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Thema:

Kritik der expressiven Toleranz

(243x gelesen)

Seiten: 1

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Beitrag von kateiks

19.01.2006 23:20:06

kateiks

Profilbild von kateiks ...

Themenstarter
kateiks hat das Thema eröffnet...

Vielleicht hatte Marcuse mit seiner Repressionstheorie ja recht: Ich werde tolerant. Das ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Zurzeit rege ich mich einfach nicht so schnell auf, bin locker, ja, ich bin bisweilen die Ruhe selbst - und so was von tolerant. Wahrscheinlich ist es nur eine Phase, aber ich genieße sie.
Wenn früher der Satz fiel: "Komm, jetzt zeig ich euch noch schnell die Urlaubsdias" bin ich komplett ausgerastet. Heute schließe ich die Augen und mache ein Nickerchen, um drei Stunden später völlig entspannt zu sagen: "Mensch, toll, von dieser Seite habe ich Holland noch gar nie gesehen."
Natürlich nerven mich Aufforderungen wie "Äh, das ist Laminat, würde es dir etwas ausmachen, die Schuhe auszuziehen. Und zum Rauchen gehst du bitte auf den Balkon, ja." Aber ich bleibe cool, rauche einfach mal nicht, sondern kippe versehentlich zwei Gläser Rotwein aufs Wohnzimmersofa. Dann verabschiede ich mich früh und schreibe eine nette Kurzgeschichte für meine Haftpflichtversicherung.
Oder wenn die Kassiererin im Supermarkt das Wechselgeld aufs Laufband legt, damit ich Stunden brauche, um es einzusammeln. Früher hätte ich getobt. Heute sage ich einfach: "Der Rest ist für Sie", und gehe pfeifend meines Weges.
Selbst der deutschen Bahn bringe ich Toleranz entgegen - und das gelingt sonst nicht mal dem Dalai Lama, wenn er zugekifft ist. Was konnte ich mich über die Beschilderungen der Bahn aufregen. Dieser Satz auf den Zugtoiletten: "Bitte verlassen Sie diesen Raum so, wie Sie ihn vorzufinden wünschen." Da hatte ich immer eine Menge zu tun: Angenehm getünchte Wände, eine Vase mit Blumen, ein paar Comics, Aschenbecher, Heißgetränke meiner Wahl und, und, und. Aber nein: Ich entleere mich seufzend und denke: Komm, der arme Kerl hat es wahrscheinlich auch nicht leicht gehabt. Ist bestimmt ein Scheidungskind und einen Schulabschluss hat er auch nicht, deswegen muss er heute in einem fensterlosen Kellerraum Schilder für die Bahn malen - ist ja auch nicht schön.

Wobei ich jetzt auch sagen muss, wenn man so eine Weile tolerant ist, kommt man auf Entzug. Die ganze letzte Woche war ich krank, und wenn man krank darnieder liegt, wird man nicht nur noch demütiger als man ohnehin schon ist, man schaut auch viel fern. Ich sah also fern. Und im Fernseher wurde - Überraschung - ein Politiker interviewt. Allerdings zu seinem Privatleben. Das gehört eigentlich verboten. Meine Meinung. Politiker sollen so was nicht dürfen, finde ich. Sich von ihrer menschlichen Seite zeigen. Dass man vor der Glotze sitzt und plötzlich denkt: Guck an, ist gar nicht so'n ****, wie ich immer dachte, ist auch nur ein Mensch. Weil's ja nicht stimmt. Wär' er einfach nur ein Mensch, der Politiker, würd' er nicht interviewt werden im Fernsehen, also soll er auch nicht so tun, verdammt!
Wo war ich? Bei meiner Toleranz, und die wurde auf eine harte Probe gestellt, weil dieser menschelnde Politiker ein so genannter "junger Wilder" war. Boah!
Wie der da so aus seinem Leben schwadronierte... Ausgerechnet einer, der sich eine wilde Vergangenheit erfinden muss, nur um etwas zu haben, von dem er sich heute distanzieren kann. Und als der dann sagte, früher, also früher hätte ihn das total aufgeregt, zum Rauchen auf den Balkon zu gehen, aber heute, ja heute sei er da toleranter, konnte ich nicht mehr: "Das ist mein Text", schrie ich, "du spießiges Eiergesicht! Du weißt doch gar nicht, wie man Lungenzug buchstabiert, sauerländischer Teilzeit-Lutscher!" Total von Sinnen brüllte ich: "Halt bloß die Klappe, Mann, der Inbegriff von schmutzigem Sex ist für dich doch: Licht an und kein Handtuch unterlegen, du, du Pfurzpflaume..."
Mein Gott, was machte ich denn da: Stand im Wohnzimmer und brüllte meinen Fernseher an. "Tschuldigung, war nicht so gemeint. Ich hatte einen Rückfall. Ich leide unter schwerer Toleranz und da kann das schon mal vorkommen."

Panisch schaltete ich um. Schon wieder eine Sendung, wie man sie sich nur in einem Unrechtsregime vorstellen kann: Kleine Kinder müssen auf einem Podest stehen, sich von einem Moderator abfragen und betätscheln lassen und dann ein doofes Lied singen. Dafür bekommen sie Applaus. Menschenverachtung mit Michael - zero tolerance. Sollen sie doch Politiker nehmen, zum Teufel, aber keine Kinder. Die können sich nicht wehren. Oder doch?
"Na, mein Kleiner", tätschel, tätschel, "wie heißt du denn?"
"Marcel."
"Und wie alt bist du?"
"Acht."
"Toll, Marcel. So. Warum bist du heute hier?"
"Weil mich die Mama gezwungen hat."
"Hahaha, der war gut, Marcel. Wo sitzt die denn, die Mama, sitzt die im Publikum, möchtest du mal winken?"
"Wegen der verpass ich heut mein Training."
"Was trainierst du denn, Marcel?"
"Kickboxen."
"Ist das nicht gefährlich, Marcel, ich mein, du bist doch erst acht, hast du keine Angst, dass Dir da was passieren könnte?"
"Nee, keine Angst ... und ausserdem, wenn ich sterbe, is' auch nicht schlimm: Ich hab mein Leben gelebt."
Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.
Toleranz ist heilbar.

QUELLE:

http://jessjochimsen.de

Jess Jochimsen 4 life..
Am 29.01.06 Live im Zakk in Düsseldorf - ich bin da! :P

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Beitrag von graustufe

19.01.2006 23:25:48

graustufe

Profilbild von graustufe ...

-_-

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Beitrag von Lesimir

19.01.2006 23:26:47

Lesimir

Profilbild von Lesimir ...

Der Kerl ist genial!
Aber wäre noch besser gewesen daszu lesen wenn man gewusst ätte dass es von ihm ist, weil die stimme dabei ist echtzu genial...

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Beitrag von kateiks

19.01.2006 23:33:12

kateiks

Profilbild von kateiks ...

Themenstarter
kateiks hat das Thema eröffnet...

mir reicht es schon das einfach nur zu lesen... ich hab schallend gelacht ^^

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Beitrag von Lesimir

19.01.2006 23:47:25

Lesimir

Profilbild von Lesimir ...

ich kenn den ja aus dem radio, deswegen verbind ich das (wen ich da andere sachen auf der seite les) automatisch mit seiner stimme.

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Seiten: 1

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