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Thema:

dadismus

(1377x gelesen)

Seiten: 1 2

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Beitrag von jule89198989

23.06.2006 10:05:15

jule89198989

Profilbild von jule89198989 ...

Themenstarter
jule89198989 hat das Thema eröffnet...

hi,
ich habe jetzt ein neues thema in der Ausb/schule bekommen, in dem Fach kunst: wisst ihr was mit dem wort "dadaismus" anzufangen?` lg, freie mich über jede hilfe! danke

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Beitrag von Swix

23.06.2006 10:06:34

Swix

Profilbild von Swix ...

"grammatik lügt" ->die welt is wirr also kann auch die grammatik keine logik vorgaukeln (oder so ähnlich)

guck ma bei wikipedia.. da steht viel..

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Beitrag von the.heroine

23.06.2006 10:06:39

the.heroine

Profilbild von the.heroine ...

natürlich weiß ich was damit anzufangen

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Beitrag von McFlipper

23.06.2006 10:07:42

McFlipper

McFlipper hat kein Profilbild...

nö ich geh jetzt in ddie stadt

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Beitrag von spritkopp

23.06.2006 10:08:30

spritkopp

Profilbild von spritkopp ...

wirklich wichtiges

das beschäftigt die welt

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Beitrag von jule89198989

23.06.2006 10:12:45

jule89198989

Profilbild von jule89198989 ...

Themenstarter
jule89198989 hat das Thema eröffnet...

so nennt man doch bilder die aus schriften bestehen oder ähnlich???

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Beitrag von mr_mumpitz

23.06.2006 10:17:02

mr_mumpitz

Profilbild von mr_mumpitz ...

Eine Bewegung der Kunst und Literatur, die sich gegen die traditionellen Wertmaßstäbe richtete. Ästhetische und inhaltliche Regeln wurden in ihren unkonventionellen künstlerischen Aussagen, die auf dem Zufall und der Beliebigkeit von Materialien basieren, absichtlich verneint...(vorstufe zum surrealismus)

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Beitrag von the.heroine

23.06.2006 10:17:10

the.heroine

Profilbild von the.heroine ...

grmpf

Dadaismus in der bildenden Kunst: Die »Abschaffung« der Kunst
In Zürich, in der neutralen Schweiz, trafen sich 1915 einige freigeistige, pazifistisch eingestellte Dichter, Maler und Theaterleute, um dem Rationalismus ein anarchistisches Spottlied zu singen. »Angeekelt von den Schlächtereien des Weltkrieges 1914, gaben wir uns ... den schönen Künsten hin. Während in der Ferne der Donner der Geschütze grollte, sangen, klebten und dichteten wir aus Leibeskräften. Wir suchten eine elementare Kunst, die den Menschen vom Wahnsinn der Zeit heilen, und eine neue Ordnung, die das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle herstellen sollte.« Die elementare Kunst, die Hans Arp, einem der Mitbegründer des Dadaismus, vorschwebte, bestand zunächst aus lautstarken Aktionen: futuristischer Lärmmusik, grotesken Tänze zu afrikanischen Trommeln, unterbrochen durch Nonsens-Gedichte, die simultan rezitiert wurden.
Am 5. Februar 1916 eröffnete das »Cabaret Voltaire«, eine bescheidene Kleinkunstbühne in der Spiegelgasse 1 der Züricher Altstadt, mit einem provokativen Programm, das von Arp, Hugo Ball, dessen Frau Emmy Ball-Hennings, Marcel Janco, Tristan Tzara und Richard Huelsenbeck inszeniert wurde. Noch im Gründungsjahr erschien die »Collection Dada«, eine Zeitschrift mit Texten und Pamphleten von Tzara und Huelsenbeck sowie mit Holzschnitten von Janco und Arp. Ab Juli 1917 gab Tzara die Zeitschrift »Dada« heraus, die Arp illustrierte und Julius Heuberger in einer typografisch neuartigen Verteilung der Schriftblöcke druckte; bis Mai 1919 erschienen vier Nummern, mit denen sich der Name »Dada« und die provokativen Manifeste von Tzara in ganz Europa verbreiteten.
Obwohl viele Elemente des Kubismus und Futurismus zum Beispiel die Collage, Geräuschemusik, Pamphlete und Manifeste im Dadaismus wieder aufgenommen wurden, wehrten sich die Züricher Dadaisten gegen alle künstlerischen Absichtserklärungen. Die professionelle Kunst der Ateliers wurde genauso kategorisch verdammt wie die bürgerliche Moral der in Konventionen erstarrten Gesellschaft: »Kunst wird einschlafen. Kunst-Papageien-Gefasel, ersetzt durch Dada. Kunst muss operiert werden. Kunst ist ein besonderer Anspruch, erwärmt durch Schüchternheit des Blasensystems, Hysterie, im Atelier geboren«, verkündete Tzara. Dass die Kunst jedoch nicht radikal abgeschafft wurde, zeigt 1917 die Gründung der Galerie »Dada«, wo Werke von Arp, Janco, Hans Richter, Alexej von Jawlensky, Heinrich Campendonk und später auch von Paul Klee, Wassily Kandinsky und Giorgio De Chirico gezeigt wurden. Arp erlebte in Zürich sogar seinen künstlerischen Durchbruch: Kandinskys Holzschnitte regten ihn zu seinen berühmten, biomorphen Holzreliefs an. Mit automatistischen Zeichnungen und Collagen begründete Arp eine ganz eigene künstlerische Sprache, die er später in Paris im Kontakt mit der konstruktivistischen Avantgarde erweiterte.
Bei Kriegsausbruch hatten sich viele europäische Künstler nach New York geflüchtet, wo sie in der Galerie »291« des Fotografen Alfred Stieglitz ein neues Forum künstlerischer Auseinandersetzung fanden. Als Katalysatoren der New Yorker Kunstszene bildeten Francis Picabia und Marcel Duchamp bald den Kern einer neuen dadaistischen Bewegung. In den Salons von Walter Arensberg trafen sich die aus Europa geflüchteten Künstler, darunter Albert Gleizes, Edgard Varèse, Jean Crotti und Henri-Pierre Roché mit der jungen amerikanischen Avantgarde. Besonders heftig diskutierte man über Duchamps »Großes Glas«, an dem er seit 1915 experimentierte und das er dann 1923 unvollendet ließ, und über seine »Readymades« Gebrauchsgegenstände, die er dadurch zum Kunstwerk erhob, dass er als Künstler sie ausgewählt und signiert hatte. Picabia hatte ebenfalls seine »klassische« orphistische Phase abgeschlossen und wandte sich despektierlichen Collagebildern zu, welche die Faszination durch Technik und Maschine mit einem Schuss dadistischer Ironie versahen. Seine Dada-Postille »391« hob sich durch den sarkastischen und blasphemischen Ton ihrer Artikel, den aggressiven Stil ihrer Illustrationen und die gewagte Typografie deutlich von den üblichen Publikationen zur modernen Kunst ab. Eine der schillerndsten Figuren des New Yorker Dada war Artur Cravan, der bereits vor dem Krieg in Paris mit polemischen Angriffen gegen die Künstlerschaft in seiner Zeitschrift »Maintenant« Aufsehen und Anfeindung erregt hatte und nun in New York auf Kundgebungen immer wieder den Tod der Kunst und das Leben als Abenteuer beschwor.
Nach einem Aufenthalt Picabias in Zürich 1919 erfasste der angriffslustige Charakter des New Yorker Dada auch die Züricher Gruppe, die an ihrem letzten Aktionsabend am 9. April 1919 von aufgebrachten Zuschauern von der Bühne geprügelt wurde. Nach Kriegsende zerstreuten sich die Mitglieder der Züricher Dada-Gruppe; sie gründeten in anderen Städten neue dadaistische Keimzellen. Huelsenbeck lebte seit 1917 wieder in Berlin und vertrat dort seit 1918 zusammen mit Johannes Baader, den Brüdern Wieland und Helmut Herzfeld sowie Walter Mehring eine stark politisch ausgerichtete Dada-Bewegung. Reflektierte die New Yorker Dada-Gruppe eher die Krise der modernen Kunst, zielte Dada Berlin auf die gesellschaftliche Situation in Deutschland nach dem Krieg. Höhepunkte waren die Anti-Kunstveranstaltungen von 1918 und 1920 und die »Internationale Dada-Messe« in Berlin 1920. Ein Merkmal von Berlin-Dada war auch die Flut von Publikationen, die wie Raoul Hausmanns Zeitschrift »Der Dada« nicht selten zum gesellschaftlichen Umsturz aufriefen. Der starke Einfluss der russischen Kunst und Ideologie manifestierte sich auch in den künstlerischen Techniken, den Schrift- und Fotomontagen, die zum wesentlichen Ausdrucksmittel der Berliner Dadaisten wurden.
Arp hatte 1919 mit Max Ernst in Köln Kontakt aufgenommen. Zusammen mit dem Dichter Johannes Baargeld gründeten sie hier einen weiteren dadaistischen Stützpunkt und veröffentlichten mehrere kommunistisch orientierte Zeitschriften, etwa »Der Ventilator«. Aber auch die Kunst kam nicht zu kurz: Ernst schuf in dieser Zeit sehr sorgfältig ausgeführte Collagen, die bei ihrer Ausstellung in Paris 1921 das besondere Interesse von André Breton fanden. Arp experimentierte weiterhin mit abstrakten »Konfigurationen« aus Kartonteilen, die er nach den Gesetzen des Zufalls anordnete. Bemerkenswert sind auch die Gruppenexperimente, die »Fatagaga«, anonyme gemeinschaftliche Werke mehrerer Künstler.
Ende 1918 gründete Kurt Schwitters in Hannover einen Nebenzweig von Dada, dem er den Namen »Merz« gab, ein Kunstwort, das er einer zerrissenen Annonce der »Commerz- und Handelsbank« entnahm. Unter dieser Bezeichnung zeigte Schwitters seine Collagenbilder aus Alltagsmaterial, Fundstücken und Abfall, die »Merz-Bilder«. Auch dichterisch trat Schwitters in Erscheinung, als er 1920 sein langes Gedicht »Anna Blume« veröffentlichte, eine Parodie auf sentimentale deutsche Lieder, gekennzeichnet durch ein wildes Durcheinander von Sprichwörtern, merkwürdigen Zitaten und Briefstellen. Im folgenden Jahr unternahm er den Versuch, eine »Ursonate« zu schaffen, die nur mithilfe der menschlichen Stimme eine Art primitiver Ursprache wiederherstellen sollte.
Um 1920 hatte sich der Schwerpunkt des Dadaismus nach Paris verlagert, wo die Manifestationen von Tzara und der Dichtergruppe um Breton noch zwei Jahre für Aufsehen sorgte. Ernst und Arp setzten ihre Karrieren in Paris fort; auch Duchamp, Picabia und Man Ray hielten sich wiederholt dort auf. Doch der dadaistische Geist hatte bereits einen neuen Weg gefunden: den Surrealismus.
Dr. Hajo Düchting

Literatur:
Dokumente zum Verständnis der modenen Malerei, herausgegeben von Walter Hess. Bearbeitet von Dieter Rahn. Neuausgabe Reinbek 161.163. Tausend. 1995. Kunst des 20. Jahrhunderts, herausgegeben von Ingo F. Walther, 2 Bände. Köln u. a. 1998. Richter, Hans: Dada Kunst und Antikunst. Der Beitrag Dadas zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Köln 41978. Thomas, Karin: Bis heute. Stilgeschichte der bildenden Kunst im 20. Jahrhundert. Köln 101998.
© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

Dadaismus in der Literatur: »Ich will keine Worte, die andere erfunden haben«
Was taten die Dadaisten? Sie sagten, es ist egal, ob man irgendein Gepuste von sich gibt oder ein Sonett von Petrarca, Shakespeare oder Rilke, ob man Stiefelabsätze vergoldet oder Madonnen schnitzt. Geschossen wird doch, gehungert wird doch, gelogen wird doch; wozu die ganze Kunst?« George Grosz bringt es auf den Punkt: Dada ist ein Kind des Ersten Weltkriegs, und als solches das »Enfant terrible« unter den Kunstrichtungen der Moderne. Viele »-Ismen« der modernen Kunst Kubismus, Futurismus, Expressionismus waren schon da, da wurde Dada lanciert. Weniger als Kunst denn als Anti-Kunst, als Lebensgefühl und Geisteszustand, als radikale Gesellschafts- und Kulturkritik angesichts der »ungeheuerlichen Raserei des Weltkrieges«, so Hans Arp, welche die »heiligen« Werte des christlichen Abendlands, Ehre und Vaterland, Religion und Moral, unwiederbringlich ad absurdum führte.
Historischer Ausgangspunkt war die neutrale Schweiz, Zürich, eine Oase inmitten des Kriegs, Zufluchtsort für Künstler und Intellektuelle aus ganz Europa. Treffpunkt der internationalen Emigrantenszene war die Kleinkunstbühne des »Cabaret Voltaire«, das von Hugo Ball am 5. Februar 1916 eröffnet wurde. Dort trafen sich, laut Marcel Janco, »Maler, Studenten, Revolutionäre, Touristen, internationale Betrüger, Psychiater, die Halbwelt, Bildhauer und nette Spione auf der Suche nach Informationen ...«. Mit seinen lärmend-kabarettistischen, simultan-poetischen Soireen, von Janco und Ball, Tristan Tzara und Richard Huelsenbeck, Emmy Ball-Hennings, Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp als polyglottes, kurios-furioses Neben-, In- und Nacheinander von Rezitations-, Tanz- und Musiknummern aus aller Welt gestaltet, entwickelte sich das Carabet Voltaire zum Experimentierfeld der modernen Künste. Binnen weniger Jahre wuchs sich der Dadaismus zur Welt umspannenden Bewegung aus, der die internationale Avantgarde wesentliche Impulse verdankt. Zwischen 1916 und 1922 sprossen in Berlin, Hannover und Köln, Paris und Amsterdam, Barcelona und New York »Dada-Filialen« aus dem Boden. Provokant, skandalös, anarchistisch, polemisch und paradox wirkten die Dadaisten mit ihren turbulent-chaotischen Auftritten Vorformen von Happening, Performance und Aktionskunst auf das Publikum: In Köln schritt die Sittenpolizei ein, in Berlin wurde die Gestapo aufmerksam, als »Bolschewismus in der Kunst« und »Ausgeburt geistigen Wahnsinns« wurde der Dadaismus von Adolf Hitler in »Mein Kampf« attackiert.
»Ich will keine Worte, die andere erfunden haben. Alle Worte haben andere erfunden«, formulierte Hugo Ball im Eröffnungsmanifest am 14. Juli 1916. Der Krieg mit seiner Propaganda hat die Sprache, »diese Sprache, an der Schmutz klebt wie von Maklerhänden, die die Münzen abgegriffen haben«, unglaubwürdig gemacht. Für die dadaistischen Literaten war sie wertlos und verbraucht. So griffen sie ästhetische Innovationen des Kubismus wie des von ihnen ansonsten bekämpften Expressionismus und Futurismus auf, um neue, alternative Formen von (Anti-/Nicht-)Kunst und Kommunikation zu erproben, die sämtliche Konventionen sprengen und die Literaturproduktion des 20. Jahrhunderts nachdrücklich revolutionieren sollten. Privilegiertes Ausdrucksmittel waren Manifeste, Plakate und Zeitschriften, bevorzugte Ausdrucksform Pamphlet und Gedicht, wobei die Grenze zwischen Literatur und bildender Kunst immer wieder verschwimmt. Dada fahndete nach frischer Inspiration: im »Primitiven«, Ursprünglich-Archaischen, der »Negerkunst« etwa, ob in Jancos Holzschnitten und Masken oder in den exotisierenden Lautgedichten Hugo Balls, deren populärstes die »Karawane« ist, die Zauberritual und Geisterbeschwörung evoziert, oder in Tzaras nachgedichteten beziehungsweise nachempfundenen »Poèmes nègres«, »Negergedichten«, in denen akustisch-expressive Klangelemente Vorrang vor rationaler Sinnvermittlung haben und überraschende rhythmische Wirkung entfalten.
Dada systematisierte Zufall und Spontaneität als kunst- wie erkenntnisfördernde Verfahren, ob im »Objet trouvé«, dem zufällig gefundenen Objekt, oder in der später von den Surrealisten ausgebauten »Écriture automatique«, Experimenten mit Schreibassoziationen und provozierten Zufällen, als deren bekanntestes Beispiel Tzaras Scherzanweisung »Wie man ein dadaistisches Gedicht macht« gilt. Dada entdeckte die Natur neu und bezog den Alltag mit ein, ob in den »organomorphen Skulpturen« eines Hans Arp oder der Proklamation einer neuen Materialästhetik. Im Bereich der bildenden Kunst führte dies zu Collage, Assemblage, Fotomontage und »Readymade«, in der Sprachkunst zur extremen Reduktion von Gedichtform und Syntax auf Wortfetzen und Satzfragmente, rhythmische Lautfolgen und Geräuschimitation: in Schwitters »Vokalkonzert« und »Ursonate«, im »statischen« und »dynamischen« Gedicht. Auch hier ist das dekonstruktive Prinzip der Collage aktiv, mit dem Dada die Welt neu zusammensetzt, in ironisch-sozialkritischer oder poetisch-verspielter Intention. Dada griff futuristische Programmpunkte wie Bruitismus und Simultaneität auf und entwickelte sie konsequent weiter. Zum bruitistischen Gedicht zum Beispiel, das »eine Trambahn (schildert), wie sie ist ..., mit dem Gähnen des Rentiers Schulte und dem Schrei der Bremsen«, wie Huelsenbeck 1918 im internationalen »Dadaistischen Manifest« formuliert. Oder zum Simultangedicht, einem, laut Ball 1916, »kontrapunktischen Rezitativ, in dem drei oder mehrere Stimmen gleichzeitig sprechen, singen, pfeifen oder dergleichen, so ... dass ihre Begegnungen den elegischen, lustigen oder bizarren Gehalt der Sache ausmachen«, wobei die Gleichzeitigkeit von Stimme und Geräusch »die Verschlungenheit des Menschen in den mechanistischen Prozess verdeutlichen« will und in »typischer Verkürzung ... den Widerstreit von vox humana und einer sie bedrohenden, verstrickenden und zerstörenden Welt, deren Takt und Geräuschablauf unentrinnbar sind« aufzeigt. Frühestes und berühmtestes Simultangedicht ist die dreisprachige Nonsensmoritat »Der Admiral sucht ein Haus zu mieten«, polyphon und parallel von Tzara, Janco und Huelsenbeck rezitiert: »Huelsenbeck: Ahoi Ahoi Des Admirals gewirktes Beinkleid schnell zerfällt ... / Janco (singt): Where the honey suckle wine twines itself arround ... / Tzara: Boum boum boum il déshabilla sa chair quand les grenouilles humides ...«.
Einst revolutionär, wurde das Prinzip der Sprach- und Geräuschcollage vom neorealistischen Roman fortgeführt und scheint heute, im Zeitalter von Hörspiel und Videoclip, selbstverständlich. Dada hat die Grenzen zwischen den einzelnen Kunstgattungen verwischt und den Gegensatz zwischen Kunst und Massenkultur nivelliert. Dada hat sämtliche Bereiche der modernen Kunst berührt, bis hin zur Musik, etwa bei Eric Satie, zum Experimentalfilm bei Hans Richter und Viking Eggeling, zur Architektur (Bauhaus) und zum Ausdruckstanz. Dada degradierte, an der Schwelle zum Medienzeitalter, das Buch zum Sekundärmedium und privilegierte flüchtige Publikations- und Aufführungsformen, die Auge und Ohr viel direkter ansprechen. Vom futuristischen Prinzip der »Parole in libertà«, der Worte in Freiheit« ausgehend, wie es sich auch in den »optophonetischen« Buchstaben- und Plakatgedichten Raoul Hausmanns, in Kurt Schwitters' skandalerregenden Nonsens-Gedichten »An Anna Blume«, die er unbekümmert an Hannovers Litfasssäulen plakatieren ließ, und generell in der experimentellen Typographie der Dada-Schriften manifestiert, war der Schritt in die Alltagskultur gering. In der Werbung finden sich die Dadaisten später wieder Heartfield führte die Fotomontage in Presse und Buchgestaltung ein , im Konstruktivismus, dem Experimentalfilm, der Psychoanalyse, und natürlich im Surrealismus. Kurze Zeit nur hat der Dadaismus die avantgardistischen Energien gebündelt, als Katalysator fungiert, ein einheitliches Programm, eine eigene Kunstrichtung hat er nie hervorgebracht: »Entscheidend ist der Vulkan und nicht die Lava«, so Huelsenbeck. Wenn er heute museal vereinnahmt und seit den Dreißigerjahren mit Klassikern wie Man Ray und Marcel Duchamp, Francis Picabia und Max Ernst in den Kanon moderner Kunst integriert ist, so gibt es nebenher bis in die Gegenwart sporadische neodadaistische subkulturelle Aktualisierungsschübe Beispiele sind Wiener Gruppe, Beatniks, New Wave, Konkrete Poesie , die Dada sicher nicht weniger verkörpern: Denn Dada, dessen Essenz im Paradox, in der Provokation, in Poesie und Polemik besteht, wird nach Janco so lange fortbestehen, »wie der Geist der Verneinung das Ferment der Zukunft in sich schließt.«
Regina Keil-Sagawe
© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

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Beitrag von mr_mumpitz

23.06.2006 10:18:54

mr_mumpitz

Profilbild von mr_mumpitz ...

jeha...da wird meine theorie der sich ausbreitenden copy&paste-Kultur unter den studenten mal WIEDER bestätigt

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Beitrag von the.heroine

23.06.2006 10:22:22

the.heroine

Profilbild von the.heroine ...

die hatte ich schon als schüler... und solange es nicht auf plagiate hinausläuft ... quelle angegeben

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Beitrag von jule89198989

23.06.2006 10:26:45

jule89198989

Profilbild von jule89198989 ...

Themenstarter
jule89198989 hat das Thema eröffnet...

oh gott wo bin ich hier gelandet?

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