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Thema:

Prometheus

(237x gelesen)

Seiten: 1

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Beitrag von SEXY3

15.02.2006 18:59:43

SEXY3

SEXY3 hat kein Profilbild...

Themenstarter
SEXY3 hat das Thema eröffnet...

Hey ihr
Hab nen Prob:-( kann mir mal jemand sagen wo ich die interpretation von dem Gedicht bekommen kann?Habs nämlich net in google gefunden...

Danke im VOraus

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Beitrag von Felix171186

15.02.2006 19:03:19

Felix171186

Felix171186 hat kein Profilbild...

http://www.complit.fu-berlin.de/veranstaltungen/seminararbeiten/pdf/einfuehrung_klinde.pdf

hat allerdings den nachteil, dass du das durchlesen musst ...

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Beitrag von joliegirl

15.02.2006 19:05:27

joliegirl

Profilbild von joliegirl ...

hatte das auch mal..natürlich gibt es im netz..wie wärs wenn du hier einfach im Bereich Schule/Uni nachguckst..

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Beitrag von joliegirl

15.02.2006 19:06:29

joliegirl

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hier gibt es auch

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Beitrag von LaBelleSage

15.02.2006 19:07:22

LaBelleSage

Profilbild von LaBelleSage ...

Das Gedicht machen wir im Moment auch total ätzend...da steckt soviel drin...

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Beitrag von KuschelLady

15.02.2006 19:10:42

KuschelLady

KuschelLady hat kein Profilbild...

Die Figur des Prometheus (übersetzt etwa: „der Vorausdenkende“) entstammt ursprünglich der griechischen Mythologie.

Prometheus ist Angehöriger des Göttergeschlechts der Titanen, das mit den neuen Göttern unter Führung des Zeus im Kampf um die Vorherrschaft liegt. Die Titanen werden von den (später) „olympischen“ Göttern besiegt und vernichtet. Prometheus jedoch wird geschont, da er sich rechtzeitig auf die Seite der überlegenen, neuen Götter schlägt.

Als sich Zeus jedoch anschickt, auch die Menschheit zu vernichten, lehnt sich Prometheus gegen ihn auf, stellt sich schützend vor die Bedrohten und unterstützt sie, indem er ihnen das den Göttern vorbehaltene Feuer bringt und sie die Künste zur Beherrschung der Natur lehrt.

Ein Frevel, der nicht ungesühnt bleibt. Zeus nimmt grausame Rache und lässt ihn an den Kaukasus schmieden. Täglich wird dem Wehrlosen von einem Geier die ständig nachwachsende Leber aus dem Leib gerissen. Erst dreißigtausend Jahre später sollte er vom Halbgott und Held Herakles, dem Sohn des Zeus und einer Sterblichen, von seinen Qualen erlöst werden.

Diese Sage von Prometheus dem Rebell und Menschenfreund, bewegte zu allen Zeiten die Gedanken der Dichter. So steht beispielsweise am Anfang der Entwicklung der griechischen Dramatik, etwa 500 v. Chr. das gewaltige Drama „Der gefesselte Prometheus“ des Tragikers Aischylos.

Fast 2300 Jahre später (1774) ließ sich der „Stürmer und Dränger“ Johann Wolfgang von Goethe von diesem Mythos inspirieren und schrieb den gleichnamigen Hymnus, wobei er die Zeit kurz vor der Bestrafung des Prometheus als Erzählgegenwart wählt. Dieses Werk, das im Folgenden untersucht und interpretiert wird, sollte sich später zum „poetischen Manifest des Sturm und Drangs“[1] entwickeln.



Thema von Goethes Hymnus ist das trotzige Lossagen des Prometheus vom Göttervater Zeus. Voller Stolz auf seine gewonnene Unabhängigkeit und Mißachtung gegen den Herrschergott klagt er den vergeblich auf seinen (eingebildeten) Machtanspruch pochenden Gott in einem Monolog kraftvoll und selbstbewusst an, verhöhnt ihn und kann aufgrund seines Genies (= schöpferische Energie) schließlich gar triumphieren. Zieht man die Entstehungszeit des Werkes Goethes mit in Betracht, so fällt die Ähnlichkeit zwischen dem Bild des Zeus und den im 18. Jahrhundert herrschenden absolutistischen Fürsten auf: Beide Herrscher lebten in Verschwendungssucht, ergötzen sich an ihrer Macht, missachteten unflexibel die Zeichen der Zeit, indem sie auf drohende Gefahren nicht reagierten und wurden aufgrund dessen entmachtet, noch bevor ihnen der Ernst der Lage überhaupt bewusst wurde. Deshalb scheint die Schlußfolgerung gerechtfertigt, dass Goethe Prometheus im übertragenen Sinne auch die dekadente, das Genie einschränkende Lebensweise des Adels kritisieren lässt.

Bezeichnend ist außerdem, dass Prometheus, als Individuum auf sich allein gestellt, nur aufgrund seines Genies, also durch selbständige, ungelenkte Entfaltung der ihm eigenen, von niemandem außer der Natur verliehenen Kräfte, siegreich sein kann. Dieser bahnbrechende Gedanke, der das Denken der ganzen Epoche essentiell beeinflussen sollte, ist der Kern des „Prometheus“. Die eigene Leidenschaft ist nicht länger das bloße außer-Kraft-setzen des Verstandes (was Goethes Denken wesentlich von dem der Aufklärung unterscheidet), sondern wird plötzlich zur mächtigsten Waffe für das Erringen der (geistigen) Freiheit und das Freisetzen des „Göttlichen im Menschen“ (Goethe meint damit wiederum die schöpferische Energie) erhoben.



Der Inhalt der Ode wird dem Leser durch den Monolog des Prometheus aus der Ich-Perspektive vermittelt, der Hymnus besteht also aus direkter Rede, den Worten des Titanen. Adressat dieser Rede ist Zeus, der Herrschergott, der, für den mächtigsten aller Götter ungewöhnlich, auf die Rolle des Zuhörers beschränkt wird.

Das äußere Erscheinungsbild zeigt sich, für den „Sturm und Drang“ typisch, sehr unregelmäßig:

Die Hymne besteht aus acht Strophen von unterschiedlicher Länge (zwischen vier und zwölf Versen).

Auch die Verslänge variiert recht stark, zudem ist weder eine regelmäßige Metrik noch ein Reimschema erkennbar.

Durch diese Formlosigkeit im Aufbau wird der erregte Gemütszustand des Prometheus, der allein auf sein zügelloses Genie vertraut, noch verstärkt. Dazu passend gestaltet sich auch die verwendete Sprache, die sehr emotionale und impulsive Züge wie Verachtung („Ich kenne nichts Ärmer’s“, Vers 13), Verzweiflung („Nicht wußte, wo aus, wo ein“, Vers 23), Begeisterung („Heilig glühend Herz“, Vers 34) und Stolz („Nach meinem Bilde“, Vers 53) trägt. Prometheus hält sich nicht mit Regeln des Anstands oder falscher Zurückhaltung auf, sondern tut offen seine Meinung kund. Diese Direktheit wird durch die auffällige Häufung von Aufforderungen (Verse 1-5) und, mehr noch, von (teils rhetorischen) Fragen (komplette Strophen 4-7), die oftmals Zeus provozieren sollen (z.B.: „Ich dich ehren? Wofür?“, Vers 38), unterstrichen.



Inhaltlich läßt sich Goethes Werk in drei Abschnitte untergliedern.

Der erste, die Strophen eins und zwei umfassende Abschnitt, steht im Präsens. Schon im ersten Vers wird dem Leser offensichtlich, dass sich die Worte des Prometheus an Zeus, das „lyrische Du“ richten.

Charakteristisch für den gesamten Hymnus ist die gezielte Verwendung der Possessiv- und Personalpronomen "deinen, meinen, meine, mir, mich, ich, du", durch die Prometheus das Seine von dem des Zeus genau unterscheidet und seinem Widerpart somit die Grenzen aufweist: „Bedecke deinen Himmel, Zeus“ (Vers1) zeigt beispielsweise die Herrschaft des Zeus über den Himmel an, „Mußt mir meine Erde doch lassen stehn“ (Verse 6 und 7) hingegen grenzt die Macht des Prometheus über den Erdkreis deutlich davon ab.

So lebt der Herrschergott im Himmel, den er als sein Reich betrachtet, Prometheus hingegen auf der Erde, die er als sein Eigentum fordert. Anschaulich wird die Wirkung des Anspruchs durch die kraftvolle Alliteration, die Prometheus von Goethe in den Mund gelegt wird, verstärkt: „Mußt mir meine Erde[...]“ (Vers 6).

Schnell wird dem Leser klar, dass beide miteinander im Streit liegen, wobei Prometheus dem Zeus von Anfang an mindestens ebenbürtig ist. So strahlen der 9 .Vers („Die Du nicht gebaut“), insbesondere aber der Schluß der ersten Strophe („Um dessen Glut Du mich beneidest“, Verse 11-12) enormes Selbstbewußtsein aus, da Prometheus Zeus nicht nur das Recht auf die Erde abspricht, sondern ihm sogar Neid unterstellt. Der Neid suggeriert wiederum, dass Zeus zwar Macht auch über alles Irdische begehrt, jedoch, im Gegensatz zu seinem Kontrahent Prometheus, nicht im Stande ist, seinen Anspruch auch durchzusetzen. Die Erde ist nun allein der „Herd“, d.h. das Zuhause von Prometheus.

In der zweiten Strophe werden die Götter mit Zeus an ihrer Spitze zunächst von Prometheus auf sehr direkte und energievolle Weise verspottet („Ich kenne nichts Ärmer’s“, Vers 13), danach folgt eine, trotz seiner Erregung erstaunlich nüchterne, Begründung für seine Verachtung der Götter:

Sie nährten sich „kümmerlich“ (Vers 15) von „Opfersteuern und Gebetshauch“ (Verse 16-17), lediglich getragen und abhängig von „Kinder[n] und Bettler[n]“ (Vers 20), also noch unmündigen bzw. sozial deklassierten Bevölkerungsgruppen, die die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben und sich „hoffnungsvoll“ (Vers 21), aber, wie der Titan im zweiten Abschnitt nachweist, vergeblich den alten Göttern zuwenden. Prometheus bezeichnet diese Menschen abwertend als „Toren“ (Vers 21),

da sie sich, verschuldet durch ihre eigene Unmündigkeit und fehlendes Selbstbewusstsein, quasi zum Handlanger der eitlen Götter machen ließen. Durch diese Argumentation drängt sich dem Leser die Frage auf, wie etwas, das auf Unwissenheit aufgebaut ist, auf Dauer bestand haben, ja gar allmächtig sein kann.

Der zweite Abschnitt, der aus den Strophen drei bis sieben besteht, stellt, wie leicht aus dem gewählten Tempus, dem Präteritum ersichtlich ist, eine Rückschau des Prometheus auf seine Vergangenheit, genauer auf seine Jugend dar, in der er seinen Hass gegenüber Zeus begründet. Diese beurteilt er rückblickend als äußerst negativ, was an der Häufung von Worten wie „Klage“(Vers 26) , „Tode“ (Vers 31), „Sklaverei“ (Vers 32), „Betrogen“ (Vers 36) oder „Tränen“ (Vers 41) erkennbar ist. Er sieht diese Phase seines Lebens weiterhin als vergeudete Zeit, die er mit der vergeblichen Suche nach Beistand der Götter verbrachte: „Kehrte mein verirrtes Aug‘ zur Sonne“, Verse 24-25). Zu dieser Zeit sei auch Prometheus unmündig gewesen, da er nicht erkannte, dass er nur von einer Person Hilfe erwarten konnte: von sich selbst, seinem eigenen „heilig glühend Herz“ (Vers 34). Zeus hingegen interessierte sich nicht für ihn oder das Wohl der Menschheit, vielmehr schlief er während der größten Not des Prometheus (Vers 37), obwohl dieser sich hilfesuchend an ihn gewandt hatte. Der Titan kommt sich nun betrogen vor, was sich in den Strophen vier bis sieben in einem hitzigen Bombardement des Zeus mit vorwurfsvollen, beleidigend offenen und risikofreudigen Fragen, gegen die sich dieser nicht zur Wehr zu setzen vermag, äußert. Beispiele hierfür sind die Fragen „Ich dich ehren? Wofür?“ (Vers 38) und „Hast du die Tränen gestillet je des Geängstigten?“ (Vers 41) . Erst jetzt erkennt Prometheus, dass es nicht die Götter, die sich nur mit ihrer eigenen Dekadenz (folglich 2. Strophe) beschäftigt zeigen, sind, die den Verlauf seines Lebens bestimmen. Vielmehr gäbe es nur eine Macht, der sich alle, auch der Göttervater selbst, unterzuordnen hätte: „Die allmächtige Zeit“, „Das ewige Schicksal“ (Verse 44-45). Durch das Aussprechen dieser Erkenntnis stellt sich Prometheus mit Zeus gleich („Meine Herren und deine“, Vers 46), da am Ende beide dieser höchsten, unfassbaren Macht unterlägen und spricht ihm das Recht ab, sich allmächtig zu nennen. Die siebte Strophe ist abermals Ausdruck höchsten Selbstbewusstseins und Trotzes gegen Zeus. Voller Stolz und Häme enttäuscht der Titan Zeus in der (ihm unterstellten) Hoffnung, er werde nach ersten Enttäuschungen seine rebellische Haltung aufgeben („das Leben hassen“, Vers 48) und, wenn er schon nicht zu den alten Normen (= Ehrfurcht vor den Göttern) zurückkehren wolle, sich doch wenigstens verzweifelt zurückziehen („in Wüsten fliehn“, Vers 49) werde. Doch Prometheus‘ „heilig glühend Herz“ (Vers 34), ließ sich von keinen Schranken, seien sie nun irdischer oder göttlicher Natur, mehr aufhalten, denn seine Leidenschaft, das „Zündkraut einer Explosion“[1] spornte ihn unaufhaltsam auf seinem Weg zur Selbstverwirklichung und zum „Freisetzen der Gesamtheit aller Sineneskräfte“[2] an.

Aus diesem Grunde geht er, wie im dritten und letzten Abschnitt (Strophe 8) deutlich wird, aus den Wirrungen und Enttäuschungen seiner Jugend letzten Endes sogar gestärkt hervor.

Die achte Strophe, die wiederum im Präsens geschrieben ist, zeigt den Ist-Zustand des Prometheus.

Der Gemütszustand des Prometheus hat sich wieder beruhigt und der Titan zieht relativ gelassen („hier sitz‘ ich nun“, Vers 52) Bilanz seines bisherigen Tuns: Er erhebt sich selbst zum Menschenschöpfer (Vers 52), der auf geniale Art die „Menschen nach seinem Bilde“ (Vers 53) schafft, die, wie er selbst, lediglich an die Gesetze des Schicksals (moira) und der Zeit (chronos) gebunden sind. Er ist stolz und glücklich über die Freiheit, zusammen mit den Menschen ohne Scham seine Gefühle („zu leiden, weinen, genießen und zu freuen sich“, Verse 55-56) ausleben zu können. Für Zeus, den einstmals mächtigsten aller Götter, der dem Leser im Vergleich zu Prometheus nun jedoch wie ein schwächlicher Zwerg vorkommen muss, bleibt abermals allenfalls Hohn und Mißbilligung („und dein nicht zu achten“, Vers 57) .



Wie bereits einleitend erwähnt, wird Goethes Prometheus als das poetische Manifest des Sturm und Drangs bezeichnet. Sowohl äußerlich als auch in Inhalt läßt sich das Gedicht eindeutig dieser Epoche zuordnen.

Schon die Form des Gedichts, die Hymne, die verbreitetste Gedichtsart im Sturm und Drang, ist ein unverkennbarer Hinweis auf die Entstehungszeit. Desweiteren läßt sich die Häufung typischer Leitbegriffe feststellen: So ist die starke Betonung sowohl positiver Gefühle und Emotionen wie Tatendrang („Übermut“, „heilig glühend Herz“, Strophe 4) als auch negativer wie Furcht („des Geängstigten, Vers 42) und Schmerz („Schmerzen“ Vers 39, „Tränen“ Vers 41) ein Erkennungsmerkmal für den Sturm und Drang. Eng damit verknüpft ist die aggressive und lebendige Sprache, die Goethe den Titanen verwenden läßt. So wird Zeus von ihm auf äußerst kraftvolle Weise verspottet (z.B. „Ich kenne nichts Ärmer‘s“, Vers 13), auch Aufforderungen (Strophe 1) und emotionsgeladene, risikofreudige Fragen (z.B. „Ich dich ehren? Wofür?“, Vers 38) sind keine Seltenheit. Der Verwendung dieser „stürmischen“ Begriffe liegt das Bild des Menschen „aus Fleisch und Blut“ mit all seinen Lastern und Facetten zugrunde, das die alleinige Vorherrschaft der Vernunft (lat. ratio), wie sie Aufklärer forderten, durch die ebenso wichtige Leidenschaft ergänzt.

Schließlich wurde die von Goethe gezeichnete Figur des Prometheus als

(Menschen-)Schöpfer („Hier sitz‘ ich, forme Menschen“, Vers 52), dessen Genie alle Normen sprengt, zum Idealbild für den gesamten Sturm und Drang.



Nicht aber für die gesamte Zeit, so zeichnete beispielsweise Matthias Claudius (1740-1815) fast zeitgleich zum jungen Goethe ein Menschenbild, das sich, wie im folgenden Vergleich offensichtlich wird, grundlegend von dem des Prometheus unterscheidet:

So befindet sich der Titan während seiner gesamten Jugend auf der Suche nach einer überirdischen Macht, die ihm in seiner Not beisteht (2. Sinnabschnitt, Strophen 3-7). Als er die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens erkennt, findet er zu seiner eigenen, inneren Stärke und wird zum gottgleichen Schöpfer (Strophe 8).

Der Mensch in Claudius‘ Gedicht kümmert sich hingegen nur um sein irdisches Alltagsleben. Er wird geboren („Empfangen“, Vers 1), nimmt, weitgehend passiv, Eindrücke aus seiner direkten Umwelt auf („sieht und höret“, Vers 2) und lebt monoton sein Leben („schläft, wachet, wächst und zehret“, Vers 13), während er altert („graues Haar“, Vers 14) und schließlich stirbt („legt er sich zu seinen Vätern nieder“, Vers 17).

Einzige Gemeinsamkeit ist die Leidenschaft, der Motor des Tuns der beiden (wenn auch in stärkerer und erweiterter Form bei Prometheus), die Claudius als „gelüsten und begehren“ (Vers 5) bezeichnet.

Deutlich wird der Unterschied der Fähigkeiten beider Figuren klar, wenn man in Betracht zieht, dass Goethe dem Prometheus (nahezu) die gesamte Handlung überlässt. Er ist der einzig Aktive, der sein Leben selbstständig in die Hand nimmt und es nach seinem freien Willen, wie es ihm beliebt zu gestalten vermag. Den Höhepunkt seiner Freiheit erreicht der Titan im letzten Abschnitt, als er in der Rolle des kreativen Schöpfers sogar Macht über seine Umwelt, die von Menschen bewohnte Erde gewinnt.

In Matthias Claudius‘ Gedicht hingegen scheint der Mensch kaum mehr als passiver Spielball des Lebens zu sein. Seine Macht beschränkt sich auf das kurzzeitige Empfinden („hat Freude und Gefahr“, Vers 8) und Befriedigen seiner Gelüste. Sein gesamtes Leben ist vergleichbar mit den Irrungen der Jugend des Prometheus , denn über dieses Stadium kommt „der Mensch“ nicht hinaus („hält nichts und alles wahr“, Vers 10).

Prometheus verändert durch sein Schöpfen seine Umwelt und drückt ihr seinen unverwechselbaren Stempel auf. Dadurch schafft er es quasi, selbst den (evtl. eintretenden) Tod zu überwinden, da seine Existenz das Leben vieler anderer (nämlich der Menschheit) für immer beeinflußt. Für Claudius‘ Mensch hingegen endet mit dem Tod nicht nur seine Existenz, sondern, ganz im Gegensatz zu Prometheus, auch die Erinnerung an sie. Dieses wird mit dem Schlussvers „Und er kömmt nimmermehr“ angedeutet, da dieses „begraben bleiben“ auch auf die Erinnerung an den Menschen selbst ausgeweitet werden kann.

Unterschiedlich zeigt sich auch der Sinn des menschlichen Lebens: Prometheus findet, nach dem rebellischen Ablegen der ihn einschränkenden Gläubigkeit an die Allmacht des Zeus , schließlich Erfüllung in seinem schöpferischen Tun, das vorrangig ihn selbst, aber auch seine Geschöpfe, die Menschen, prägt und bereichert. Für den von Claudius beschriebenen Mensch hingegen ist das Leben kaum mehr als eine dauernde Last („und quält sich immerdar“, Vers 12). Selbst wenn er anfänglich Erwartungen an das Leben hat, was von der „wunderbar[en]“ Geburt (Verse 1-2) suggeriert wird , so muss sich der Mensch aufgrund seiner eigenen Ohnmacht am Ende doch betrogen sehen („und nimmt des Trugs nicht wahr“, Vers 4).

Somit kann Prometheus als einzigartiges Individuum gesehen werden, dass durch eigenes Tun das Göttliche in sich selbst findet und sich dadurch selbst unsterblich macht, während „der Mensch“ nur ein unbedeutendes einzelnes Wesen aus der Masse von vielen ist, der nichts Bleibendes aus sich und seinem Leben macht (bzw. machen kann).



Heutzutage ist das Claudius’sche Menschenbild aktueller denn je. Die atheistische Denkweise erfreut sich großen Zuspruchs, während die Suche nach dem göttlichen Kern im Menschen höchstens bei (pseudo)religiösen Randgruppen (z.B.New Age) wiederzufinden ist. Zwar gab und gibt es immer Visionäre (Luther King und Bob Marley sind nur zwei Beispiele), die sich durch ihr eigenes schöpferisches Schaffen ein Denkmal setzten, allerdings pervertierte der Gedanke des Schöpfens v.a. in den westlichen Wohlstandsgesellschaften oftmals zum reinen Anhäufen von materiellem Besitz für die nächste Generation, was dem Geiste des Sturm und Drangs nicht gerecht werden kann.

Grüssle

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