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Thema:

gedichtanalyse prometheus

(799x gelesen)

Seiten: 1

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Beitrag von stasiolek

27.10.2005 18:45:59

stasiolek

Profilbild von stasiolek ...

Themenstarter
stasiolek hat das Thema eröffnet...

hi leute, hat vielleicht einer von euch die analyse von prometheus, von goethe?
wäre so super, ich danke euch jetzt schon

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Beitrag von Erdbeermond

27.10.2005 18:50:08

Erdbeermond

Profilbild von Erdbeermond ...

nö...hab mal in nem aufsatz die inhaltsangabe dazu schreiben müssen!

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Beitrag von Erdbeermond

27.10.2005 18:53:03

Erdbeermond

Profilbild von Erdbeermond ...

aber die ganze analyse dazu-nix!

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Beitrag von Juliander

27.10.2005 18:58:40

Juliander

Profilbild von Juliander ...

achtung!! is ganz schö viel, aber evtl hilfts ja

Gedichtanalyse: „Prometheus“ von Johann Wolfgang Goethe




Das Gedicht „Prometheus“ von Johann Wolfgang Goethe setzt sich zusammen aus insgesamt acht Strophen mit unterschiedlicher Anzahl an Zeilen.
Es ist durchgehend reimlos.
Ein Reimschema ist nicht zu erkennen, der Dichter hält sich nicht an lyrische Regeln, es wirkt regelrecht chaotisch im Bezug auf den formalen Teil des Gedichtes, was ein typisches Merkmal für die Künstler des Sturm und Drangs darstellt, sie wiedersetzten sich bewusst den Regeln, Gesetzen und Konventionen.
Im gesamten Verlauf des Gedichtes sind Enjambements zu erkennen, beispielsweise von Zeile 29 zu 30 oder Zeile 36 zu 37.
Bei dem Sprecher handelt es sich um ein sogenanntes lyrisches Ich, welches in diesem Fall für Prometheus, den Halbgott steht, welcher sich an den Gott Zeus wendet, stellvertretend für das gesamte Reich der Götter.
Prometheus spricht sehr emotional, seine Perspektive ist von der Erde aus hinauf zum Himmel gerichtet, den Wohnsitz der Götter.
Der Verlauf des Gedichts ist nicht linear, es gibt mehrfache Wechsel. Zum Teil wendet Prometheus sich direkt an Zeus, teilt ihm seine Meinung über ihn und die anderen Götter mit, in anderen Passagen hingegen spricht er von vergangenen oder gegenwärtigen Geschehnissen und persönlichen Handlungen seinerseits.
Zu Beginn des Gedichtes wendet er sich an Zeus und sagt ihm, er solle sich von der Welt fernhalten, sich zurückziehen, er solle erst einmal seine Fähigkeiten richtig einzusetzen lernen, er vergleicht Zeus dabei mit einem kleinen Kind.
Solange solle er sich nicht in das Leben der Menschen einmischen, er richte sonst nur Unheil an.
Dann, in der zweiten Strophe, richtet er sich allgemein an alle Götter und blickt fast verachtend auf sie herab, wirft ihnen vor, sie seien auf die Opfergaben der Menschen angewiesen, um sich überhaupt ernähren zu können, auf Bettler und Kinder müssten sie hoffen, welche törichterweise ihre Hoffnung in diese Opfergaben an die Götter legten. Ohne diese Menschen ginge es den Göttern noch schlechter.
Darauf berichtet Prometheus von seiner Kindheit, als er noch unerfahren war und in verzweifelten Situationen sich im Glauben befand, ihn würde jemand erhören in der Götterwelt. Doch nun stellt er fest, dass er all diese Situationen, in denen er sich in beinahe aussichtsloser Lage befand, beispielsweise im Kampf gegen die Titanen, gegen den Tod, gegen Sklaverei, nicht mit göttlicher Hilfe, sondern nur durch den eigenen Mut überstanden hat, nur durch sein Herz, wie er sagt, konnte er sich retten und wendet sich in diesem Teil des Gedichts auch direkt an sein Herz, welches symbolisch eben für seinen Mut und seine Tapferkeit steht.
Daraufhin richtet er sich wieder an Zeus, sagt ihm, er sehe keinen Grund dafür, ihn zu ehren, da er nichts für ihn und überhaupt noch nie für einen Menschen getan habe. Nicht Zeus habe ihn, Prometheus, zum Mann gemacht, sondern nur die eigenen Erfahrungen, die er erlebt habe.
Er sei nicht daran gescheitert, wie Zeus es vielleicht gedacht habe, dass nicht jeder Traum in Erfüllung gegangen sei.
Er ist nicht daran gescheitert, dass er erkannte, dass die Götter den Menschen nicht helfen, es habe ihn vielmehr noch stärker gemacht. Nun schaffe er selber Menschen, die emotional leben, die für sich als Individuum leben und ihr leben nicht nach den Göttern richten, so wie er selbst nicht tue.

Das Gedicht ist eindeutig der Epoche des Sturm und Drangs zuzuordnen. Im Mittelpunkt steht als lyrisches Ich Prometheus, ein Held der griechischen Mythologie.
Er war eines der großen Vorbilder aller Anhänger des Sturm und Drangs, er verkörperte für sie das Musterbeispiel für ein Genie. Der Geniekult war ein zentraler Aspekt im Sturm und Drang, man sehnte sich nach einem Helden voller Emotionen, mit starken Fähigkeiten, jemand, der Führungsqualitäten besaß, jemand der sich gegen die bestehende Ordnung auflehnte.
Man war gegen die bestehenden Formen der Gesellschaft. Niemand schien mehr Heldentum in sich zu tragen, es wurde nur noch geforscht und berichtet, niemand handelte mehr selbst, um etwas Besonderes zu erreichen.

Prometheus war anders. Er lehnte sich gegen die Götterwelt auf, indem er verbotenerweise den Menschen das Feuer brachte, welches die Götter für sich alleine beanspruchten.
Diesen Affront wollte man sich im Reich der Götter nicht bieten lassen, als Strafe wurde Prometheus an einen Berg gekettet, wo täglich ein Adler erschien, der ihm die Leber aushackte, welche am nächsten Tag wieder nachgewachsen war. So sollte er für alle Ewigkeit weiterleben, konnte sich aber durch eine List wieder befreien. In dem Gedicht nun kritisiert er die Götter, sie seien vielmehr bemitleidenswert, da sie abhängig seien von den Opfergaben seitens der Menschen. Hierbei fallen im Gedicht in der zweiten Strophe mehrere negative Konnotationen auf, wie beispielsweise „kümmerlich“ (15) oder „darbet“ (19).
In der vierten Strophe werden der Heldenmut und die Tapferkeit Prometheus in den Vordergrund gestellt, zentrale Eigenschaften eines Genies. Dank ihrer konnte er sich immer wieder vor Gefahren retten, wohingegen die Götter nur zuschauten.
Symbolisch für diese heldenhaften Eigenschaften steht der Begriff „Herz“, welcher begleitet wird von positiv besetzten Adjektiven wie „jung und gut“ (35).
In der darauf folgenden Strophe zeigt sich, dass Prometheus eine individuelle Persönlichkeit ist, welche sich selbst als das Höchste sieht und sich nicht an anderen zu orientieren braucht, in diesem Fall an Zeus und den anderen Göttern.
Mit rhetorischen Fragen zeigt Prometheus auf, dass es falsch sei, sich auf irgendwen anders zu verlassen als auf sich selbst, denn dann sei man verlassen.
Denn mit den rhetorischen Fragen wird praktisch den Göttern vorgeworfen, dass sie sich nicht um die Bitten anderer kümmerten, was auf die gesamte Gesellschaft bezogen werden kann.
In der sechsten und siebten Strophe soll ausgedrückt werden, dass man sich nicht zurückwerfen lassen sollte, wenn das Leben nicht nach Wunsch laufe. Vielmehr solle man auch schlechte Erfahrungen dazu nutzen, positive Lehren daraus zu ziehen. Was einen nicht tötet, macht einen noch härter.
Am Ende des Gedichts handelt Prometheus dann wieder im Sinne eines Genies, er „formt Menschen nach [seinem] Bilde“ (52, 53), gibt ihnen seine Eigenschaften.
Dies könnte so zu deuten sein, dass er andere Menschen mitreißt mit seinem Mut und seinen Fähigkeiten und ihnen zeigt, wie sie zu leben haben, wenn sie wirklich glücklich sein wollen.
Zum einen gehört dazu, dass sie sich nicht nach anderen richten können, dann werden sie nur im Stich gelassen. Jeder sollte für sich selbst als Individuum leben.
Zum anderen gilt, dass man im Leben Emotionen braucht. Dazu gehören sowohl Liebe und Freude als auch Trauer und Schmerz. Auch Träume, doch sollte man sich nicht aus der Bahn werfen lassen, wenn sie nicht in Erfüllung gehen. Hierzu ist ein weiteres im Gedicht auftauchendes stilistisches Mittel zu nennen, nämlich der Begriff „Knabenmorgenblütenträume“. Durch diese Wortneuschöpfung, auch Neologismus genannt, eine Aneinanderreihung von vielen positiven Begriffen in diesem Fall, wird gezeigt, dass man in frühen Jahren noch Vorstellungen von einer guten und heilen Welt habe, deren Zerstörung, die mit der Zeit beginne, einen aber nicht verzweifeln lassen dürfe.
Insgesamt fordert Goethe mit seiner Ode zu neuem Heldenmut auf, verlangt nach Genies ind kritisiert die Gesellschaft in ihren mutlosen, scholastischen Formen und Strukturen, bemängelt die fehlende Individualität bei den Menschen.

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