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Thema:

Die Heimkehr Kafka

(686x gelesen)

Seiten: 1 2

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Beitrag von Limpieve

22.06.2005 18:52:01

Limpieve

Limpieve hat kein Profilbild...

wir haben die parabel mit dem gleichnis vom verlorenen sohn verglichen fällt mir grad ein...

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Beitrag von rockmaus

22.06.2005 18:53:05

rockmaus

rockmaus hat kein Profilbild...

Themenstarter
rockmaus hat das Thema eröffnet...

haste des noch??

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Beitrag von rockmaus

22.06.2005 18:53:35

rockmaus

rockmaus hat kein Profilbild...

Themenstarter
rockmaus hat das Thema eröffnet...

sowas müssen wir auch machen ;-/

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Beitrag von Julita

23.06.2005 12:27:38

Julita

Profilbild von Julita ...

Ich hab das nur ins Spanische übersezten müssen in der Uni (sauschwer)...aber es wurde nicht wirklich darüber gesprochen, worum es da geht.

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Beitrag von machdieau...

23.06.2005 12:35:43

machdieau...

machdieaugnauf hat kein Profilbild...

wat fürn zufall
mussten wir in der 11ten klasse in religionsklasur auch behandeln/vergleichen mit dem gleichnis vom verlorenem sohn
; *)

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Beitrag von picmaster

23.06.2005 12:56:24

picmaster

Profilbild von picmaster ...

Unter 'http://www.hamburger-bildungsserver.de/welcome.phtml?unten=/faecher/deutsch/autoren/kafka/index.htm'

findest du Interpretationen zum Vater-Sohn-Verhältnis, das in dem Stück angesprochen ist. Das sollte dir weiterhelfen.

gruss
stromi

falls du es nicht findest:



Home > Franz Kafka > Kafkas Lebenswelt > Hermann Kafka > Vater und Sohn

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Das Vater-Sohn-Verhältnis

Prolog: Der "Brief an den Vater" und seine psychologischen Deuter

Jeder, der sich mit dem Verhältnis Franz Kafkas zu seinem Vater beschäftigt, wird zwangsläufig zum Interpreten eines überragenden Dokuments, das der Schriftsteller 1919 verfasst hat und den eigentlichen Adressaten nie erreichte: Der "Brief an den Vater". Mit diesem Werk und einigen Briefstellen ist man aber gleichzeitig auf ein Bild angewiesen, das Kafka sehr bewußt gestaltet hat und leider kein Gegengewicht erfuhr, das von anderer Seite dieses Verhältnis in dieser Ausführlichkeit beschrieben und durchleuchtet hätte. Der erste Herausgeber dieses Werkes, der Nachlassverwalter und enge Freund Max Brod, war auch gleichzeitig ein erster Kritiker der Schrift, sah er doch in dem Brief Übertreibungen, die sich keineswegs mit dem Bild deckten, dass man im persönlichen Umgang mit dem Dichter, aber auch in seinem Verhältnis zum Vater gewinnen konnte. Leider übersah Brod, erklärbar durch seine persönliche Nähe zum Autor, dass diese Übertreibungen ein bewußtes Stilmittel Kafkas sind, die sein Werk insgesamt, aber auch diesen Brief im besonderen kennzeichnen. So sind diese Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend mit Motiven und Bildern durchsetzt, die man auch im Werk Kafkas allenthalben vorfindet: Tiermotive ("ich winselte" , nicht hinterfragbare Macht- und Ausbeutungsverhältnisse, das Gefühl der Ausgeschlossenheit und Einsamkeit. Thomas Anz hat das sehr prägnant zusammengefasst:

"Er hat seine Erinnerungen in deutlichen Analogien zu seinem Werk aufgeschrieben. Die Kindheitserinnerungen sind eine literarische Konstruktion erinnerter Wirklichkeit, die gleichen Mustern der Veranschaulichung folgt wie `Die Verwandlung´, `Der Prozeß´ oder `Das Schloß´."

Deswegen erscheinen auch alle kurzatmigen psychologischen Deutungen des Verhältnisses der beiden zueinander als sehr problematisch. Denn jede von der Psychoanalyse inspirierte Analyse eines Werkes, das selber sehr bewußt mit der Klaviatur der Psychologie arbeitet, trägt wohl letzten Endes nur Eulen nach Athen. Dieser Brief ist von seinem Aufbau her und in seiner formalen Gestaltung keineswegs nebenher verfasst worden und damit auch kein spontaner Ausdruck einer Verzweiflung oder nur Ausdruck einer langaufgeschobenen Abrechnung mit dem tyrannischen Vater. Auch war Kafka keineswegs ein naiver Autor, der darauf wartet von jedem (Hobby-)Psychologen "entdeckt" zu werden. Ganz im Gegenteil. Man sollte sich bei der Lektüre des Briefes immer das bekannte Wort Elias Canettis als Mahnung vor Augen halten:

"Unter allen Dichtern ist Kafka der größte Experte der Macht. Er hat sie in jedem ihrer Aspekte erlebt und gestaltet."

Der Vater-Sohn-Konflikt als Zeitphänomen

Das Leiden an dem tyrannischen Vater war ein in der Kunst und Literatur der Jahrhundertwende oft beschriebenes Phänomen. Der Vater-Sohn-Konflikt ist geradezu ein Zeitphänomen der expressionistischen Generation. Mit dieser Auseinandersetzung griff die junge Generation eine verkrustete patriarchale Gesellschaft an, die spätestens mit der Abdankung der Monarchie im Jahre 1918 wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrach. Dieser Kampf der Generationen erfuhr gerade in Prag unter den assimilierten jüdischen Familien noch eine besondere Zuspitzung. Die im Zuge der gewährten Freizügigkeit vom Land in die Städte eingewanderten Juden brachten es oft unter besonderer Kraftanstrengung zu einigen Wohlstand und Ansehen. Natürlich versuchten die Familienoberhäupter ihren Werte- und Normenkatalog an die Söhne weiterzugeben, der aber in dem Maße bei der jüngeren Generation auf taube Ohren stoßen musste, als sich die gesellschaftlichen Bedingungen veränderten und mit ihr auch neue Herausforderungen an sie heranwuchsen. Nicht mehr der ökonomische Aufstieg hatte jetzt oberste Priorität, sondern die gesellschaftliche Akzeptanz und Bewahrung bürgerlicher Rechte in einem nationalistisch-chauvinistisch aufgeheizten Klima, in dem Rassenhass und Antisemitismus die Massen mobilisierte, beschäftigte nun die jüngere Generation. Dass der Konflikt mit seinem Vater keine Einzelerscheinung war, wußte auch Kafka:

"Das Ganze ist ja keine vereinzelte Erscheinung, ähnlich verhielt es sich bei einem großen Teil dieser jüdischen Übergangsgeneration, welche vom verhältnismäßig noch frommen Land in die Städte auswanderte."

Während die Väter noch als Dorfgeher (Hausierer) auf dem Land und später als erfolgreiche Unternehmer in den größeren Städten reussierten, zog es die Söhne dieser Generation eher in akademische Berufe wie die Medizin oder Rechtswissenschaft, aber auch in den Journalismus. Die Familie Kafka lieferte somit ein geradezu klassisches Beispiel für diese Übergangsgeneration ab: Während der Vater vom Hausierer zum Besitzer eines Galanteriewarenladens wird, studiert der Sohn an der juristischen Fakultät.

Der Kampf um die Fortführung eines Lebensentwurfs

... oder Angst essen Seele auf

Insofern folgte die Familie Kafka einem weitverbreitetem Muster. Ungewöhnlich war schon eher, wie tief die Existenzängste im Leben des Hermann Kafka verankert waren und wie unflexibel er auf die veränderten Zeitläufte reagierte. Dabei überrascht, wie wenig auf diesen Sachverhalt in der Sekundärliteratur eingegangen wird. In den meisten Analysen zu dem Verhältnis von Kafka zu seinem Vater wird das vom Sohn eingeführte Gegensatzpaar "Starker Vater - schwacher Sohn" kommentarlos übernommen. Dabei ist es doch mit Händen zu greifen, dass gerade in dem Bild vom Vater, so wie wir es vom Sohn überliefert bekommen, allenthalben Unsicherheiten und Ängste zum Vorschein kommen. Schon die permanenten Vorhaltungen an die Kinder wie hart er hat arbeiten müssen und wie gut es ihnen im Vergleich dazu ginge, zeugen davon, dass Hermann Kafka weder den eigenen Aufstieg verdaut noch die gesellschaftlichen Veränderungen um sich herum verstanden hat.
Seine Erwartungen an den Sohn zielten deshalb in erster Linie auf Bewahrung des Erreichten. Schon die Berufswahl von Franz Kafka war für ihn eine zweifelhafte Lösung, da sie eine Abkehr des von ihm eingeschlagenen Weges bedeuteten, eines Weges der so erfolgreich war und nun gegen die Ungewißheit eines akademischen Berufes eingetauscht werden sollte.
Von diesem Selbstverständnis löste sich der Vater nie. Darum drängte er auch in späteren Jahren zu einer Umkehr in seinem Sinne, als der die Chance dazu sah. So "überredete" er den Sohn dazu eine Asbestfirma zu übernehmen und damit Unternehmer zu werden. Mit dem Resultat, dass er Franz damit an den Rande des Selbstmordes trieb. Auch sein permanentes Misstrauen gegenüber jeden, das sich in seinem ausdauerndem Schimpfen manifestiert, beweist die tiefe Verunsicherung eines Mannes, der selber Angst vor dem Leben hatte und nur dominant gegenüber Abhängigen werden konnte. Als Ausdruck dieser fehlenden Standfestigkeit sind auch die wechselnden Embleme auf den Geschäftspapier zu sehen. Das eine Mal sitzt die Dohle (tschech. kafka) auf deutschem Eichenlaub, das andere Mal auf neutralem Geäst. Man mag vielleicht in diesem Verhalten einen Zwang zur Anpassung sehen, genauso gut kann man es als übertriebene Vorsicht eines ängstlichen Menschen bewerten. Wer sich schon Gedanken um ein paar Blätter im Emblem eines Briefkopfes macht, ist wohl nicht jemand, dem man übertriebenes Selbstbewußtsein nachsagen kann.

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