich will gar nicht wissen woher er meine Nummer hat.
„Was ist?“
„Sind Sie noch am Waisenhaus?“
Was geht ihm das an. Wenn ich mir einen ****en würde, es könnte ihm scheißegal sein.
„Nein, ich bin auf dem Weg nach Hause.“
Im Gegensatz zu ihm hab ich eine Frau die nicht aus Plastik und zwei Löchern besteht.
„Können Sie vorher noch ins Krankenhaus kommen, ich glaub das müssen Sie sich ansehn.“
Dieser blöde ****r legt auf bevor ich was sagen kann. Klar komm ich ins Krankenhaus, um ihm die Fresse zu polieren, wie letztens. Diesmal hat er's dann nicht so weit.

Die Dusche hat richtig gut getan, ich hab mir extra Zeit gelassen. Ungewohnt, sonst hat die Alte immer gebrüllt.
Ausgebrüllt.
Wo sie nur bleiben. Sicher stehn sie schon hinter der Tür und diskutieren. 'Wie kann das sein, er war doch tot.' Um zu sterben muss man leben. Ich kann weder das eine noch das andere.
Ich höre sie. Sie streiten sich. Es sind zwei. Zwei Männer, der Typ und noch ein anderer.
„Sehen Sie doch selbst.“
Sie stoßen die Tür auf so dass sie gegen die Wand knallt. Einer der Spiegel ist kaputt gegangen. Sieben Jahre Unglück. Für mich oder dem Mann.
Er scheint nicht sonderlich überrascht zu sein. Nicht wegen dem Spiegel und schon gar nicht wegen mir.
Der Typ scheint Schmerzen zu haben und reibt sich an einer leicht roten Stelle am Kinn.
„Sie haben Ihn doch auch gesehn, Sie haben Ihn fotografiert.“
Das hab ich in der Hektik gar nicht gemerkt. War er also auch am Waisenhaus. Was wollte er da. Wer ist er. Er sieht mich nur an, auf eine Weise die ich nicht deuten kann. Ich seh ihm in die Augen, sie sind trüb und leer und doch auch voller Erinnerungen. Ein Mann mittlerem Alters, vom Leben gezeichnet.
Was soll ich tun, was will er, sag etwas.

Ist das der gleiche Junge von vorhin. Es scheint so. Wie kann das sein. Er kommt mir so bekannt vor, als würde ich ihn schon mein ganzes Leben lang kennen. Wie er mich ansieht. Diese blauen Augen, voller Fragen, voller Angst, voller Zorn. Wer ist er. Was soll ich tun. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich wage es nicht ihn zu berühren. Ich will nicht dass er zerbricht wie die Kinder beim Waisenhaus.
Das Waisenhaus, das ist es, es muss eine Akte geben.

Warum geht der Mann jetzt. Lass mich nicht allein, nicht mit dem Typ.
„Passen Sie auf ihn auf, ich komme zurück!“
Nein, bitte nimm mich mit. Er ist weg. Was war das. Dieses Gefühl. Ein Gefühl. Es ist weg.
Eine Frau und ein Mann im weißen Kittel die ich vorher nicht bemerkt habe kommen auf mich zu. Sie reden auf mich ein. Ich versteh kein Wort. Sie wickeln mich in eine schäbige Decke und zerren mich zum Fahrstuhl zurück. Es geht nach oben. Drei, vier Stockwerke, ich weiß es nicht. Überall sind Leute, die hastig umherlaufen. Sie starren mich an.
Lasst mich los.
Sie schaffen mich in einen Raum mit vergitterten Fenstern.
Was soll ich hier.
Ein einzelner Tisch steht in diesem Raum. Zwei Stühle. Auf dem einen sitzt in Mann im Anzug, ein anderer Mann steht daneben. Ich setz mich auf den noch freien Stuhl direkt gegenüber. Ein großer Spiegel hängt hinter mir. Ich weiß, dass es kein richtiger Spiegel ist.
Die zwei im weißen Kittel verlassen den Raum, die im Anzug bleiben.
„Kannst du mir deinen Namen verraten?“
Ich bin nicht durch die Feuer der Hölle gerannt um jetzt blöde Frage und Antwortspiele zu spielen.
„Nein?“
Selbst wenn ich meinen Namen kennen würde. Ich kann es nicht.
„Sagst du mir was beim Waisenhaus vorgefallen ist.“
Mit Sicherheit nicht.
Die zwei sehen sich an. Der Mann auf dem Stuhl tippt mit seinem Bleistift auf ein vollgekritzeltes Blatt Papier. Das Geräusch macht mich wahnsinnig. Wenn er nicht damit aufhört ramm ich ihn den Stift ins Auge, bis in sein vertrocknetes Gehirn, wenn er eins hat. Das werde ich dann ja sehn.
„Du verstehst aber schon was ich sage!?“
Der Kerl rafft es nicht. Vielleicht ramm ich ihm den Stift in den Hals, direkt unter den Kehlkopf in die Luftröhre, dann kann ich zusehn wie er langsam erstickt. Nachsehn ob er ein Gehirn hat kann ich ja dann immer noch.
„Es ist zwecklos, sein Verstand ist blockiert.“
Redet er von mir oder mit mir. Wenigstens habe ich einen Verstand. Wenn die zwei so tun als ob ich nicht anwesend wäre kann ich ja auch gehen.
Ich steh auf und geh zur Tür.
Die zwei sehen erst sich an, dann zum Spiegel. Ich wusste, dass es kein Spiegel ist.
Die Tür ist offen. Draußen auf dem Gang stellt sich mir ein Bär von einem Mann in den Weg.
„Hier geblieben Junger Mann!“
Seine Stimme dröhnt in meinen Ohren wie ein startendes Flugzeug. Er wird mich nicht zurückhalten können. Ich weiche ihm aus. Er packt mich am Arm. Mit einer schnellen Bewegung löse ich seinen Griff. Ich seh ihn an. Seine braunen Augen. Er scheint zu allem bereit zu sein. Sicher macht er nur das was ihm aufgetragen wurde. Ein Bär von einem Mann und doch nur eine Marionette. Die zwei im Anzug haben den Raum verlassen. Aus einem anderem Zimmer hinter mir sind ebenfalls Leute gekommen. Sie müssen alles durch den falschen Spiegel beobachtet haben. Sie umzingeln mich. Sie werden mich nicht aufhalten. Sie reden. Sie streiten. Ich hör nicht zu. Erst jetzt bemerke ich, das der Mann vor mir eine Waffe in der Hand hält. Er kann mich nicht aufhalten. Ich gehe einen Schritt auf ihn zu zu. Er richtet die Waffe auf mich. Sie streiten noch heftiger, lauter. Ich bin ganz ruhig. Noch ein Schritt. Ich seh den Mann an. Seine zu allem entschlossenen Augen. Ich fühle den Lauf der Waffe auf meiner Stirn. Warum streitet ihr. Kein Schritt mehr. Ein lauter Knall. Stille. Schmerz. Eine warme, dickflüssige Masse läuft mir über den Rücken. Das leichte Schwindelgefühl trübt mir die Sicht. Die Augen des Mannes, sie lügen nicht. Dunkelheit.

In dem verkohlten Haufen von Scheiße, was mal das Waisenhaus war werde ich nichts finden. Warum bin ich noch einmal hier her gefahren. Was geht mich das alles an. Der Fall ist doch klar. Die Alte raucht im Bett, ein Feuer bricht aus, ein Überlebender. Sie stecken das Kind in ein anderes Waisenhaus, Ende.
Das Kind, wer ist er. Sollte er mir wirklich egal sein. Was bringt es mir zu wissen wer er ist.
Dieser Gestank und diese Hitze. Nein, hier finde ich nichts. Ich fahr nach Hause. Meine Frau wartet. Sie wartet immer.
Da ist ein Kerl, was macht er hier.
„Sie dürfen nicht hier sein. Einsturzgefahr.“
Er hat mich wohl nicht gehört. Starrt nur auf das Gebäude.
„Haben Sie hier gearbeitet?“
Er nickt. Jedenfalls glaub ich, dass es ein Nicken war.
„Der Hausmeister?“
Die gleiche Reaktion wie eben. Was anderes war auch nicht zu erwarten. Sinnlos ihn noch mehr Fragen zu stellen. Ein Affe könnte mir mehr erzählen.
Ich fahr nach Hause. Ich will sie nicht länger warten lassen. Sie wartet schon zu lang.
„Das war der Junge.“
Er spricht. Hätte ich ihm nicht zugetraut.
„Dieses Monster.“
Spricht er von dem Kind. Mit Sicherheit.
Was solls, ich habe nichts zu verlieren.
„Können Sie mir etwas über den Jungen sagen? Wie er heißt, wo er herkommt? Seinen leiblichen Eltern vielleicht?“
Ich wusste es, aus dem Kerl werde ich nichts Nützliches herausbekommen.
„Er ist der Teufel!“
Hätte ich bloß meine Klappe gehalten.
„Er wurde von Satan persönlich auf die Erde geschickt um uns alle zu töten.“
Es ist meine Schuld, ich hätte gleich nach Hause fahren sollen. Jetzt kommt er erst richtig in Fahrt.
„Hören Sie!“
Er packt mich am Arm, sein Atem stinkt nach Wodga und Kotze. Ich kann den Brechreiz kaum zügeln.
„Verschwinden Sie von hier und vergessen Sie was Sie gesehn haben, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist.“
Sprachs und rannte davon. Keinen Augenblick länger hätte ich dieses Gesülze ertragen. Und was fällt ihm ein mir zu sagen was ich tun soll. Mein Leben, ja es ist mir lieb, nur gestalte ich es so wie es für mich am besten ist. Ich entscheide und kein anderer.
Sie wartet auf mich. Ich fahr nach Hause.

Die Leuchtstoffröhre flackert nicht mehr. Haben sie, sie endlich ausgetauscht. Nein. Es ist ein anderer Raum. Wie lange liege ich schon hier. Sie haben mich mit einem Tuch abgedeckt. Ich spüre meinen Atem. Er ist kalt. Mir ist kalt. Mein ganzer Körper zittert. Ich höre niemanden, nur meinen Atem. Sie haben das Licht an gelassen. Sicher ist noch jemand hier. Ich kann nicht warten. Sie dürfen mich nicht länger aufhalten. Niemand wird mich aufhalten. Mir ist kalt. Ich höre sie nicht. Vorsichtig schaue ich unter dem Tuch hindurch. Es ist doch der gleiche Raum. Die Leuchtstoffröhre flackert nicht mehr. Sie haben sie ausgetauscht. Wie lange bin ich schon hier. Ich muss weg. Sofort. Ich kenne den Weg nach draußen. Doch sie könnten mich sehn. Ich muss einen anderen Ausgang finden. Irgendwo. Ich darf nicht länger hier bleiben. Meine Füße sind fast taub. Die Fliesen sind noch kälter als vorhin. Ich muss mich bei jedem Schritt abstützen, doch ich komme voran. Es gibt keine Fenster hier. Gräber haben keine Fenster. Tote brauchen keine Fenster. Begraben und vergessen. Sie können nicht nach draußen sehn. Sie brauchen nicht nach draußen sehn. Tote sehen nichts. Nein. Gräber haben keine Fenster. Niemand kann in sie hineinsehn. Niemand will in sie hineinsehn. Niemand will die Toten sehn. Niemand sieht mich. Ich bin nicht tot. Das ist kein Grab. Ich muss hier raus.
Die Gänge, jetzt kommen sie mir noch viel länger vor. Doch nichts kann mich aufhalten. Ich habe eine Treppe gefunden. Schritt für Schritt, Stufe für Stufe gehe ich nach oben. Leise. Es darf mich niemand hören, es darf mich niemand sehen. Die Toten sieht keiner, doch ich bin nicht tot.
Am Ende der Treppe ist eine Tür. Endlich. Ein Ausgang aus der Unterwelt. Nicht ans Licht. Es ist Nacht geworden. Regen fällt und ein kalter Wind bläst. Der schmierige Erdboden erschwert meine Flucht zusätzlich. Immer wieder falle ich. Es kostet mich enorme Kraft weiter zu gehen. Doch ich schaffe es. Der Regen wäscht das Blut aus meinen Haaren. Sie sind viel zu lang und kleben mir im Gesicht. Ich kann kaum etwas erkennen. Doch ich komme voran. Wohin. Ich kenne die Gegend nicht. Weiter und weiter. Geradeaus. Die Lichter des Krankenhauses sind schon nicht mehr zu sehn. Nichts ist zu sehn, nur die Dunkelheit der Nacht. Regen. Kälte. Ich bin am Ende meiner Kräfte. Ich muss mich ausruhen, ein bisschen.

Ich konnte noch nicht nach Hause fahren. Nicht ohne noch einmal den Jungen zu sehn. Ihn zu fragen. Egal was. Ich weiß, dass sie wartet. Später werde ich sie anrufen. Ich hasse Handys, ich hasse telefonieren.
So viele Autos stehen selten hier auf dem Parkplatz. Polizeiwagen sind dabei und zivile. Ich kenne die Nummernschilder. Ich weiß wer alles da ist und warum. Nur warum bin ich hier. Weil ich es will.
Schon im Eingangsbereich drängen sich sehr viele Menschen. Zeitungsreporter, Fotografen. Mit meinem Ausweis komm ich rein. Drinnen ist es nicht viel besser. Alle rennen hastig herum, diskutieren. Reden über Erlebtes, mutmaßen. Mir gefällt nicht was ich so zu Ohren bekomme. Der Wichtigtuer ist mittendrin, war ja klar.
„Was war denn?“
Eine bessere Frage ist mir nicht eingefallen. In den Stunden seit ich hier war kann alles passiert sein.
„Er ist tot!“
Wen meint er, den Jungen. Wer er nicht schon vorher tot. Ich habe ihn gesehn. Zweimal.
„Kommen Sie, ich zeige es Ihnen.“
Es mir zeigen. Was.
„Sie scheinen von allen hier noch der Vernünftigste zu sein.“
Diese Worte aus seinem Mund.
„Sie haben Ihn gesehn. Zweimal.“
Sag ich doch.
„Ich habe Ihn dreimal gesehn, zweimal tot.“
Ich frage mich ob wir ihn wirklich gesehn haben. Vielleicht nur einmal, einmal tot. Er war tot.
„Er ist tot.“
Wir gehen zum Raum in dem der Junge zuletzt war.
„Er ist weg.“
Der Wichtigtuer sagt das als hätte er nichts anderes erwartet.
„Ich habe vorhin die Leuchtstoffröhre hier ausgetauscht. Da haben sie ihn hereingebracht. Zum zweiten mal.“
War er überhaupt hier. War er überhaupt tot.
„Er war tot. Jetzt ist er weg.“
Das heißt er lebt und er ist irgendwo da draußen. Ich muss ihn finden. Ich werde ihn finden.

Mir ist immer noch kalt. Der Regen hat aufgehört und der Morgen graut schon. Ob sie gemerkt haben, dass ich weg bin. Sicher suchen sie nach mir. Sie dürfen mich nicht finden. Wo kann ich hin, wo bin ich. Bäume rauschen und das Gras riecht nach dem Regen der Nacht. Ich habe Hunger. Kein Haus ist zu sehn. Bin ich so weit gelaufen. Zurück kann ich nicht mehr, also muss ich weiter, weiter geradeaus. Weg vom Krankenhaus, weg vom Haus der Alten, weg von meiner Vergangenheit. Ich muss wissen wer ich wirklich bin. Ich werde es herausfinden. Ich muss es herausfinden.

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Beitrag von heqa

17.09.2006 15:28:09

heqa

Profilbild von heqa ...

Ich^^

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Beitrag von BlackSilver

17.09.2006 15:30:04

BlackSilver

BlackSilver hat kein Profilbild...

ööööhm. ist mir zwar teilweise n bisschen zu übertrieben oh-ist-alles-furchtbar-und-kacke-und-widerlich... aber sonst... nette sache. eternal evil würd doch passen lol

öööhm. ehrlich gesagt keine ahnung. ich bin nich gut im titel finden.

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Beitrag von schubidubi

17.09.2006 15:31:49

schubidubi

Profilbild von schubidubi ...

1,2,3... nein!

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Beitrag von dori05

17.09.2006 15:32:42

dori05

dori05 hat kein Profilbild...

habs net gelesen zu lang

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Beitrag von halbzarte...

17.09.2006 15:39:37

halbzarte...

Profilbild von halbzartes_21 ...

es war einmal ein keim, ein keimling. der aus der enge des blumentopfes ausbrach, um die große weite welt zu entdecken. so... einfach!

Profil | Livenachricht | SMS senden | Gästebuch | Nachricht | Bildergalerie


Beitrag von rockrabbit

17.09.2006 15:43:40

rockrabbit

rockrabbit hat kein Profilbild...

hey seid wann treibst du dich hier wieder rum ^^

Profil | Livenachricht | SMS senden | Gästebuch | Nachricht | Bildergalerie


Beitrag von Lesimir

17.09.2006 15:50:30

Lesimir

Profilbild von Lesimir ...

Viel zu lange habe ich gewartet. Viel zu lange hat man mich herumgeschubst. Viel zu lange gedemütigt und erniedrigt. Doch das ist jetzt vorbei. Ab jetzt nehme ich mein Schicksal, mein Leben, selbst in die Hand.

Größtenteils ja gut, aber an Stellen wie da "viel zu lange gedemütigt und erniedrigt" scheint's irgendwie nicht ganz zu passen - wirkt auf mich unglaubwürdig, dass dieser Charakter sich selbst als erniedrigt beschreiben würde, denn das ist er ja nie ganz, oder?

Zweiteres ist die Frage (ob du sie überhaupt beantworten willst ist natürlich deine Sache) wie dieser Junge jetzt "aussieht". Ist seine Haut ganz verbrannt oder ist nicht viel mit ihm passiert...?
Frgae ich mich vor allem an der Stelle, an der er duschen geht... dass ihm Schmerzen fehlen, mh.
Aber wenn er verkohlt ist oder die haut auch nur teilweise verbrannt würde die abfallen oder so etwas, oder?
Vll. hab ich den entscheidenden Satz jetzt auch nur unterwegs überlesen.


Schreib's feritg, danach denk dir was aus. Klassischerweise ein besonderer Ausdruck am Ende von einem Abschnitt
Eine Art Arbeitstitel wird die ja eh im Kopf sein?

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Beitrag von EternalEvil

17.09.2006 15:50:54

EternalEvil

Profilbild von EternalEvil ...

Themenstarter
EternalEvil hat das Thema eröffnet...

@Rockrabbit: von Zeit zu Zeit stell ich hier n paar meiner "Werke" aus...wo sonst außer hier bekomme ich solche direkten...ähm erhlichen Meinungen zu hören....

Ich weiß, dass es sehr lang ist, sind aber nur 7 DIN 4A Seiten...sollte zu schaffen sein...wird bestimt mal so über 50 Seiten haben...aber vorher brauch ich n Titel....das lenkt mich einfach zu sehr ab...kann ich mich kaum konzentrieren...und achso, es sol n bissl übertrieben sein...und die Rechtschreibfehler usw korrigier ich später...

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Beitrag von rockrabbit

17.09.2006 15:53:02

rockrabbit

rockrabbit hat kein Profilbild...

schick ^^

weißt du was aus angeldevil geworden ist? und evilchild? ^^

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Beitrag von EternalEvil

17.09.2006 15:57:12

EternalEvil

Profilbild von EternalEvil ...

Themenstarter
EternalEvil hat das Thema eröffnet...

@Lesimir: thx, dass dus es gelesen hast und dich gleich damit auseinandersetzt, hab mit dir gerechnet..
wie der Junge aussieht sieht man auf dem "Foto"...also nix außer Ruß...keine Verletzungen usw, warum, das kommt dann später
Ich verzichte bewusst darauf alles zu beschreiben, das gibt dem Leser Freiheiten sich so manches selbst vorzustellen,
ich will versuchen die "Geschichte" nur aus den zwei "Blickwinkel" sprich den Gedanken der zwei Personen zu erzählen, was sie denken, nicht was sie wirklich sehn...klingt jetzt n bissl verwirrend, aber irgendwie bekomm ich das schon hin..

Profil | Livenachricht | SMS senden | Gästebuch | Nachricht | Bildergalerie


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